Exklusiv: Digitales Vorzeige-Tool der Deutschen Bank tut’s nur manchmal

Von Heinz-Roger Dohms

Das „Zinsmarkt“ genannte neue Vorzeige-Tool der Deutschen Bank funktioniert nur phasenweise. Diese Entdeckung hat Finanz-Szene.de gemacht. So hieß es vergangene Woche im Online-Angebot der größten deutschen Geldhauses wörtlich: „Neue, attraktive Festzinsangebote stehen [erst] wieder ab dem 22. August für Sie bereit“ – was sie heute Morgen dann tatsächlich taten.

Einem Insider zufolge befindet sich das Tool schon seit Wochen im On-Off-Modus. Der ursprünglich für April angekündigte Einlagenvermittler war Ende Juni gestartet – allerdings nur mit dem Angebot einer einzigen Bank, der Deutschen Pfandbriefbank (pbb). Dabei handelte es sich um ein einjähriges Festgeld, das zu 0,3 Prozent verzinst wurde. Mitte Juli soll die Offerte bereits wieder von der Seite verschwunden sein, bevor das Tool Anfang August offenbar wieder live ging. Diesmal wurden den Kunden  fünf verschiedene Laufzeiten angeboten – allesamt wieder von der pbb. Nach wenigen Tagen war der „Zinsmarkt“ dann wieder weg.

Von technischen Problemen will man bei der Deutschen Bank allerdings nichts wissen. Stattdessen sei von Anfang an klar gewesen, dass es in der ersten Testphase auch „Quiet Periods“ geben werde. „Bislang läuft alles nach Plan. Wir haben unseren Marktplatz erst einmal langsam hochgefahren, um das Angebot der Produktbank und die Nachfrage bei den Festgeldanlegern im Gleichgewicht zu halten. Im September starten wir mit dem Regelbetrieb“, sagte Andreas Kramer, Leiter digitale Plattform und Agenda, im Gespräch mit Finanz-Szene.de. „Der Marktplatz funktioniert technisch einwandfrei, es gibt keinerlei Kinderkrankheiten.“

Wie im Juni bereits angekündigt, soll es von Herbst an auch weitere Partnerbanken geben. Ein konkretes Datum (geschweige denn: konkrete Namen) nannte Kramer allerdings nicht. Auch zu der Frage, wie viele Einlagen bislang an die Deutsche Pfandbriefbank vermittelt wurden, machte der Deutsche-Bank-Manager keine Angaben.

Dafür äußerte sich Kramer explizit zur Conversion Rate (sie misst, wie viele Kunden, die das Angebot anklicken, dann auch tatsächlich abschließen). Während  sie im übrigen Markt bei eins bis drei Prozent liege, komme die Deutsche Bank beim „Zinsmarkt“ vom Start weg auf eine Konversionsrate „im hohen einstelligen Prozentbereich. Das zeigt uns, dass mit der Gestaltung unseres Abschlussprozesses genau richtig lagen“.