Exklusiv: So trostlos sind die Zahlen der Oetker-Bank

Von Heinz-Roger Dohms

„Verschweigt das Bankhaus Lampe einen operativen Verlust?“ So hatten wir im vergangenen Herbst unsere Analyse der 2016er-Zahlen des Bankhauses Lampe überschrieben. Nun hat die Oetker-Bank ihren Geschäftsbericht für 2017 veröffentlicht. Und wenn uns nicht alles täuscht, sind die Zahlen kaum besser als ein Jahr zuvor. Ein Überblick:

  • Der Provisionsüberschuss ist binnen zwei Jahren von 110,3 Mio. Euro über 100,0 Mio. Euro auf inzwischen nur noch 90,2 Mio. Euro abgesackt
  • Nachdem der Zinsüberschuss 2016 noch „transaktionsbedingt“ von 43,1 Mio. Euro auf 48,5 Mio. Euro gestiegen war, ist er nun wieder auf 46,8 Mio. zurückgegangen
  • Beschäftigte das Bankhaus Lampe Ende 2015 noch 693 Mitarbeiter und per 31. Dezember 2016 immerhin 670 Beschäftigte, so waren es am Ende des vergangenen Jahres nur noch 626 Angestellte
  • Nachdem die Personalkosten 2016 stark gestiegen waren (von 84,6 auf 93,3 Mio. Euro), fielen sie im vergangenen Jahr auf  88,7 Mio. Euro
  • Bei den Sachaufwendungen war der Erholungseffekt deutlich geringer. 2015: 54,7 Mio. Euro. 2016: 62,5 Mio. Euro. 2017: 61,8 Mio. Euro
  • Nachdem die Cost-Income-Ratio 2016 von 88,4 auf 106,5 in die Höhe geschnellt waren (Begründung: Projekt- und Vorlaufkosten), erholte sie sich im vergangenen Jahr nur unwesentlich auf 101,8
  • Erneut haben wir den Analysten Stefan Best gebeten, sich die Lampe-Zahlen genauer anzusehen. Der langjährige Bankenexperte von Standard & Poor’s, der inzwischen an der Rhein-Main-Hochschule in Wiesbaden lehrt, kommt (ausgehend von einem ausgewiesenen Gewinn vor Steuern von 20,2 Mio. Euro) zu dem Ergebnis, dass das bereinigte operative Ergebnis  vor Steuern auch 2017 erneut negativ ausgefallen ist und zwischen -13,0 Mio. Euro und -28,7 Mio. Euro lag (abhängig davon, wie hoch man die Risikovorsorge ansetzt und wie man das sonstige Ergebnis definiert). Lampe hingegen spricht von einem Konzernbilanzgewinn in Höhe von 15,0 Mio. Euro.