Newsletter 12/10/17: Compeon-Scoop, Finleap, Deutsche-Bank-Blamage

Exklusiv: Achtstellige Finanzierung für Düsseldorfer Kreditvermittler Compeon

Der auf Firmenkunden spezialisierte Kreditvermittler Compeon steigt auf einen Schlag zu einem der bestfinanzierten deutschen B2B-Fintechs auf. Wie Geschäftsführer Frank Wüller im Interview mit „Finanz-Szene.de“ verriet, hat das 2012 gegründete Startup in seiner Serie-B-Runde erstaunliche 12 Mio. Euro eingesammelt. Mit dem Geld will Compeon nun die IT-Plattform ausbauen und neue Segmente wie die Absatzfinanzierung erschließen. Das in Düsseldorf beheimatete Finanz-Startup hat allein in diesem Jahr bereits Kredite in dreistelliger Millionenhöhe vermittelt. Dabei reichen die Volumina bis zu zehn Mio. Euro. Zum Portfolio zählen mehr als 200 Partnerbanken, darunter Schwergewichte wie die Hypo-Vereinsbank oder die Postbank. Im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“ verrät Wüller, wie er das „Interhyp-Prinzip“ großflächig auf das Firmenkundengeschäft übertragen will.

Finanz-Szene.de

News

Finleap zeigt die Muskeln: Der Fintech-Inkubator hat die Bafin-Lizenz für sein Insurtech Element erhalten. Auch wenn es in diesem Newsletter ja eigentlich nicht um Versicherungs-Themen geht, sind daran zumindest zwei Dinge bemerkenswert: 1.) Die Eigenkapitalforderungen der Aufseher (grobe Schätzung: 15 bis 20 Mio. Euro) scheinen für Finleap nicht wirklich eine Hürde darzustellen. Das zeigt, mit welcher Funding-Power die Berliner (die unter anderem hinter der Solarisbank und Elinvar stehen) unterwegs sind. Und 2.) Bei dem gewitzten jungen Mann, der mit größter Selbstverständlichkeit über solche Millioneninvestments entscheidet, denkt man immer noch, er hätte gerade erst Abi gemacht. Gründerszene

Yomo wächst und gedeiht (im Beta-Modus): Einer dieser kruden Blogs, die wie hier tagtäglich zum Wohle der Allgemeinheit durchstreifen, meldet, dass die Smartphone-Bank der Sparkassen ein paar neue, für die Generation Ypsilon offenbar lebenswichtige Basisfunktionen hinzugewonnen hat (u.a.: Push-Nachrichten und P2P-Payment). Fehlt eigentlich nur noch, dass Yomo denn dann endlich mal live geht. Mobilflip

Deutsche Bank bleibt auf Osram-Aktien sitzen: Eigentlich sollte man ja meinen, so eine kleine Rest-Aktien-Platzierung dürfte für eine der weltweit führenden Investmentbanken (ach nee, das ist ja vorbei …) kein Problem darstellen. Aber dann poppt plötzlich eine Pflichtveröffentlichung auf, wonach die DBank jetzt Glühbirnen im Wert von 200 Mio. Euro in den Büchern hat. Wer da nicht lacht, hat keinen Humor. Reuters

Deutsche Banken sagen zu allem „Nein“: … naja, nicht zu allem, wohl aber zum vermeintlichen Basel-III-Kompromiss und zu den abgeschwächten Plänen der EU-Kommission für eine einheitliche europäische Einlagensicherung. Handelsblatt (Paywall), Börsenzeitung (Paywall)

Lesetipps

Was (deutsche) Banken von Technologieunternehmen lernen können: Kein Tag in dieser Woche, an dem man nicht beim „Bank-Blog“ auf einen spannendes Beitrag trifft. Diesmal: Amir Fattah, Digitalchef der Berliner DKB Bank (bei der früher übrigens der gewitzte junge Mann von weiter oben ein- uns ausging), erklärt, wie Banken die Sache mit der digitalen Transformation hinbekommen. Der Bank-Blog

Was deutsche Banken von der Bawag lernen können: Heute beginnt der milliardenschwere IPO der österreichischen Großbank. Die „Financial Times“ nimmt dies zum Anlass, die höllenhundgestählte frühere österreichische Gewerkschaftsbank gleich mal zum Role Model für hiesige Institute zu erklären. Motto: Wie Cost Cutting richtig geht. Reuters (News), Financial Times (Paywall)

Der Sparkassen-Promi-CEO im Interview: Wir selber können ja nur Schmutzgeschichten. Wie gut, dass es alternativ das „IT-Finanzmagazin“ gibt. Denn dort erläutert Niklaus Santschi, Chef des Sparkassen-Acquirers BS Payone, die wahren Gründe, warum BS Payone gemeinsame Sache mit dem Fintech Blue Code (an dessen Hauptaktionär Santschi beteiligt ist) macht. IT-Finanzmagazin

Klickfavorit

… war gestern unser Stück über das Filial-Mysterium in der großen Filial-Studie der KfW. Das bisherige Leser-Feedback ist übrigens einhellig und lässt sich in zehn Wörtern zusammenfassen: Was die KfW da sagt, kann alles gar nicht stimmen. Wir selber sind uns da allerdings nicht so sicher. Was wir immerhin jetzt zu wissen glauben: Es existieren nicht nur die von uns veröffentlichten granularen Rohdaten, sondern es existieren irgendwo auch noch granularere Rohdaten der granularen Rohdaten. Die versuchen wir uns heute mal zu besorgen. Und dann sehen wir weiter.