Kurz gebloggt: Verkauft die Deka wirklich mehr Zertifikate als Fonds?

Von Christian Kirchner

Dürfen wir zu unserem Deka-Artikel von vergangener Woche (den inzwischen auf unserer Website übrigens schon mehr als 15.000 Menschen gelesen haben, schierer Wahnsinn) eine kleine Präzisierung hinterherschicken?

Die Deka selber, alle großen Zeitungen und wir selber hatten berichtet, der Fondsdienstleister der Sparkassen habe 2018 mehr Absatz mit Zertifikaten als mit Fonds gemacht. Doch ist dem wirklich so? Ja und Nein, denn: Die Deka weist für Fonds ihren Nettoabsatz aus (also unter Berücksichtigung der von Anleger zurückgegebenen Fondsanteile), für Zertifikate dagegen den Bruttoabsatz. Das heißt: Zertifikate, deren Laufzeit endete oder die vorzeitig getilgt wurden, werden nicht vom kommunizierten Absatz – 2018: 5,7 Mrd. Euro – abgezogen.

Eins zu eins vergleichbar sind der Fondsabsatz (5,6 Mrd. Euro netto) und der Zertifikateabsatz (5,7 Mrd. Euro brutto) also nicht. Sie sind aber dem Ertragscharakter angemessen, da bei Zertifikaten aus Sicht des Anbieters die Provision direkt beim Vertrieb (also durchaus: dem Bruttoabsatz) anfällt. Bei Fonds speist sich der Ertrag aus Sicht des Anbieters über viele Jahre aus dem Bestand, der sich um den Nettoabsatz im jeweiligen Jahr erhöht hat.

Wie viele Zertifikate hat aber die Deka tatsächlich netto verkauft?

Der Frage kann man sich nähern: Laut Marktanteilsstatistiken des Branchenverbands hat die Deka zwischen Ende 2017 und 2018 ihr in Zertifikate verwaltetes Volumen um 3 Mrd. Euro gesteigert. Da in diese Statistik auch Marktschwankungen eingehen und 2018 ein eher schwaches Kapitalmarktjahr war, dürfte der tatsächliche Netto-Neuabsatz an Zertifikaten (wird von der Deka nicht ausgewiesen) indessen bei etwas mehr als 3 Mrd. Euro gelegen haben. Selbst wenn also netto Anleger nicht ganz 5,7 Mrd. Euro neu in Zertifikate angelegt haben dürften – eine enorme Vertriebsleistung haben die Sparkassen mit Deka-Zertifikaten dennoch erbracht.

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