Kurz gebloggt: Übertüncht der Bauboom die strukturellen Probleme der Retailbanken?

Wer unsere gestrige Ausgabe gelesen hat, wird festgestellt haben, dass wir die Ertragsentwicklung der deutschen Retailbanken deutlich besser beurteilen als die Stategieberatung zeb das tut (wobei wir uns dabei frecherweise auch noch auf die Zahlen von zeb berufen).

Jedenfalls: Ulrich Hoyer, Chef der Praxisgruppe Retailbanking bei zeb, merkt dazu Folgendes an: Ja, auf den ersten Blick stimme unsere Betrachtung. Schaue man jedoch genauer hin, dann sehe man, dass es sich 1.) um stabile Erträge „auf niedrigem Niveau“ handele und dass diese Stabilität 2.) ein Ergebnis günstiger Umstände sei. Anders ausgedrückt: Seitens der Banken müssten viele Hausaufgaben erst noch gemacht werden. Hier, was Hoyer mit den „günstigen Umständen“ vor allem meint:

„Dass die Erträge seit 2013 einigermaßen stabil sind, ist mit einer positiven Entwicklung auf der Finanzierungsseite zu erklären. So wurden in der Baufinanzierung sowohl Volumina als auch Margen ausgeweitet – wodurch die Banken negative Effekte zumindest in Teilen kompensieren konnten. In der Bottom-Line-Betrachtung zahlt der historisch positive Verlauf der Risikokostenentwicklung ein. Dabei haben wir es mit strukturellen Verschiebungen zu tun: Der Ertragsrückgang auf der Einlagenseite hat nahezu alle Banken getroffen. Eine positive Entwicklung in der Immobilienfinanzierung hängt dagegen stark von regionalen Marktentwicklungen ab und führt daher zu einem Shift zwischen einzelnen Anbietern.“