Exklusiv: Deutsche Banken machen offenbar deutlich mehr Gewinn als bekannt

Von Heinz-Roger Dohms

Vorweg – es ist nicht unsere Absicht, die deutschen Banken zu Profitabilitäts-Monstern zu (v)erklären. Denn das sind sie selbstredend nicht. Gleichwohl, kann es sein, dass man das seit Jahren wieder und wieder bediente Narrativ, bei der hiesigen Kreditwirtschaft handele es sich um die allerletzten Ertrags-Deppen, vielleicht ein ganz klein wenig revidieren muss?

Wie kommen wir darauf: Wir haben die Datenexperten von Barkow Consulting (von denen der gestrige Research-Coup stammt, wonach die beiden „offiziellen“ Datensätze zur Gewinnkraft der hiesigen Bankenbranche meilenweit auseinanderklaffen) gefragt, ob man nicht eine Art Überleitungs-Rechnung erstellen kann. Ziel: Herausfinden, wie profitabel der deutsche Bankensektor wirklich ist.

Kurzum, Herr Barkow meinte, das müsste schon gehen. Darum hat er uns als ersten Aufschlag für das Jahr 2017 mal eine sehr rudimentäre Kalkulation erstellt, die zeigt: Es waren nicht 14 Mrd. Euro (wie die EZB sagt), und es waren auch nicht 20 Mrd. Euro, wie die Buba sagt. Sondern: Es war womöglich viel mehr!

Hier der Kern von Barkows Gedankengang:

  • Als Ausgangswert nehmen wir die 14,2 Mrd. Euro Gewinn, die die EZB den deutschen Banken zubilligt
  • Dazu addieren wir die 2017 von den Sparkassen und Genobanken frisch gebildeten Vorsorgereserven nach HGB §340g in Höhe von schätzungsweise 8,4 Mrd. Euro (Anm. der Red.: anders als die EZB schlägt die Bundesbank dieses Geld tatsächlich dem Gewinn zu)
  • Hinzu kommen die Gewinne deutscher Bank mit einer ausländischen Muttergesellschaft. Hier gehen wir von einer Größenordnung von 3,7 Mrd. Euro aus (Anm. der Red.: Auch diese Gewinne tauchten zwar in den Bundesbank-Zahlen, nicht aber in den EZB-Zahlen auf; es geht vor allem um die ING Diba, die Hypo-Vereinsbank, die Targobank und die deutsche Santander)
  • Und on top gehört dann noch der Gewinn der KfW (Anm. der Red.: Auch die KfW bleibt in der EZB-Statistik außen vor)

Macht unterm Strich: 27,7 Mrd. Euro. Wie gesagt, es ist nur eine erste grobe Rechnung, das möchte Peter Barkow auch selbst betont wissen. Bloß: Unplausibel klingt das nicht, oder?

Hier als Hintergrund nochmal unsere große Analyse  von gestern. Und hier noch ein paar ausführlichere Gedanken von Peter Barkow zu dem Thema.

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