Kopie von: 27/02/18: Zins-Schlacht eskaliert, Noch mehr Brexit-Banker, Kim Hammonds, DWS

„Minus 5,0 Prozent“: Zins-Schlacht zwischen Check24 und Smava eskaliert

Der Wettlauf um den „günstigsten Kredit Deutschlands“ ist gestern vollends eskaliert. Nachdem Check24 am Sonntag mit einem Kredit über minus 1,5 Prozent auf den Markt gekommen war (wir berichteten exklusiv), konterte Smava gestern Mittag mit einem „Minus 3,0 Prozent Kredit“. Darauf senkte Check24 den Zinssatz auf 3,5 Prozent, bevor Smava am Abend nochmals nachlegte und für einen dreijährigen Kredit über 1000 Euro einen Zins von minus 5,0 Prozent aufrief (bevor wiederum Check24 um kurz vor Mitternacht mit ebenfalls 5,0 Prozent gleichzog, was man fast schon als Friedensangebot deuten kann). Heftige Kritik kam von Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er sprach von einem „reinen Marketinginstrument, um Daten und neue Kunden zu gewinnen.“ Letzten Endes erhielten wahrscheinlich „die den Kredit, die ihn eigentlich gar nicht brauchen“. Auch Capital-Redakteur Christian Kirchner verwies bei Twitter auf die Datenproblematik – und ätzte, demnächst gebe es „0,1 % Zinsbonus für den Upload des Facebook-Profils und 0,2 %, falls man den  Hausarzt von der Schweigepflicht entbindet“.

Handelsblatt, Pressemitteilung Smava

Deutsche Bank schickt DWS mit semi-ehrgeizigen Zielen an die Börse

Die Deutsche Bank hat gestern den offiziellen Startschuss für den Börsengang der DWS gegeben. Bleibt es an den Märkten einigermaßen ruhig, könnte der IPO (Erlösziel: 1,5 bis 2,0 Mrd. Euro für 25 Prozent der Anteile) in der vorletzten Märzwoche über die Bühne gehen. Wunderdinge dürfen Investoren nicht erwarten. So sollen die Nettozuflüsse um 3 bis 5 Prozent p.a. steigen (zuletzt: 2,3 Prozent), die Cost-Income-Ratio von derzeit 68 Prozent auf 65 Prozent sinken. Wo dann die Kursfantasie herkommen soll? „Business Week“ verweist auf das Beispiel des französischen Asset-Managers Amundi, der sich mit dem Kauf von Pioneer unter die globalen Top-10 katapultierte: „Genau so einen transformativen Deal braucht die DWS auch.“

Businessweek, Handelsblatt (Paywall), IPO-Ankündigung im Original

News

Ist dies das erste große deutsche Fintech, das halbwegs schwarze Zahlen schreibt? Ja, scheint so: Auxmoney bestätigt unsere Prognose von neulich (über 300 Mio. Umsatz, kräftiges Wachstum) und legt noch eins drauf. In Q3 und Q4 habe man jeweils Gewinn gemacht (und zwar, so deuten wir das jedenfalls, Gewinn im Sinne von „Überschuss“ und nicht im Sinne von „Ergebnis vor Marketingausgaben und sonstigen Aufwendungen“). FAZ, Seite 23

Kommen die ersten 250 Credit-Suisse-Brexit-Banker nun doch nach Frankfurt? Nachdem ursprünglich Dublin und Amsterdam  als Favoriten galten, soll es nun auf eine Entscheidung zwischen FFM und Madrid hinauslaufen (während Paris aus dem Rennen sei), schreiben die Kollegen von Bloomberg.

Wird die HSH jetzt doch aufgespalten? Naja, so ungefähr jedenfalls. Laut „Reuters“ könnten die faulen Kredite aus der Nordbank herausgelöst und in eine Zweckgesellschaft der Bieter (sprich: Cerberus und J.C. Flowers) ausgelagert werden. Wenn wir es richtig verstehen, dient die Operation u.a. dazu, der Kernbank die Aufnahme in die Haftungseinrichtung der privaten Banken zu ermöglichen. Reuters

Eine Personalie, die man nicht vermelden muss … aber kann: Die BNP Paribas verstärkt die Führung von Consors/DAB gleich mit drei Managern, darunter Ex-Comdirekt-Mann Sven Deglow. Fondsprofessionell

Hessische Sparkassen wehren sich gegen EZB-Rüffel für die Helaba … wobei wir uns auch gewundert hätten, wenn der gute Gerhard Grandke gesagt hätte, „die Aufsicht hat völlig Recht, wenn sie den von mir geführten Verwaltungsrat der Helaba mit seinen 36 Mitgliedern für aufgebläht hält, das hätte mir eigentlich auch selber auffallen können“.  Handelsblatt

Wir haben einen neuen Trick, wie wir PR-Berater von Fintechs glücklich machen, ohne uns selber zu viel Arbeit aufzuhalsen … und zwar sagen wir am Telefon einfach Sätze wie: „Uuuuuiiiiiii, eine neue elektronische Anleihenplattform, coole Sache. Könnte das nicht auch eine tolle Geschichte fürs ‚Handelsblatt‘ sein? Wir verlinken das dann einfach.“ Handelsblatt

Und wenn Sie nach Check24, Smava und Auxmoney auch noch Muße für eine weitere Notiz aus dem Segment „Konsumentenkredite“ haben … dann verweisen wir auf die „BÖZ“, die heute Morgen berichtet, dass die genossenschaftliche Teambank (sprich: „Easycredit“) ihren Ratenkredit-Bestand 2017 mal eben um bemerkenswerte 10 Prozent gesteigert hat.  Börsen-Zeitung

Lesetipps

Steht IT-Chefin Kim Hammonds bei der Deutschen Bank auf der Kippe? Das zumindest glauben die Kollegen von „Bilanz“ zu wissen. Bilanz

Über das „gestörte Verhältnis der Frankfurter zu den Banken“ … berichtet die „Welt“ (Paywall).

No Wyman, no cry: Wie das jüngst in der, nun ja, nicht ganz unumstrittenen Oliver-Wyman-Studie prognostizierte deutsche Bankensterben zu verhindern wäre. Der Bank-Blog 

 

Klickfavorit

… war gestern „Die Zins-Schlacht, Teil 1“. Finanz-Szene.de