Exklusiv: Finanzbranche ruft nach Reform der Bafin-Eignungsprüfung für Vorstände

Von Heinz-Roger Dohms

Um mehr Digitalexperten den Aufstieg ins Topmanagement deutscher Banken zu ermöglichen, soll die Bafin ihre Eignungsprüfung für Vorstände reformieren – diese spektakuläre Forderung findet sich in einem Positionspapier des Fintech-Rats, das der „SZ“ und „Finanz-Szene.de“ exklusiv vorliegt. Um die Fallhöhe zu verdeutlichen: Der Fintech-Rat ist keine Lobbygruppe von Finanz-Startups, sondern wurde im Frühjahr vom Finanzministerium unter der Führung von Staatssekretär Jens Spahn gegründet. Neben den Abgesandten bekannter Fintechs sind auch die Banken in dem Gremium vertreten; sie unterstützen die Forderung nach einer „Lex Techie“ ebenfalls.

In der Praxis könnten die Änderungen darauf hinauslaufen, dass die Bafin ihre Eignungsprüfung in Zukunft weniger auf jeden einzelnen Vorstand, sondern stärker auf das Gremium als Ganzes bezieht. Das hieße z.B.: Wenn im Vorstand eines mittelgroßen Instituts schon zwei Kreditexperten sitzen, dann braucht der IT-Chef nicht auch noch ein Banker zu sein.  Innerhalb der Bafin steht man der Idee, die Eignungsprüfung zu modernisieren, offenbar grundsätzlich offen gegenüber – dies zumindest hatte „Finanz-Szene.de“ zuletzt aus dem Umfeld der Bonner Behörde vernommen.

Lesen Sie hier das Positionspapier des Fintech-Rats im Original.