Newsletter 24/08/17: Einlagensicherung, Stripe, Staats-Bitcoin

EU-Einlagensicherung wird deutsche Banken noch  7,8 Mrd. Euro kosten

Die europäische Einlagensicherung wird die deutschen Banken in den kommenden Jahren noch 7,8 Mrd. Euro kosten. Das zeigen exklusive Berechnungen von Barkow Consulting für die SZ und Finanz-Szene.de. Hintergrund ist eine entsprechende EU-Richtlinie, wonach die hiesigen Geldinstitute bis 2024 exakt 0,8 Prozent ihrer geschützten Einlagen (sprich: aller Ersparnisse bis 100.000 Euro je Kunde) in die gesetzlichen Schutzsysteme überführen sollen; im vergangenen Jahr waren bereits 1,1 Mrd. Euro geflossen. Die Barkow-Berechnungen, die auf kürzlich veröffentlichten Rohdaten der EU-Bankenbehörde EBA beruhen, zeigen auch, wie viel Geld auf europäische Ebene noch insgesamt fehlen. Es sind: rund 30 Mrd. Euro.

Süddeutsche

News

ING Diba peilt 10 Millionen Kunden an: Der neue Chef macht seinen Leuten gleich mal Beine. Binnen zwei Jahren soll die Kundenzahl um weitere 1,5 Millionen wachsen. Zudem kündigt Nick Jue eine „Steigerung der Effizienz“ an (was angesichts einer Cost-Income-Ratio von zuletzt 47 Prozent so klingt, als wolle der Papst katholisch werden). Handelsblatt, Süddeutsche, Börsenzeitung (Paid)

Wird die RestLB schon vor 2027 fertig? Die Bad Bank der ehemaligen WestLB hat ihr Portfolio im ersten Halbjahr um satte zehn Prozent auf 26,8 Mrd. Euro zurückgefahren. Womöglich kann die EEA ihre Arbeit eher beenden als geplant. Süddeutsche

Concardis übernimmt Cardtech komplett: Erst kürzlich war der Acquiring-Spezialist aus Eschborn  mit der Übernahme des Payment-Fintechs Ratepay auffällig geworden. Nun folgt die Kölner Firma Cardtech (an der Concardis freilich schon 70 Prozent hielt). Keine Frage: Die Finanzinvestoren Advent und Bain, denen Concardis seit Januar gehört, drücken ganz schön aufs Tempo. Finextra, Börsenzeitung (Paid)

Quirin wird doch noch erwachsen: Hieß es nicht vor geraumer Zeit mal, die Berliner Alternativ-Bank sei jetzt allen Ernstes profitabel? Und nun auch noch das: Quirin hat die Zwei-Mrd.-Euro-Grenze bei den Assets under Management geknackt (was ein ganz klein bisschen auch am Robo-Advisor Quirion liegt). Fondsprofessionell

Beyond Banking

Estland denkt über Initial Coin Offering nach: Der Baltenstaat überlegt zudem ernsthaft, eine Art staatliche Kryptowährung aufzulegen. Techcrunch, t3n

Lesenswert

Die Stripe-Story: Schon im März erzählte das „Manager Magazin“ die Geschichte zweier irischer Brüder, die im Silicon Valley ein (O-Ton) „Paypal für Geschäftskunden“ hochziehen. Zwischenzeitlich ist das US-Fintech auch in Deutschland gestartet – und seit gestern nun ist die hübsche MM-Story auch online verfügbar. Manager Magazin, Tagesspiegel (Archiv-Artikel zum offiziellen Deutschland-Start)

Tech allein reicht nicht: Vielen Finanz-Startups mangele es an Kundennähe und Vertrauen, analysiert Hansjörg Leichsenring im „Bank-Blog“. Der Bank-Blog 

Aus der Szene

Ehrlich gesagt: Bevor wir nicht den ersten Brexit-Banker auf der Zeil treffen, glauben wir in Sachen Brexit/Franfurt erstmal gar nichts (sorry, liebe FrankfurtMainFinance-Leute). Trotzdem wollen wir natürlich auch bei diesem Thema pflichtgetreu die Nachrichtenlage abbilden. Also:  Das „Handelsblatt“ merkt heute an, dass sich die wenigsten Brexit-Banken, die (angeblich) nach FFM kommen, auch schon entsprechende Flächen gesichert haben (konkret: Morgan Stanley im Omniturm, Goldman Sachs durch die Option, im Messeturm weitere Stockwerke zu beziehen). Die „Börsenzeitung“ berichtet derweil, dass es an frisch tapezierten Büros für die (angeblichen) Brexit-Banker in keinem Fall mangeln wird (konkret: neben dem Omnitum werden auch das One an der Messe, der Marienturm, The Spin und Winx bald fertig). Laut „Bloomberg“ überlegt die Bank of America derweil noch, ob sie ihre Londoner Händler nach Frankfurt oder vielleicht doch lieber nach Paris oder Dublin verfrachten soll. Handelsblatt (Paid), Börsenzeitung (Paid), Bloomberg

Ignoriert

Die Geschichte über das heimgeholte Silber (es war doch Silber?) der Bundesbank können Sie heute Morgen überall lesen – aber bitte nicht bei uns. Wenn Sie allerdings, warum auch immer, ein Notenbank-Fetischist sein sollten, dann haben wir als Link-Tipp für Sie … nein, kein Bange, keine Jackson-Hole-Janet-Yellen-Vermächtnis-Geschichte … sondern die lustige Story über den jüngsten Run auf die Aktien der (börsennotierten) Schweizerischen Nationalbank. Welt

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern (mit weitem Abstand und zur ganz großen Überraschung der Redaktion) das Stück über die Frage, was die dauerverlustmachenden Banker bei der deutschen UBS denn so verdienen. efinancialcareers