Kurz gebloggt: Was die 1 Mrd. Euro Einlagen von N26 zu bedeuten haben

Von Heinz-Roger Dohms

Eine hochinteressante Zahl, die sich letzte Woche in der PR-Mitteilung von N26 fand, hatten wir glatt übersehen: „Kunden halten derzeit über 1 Mrd. Euro auf N26-Konten“, stand da.

Wenn die Zahl stimmt, lässt sich schlussfolgern, dass angesichts von insgesamt 2,3 Mio. Kunden der durchschnittliche Giro-Kunde rund 400-550 Euro bei N26 deponiert haben dürfte. Zur Einordnung: Das wären 1.) deutlich höhere Einlagen, als sie per Februar 2018 der britische Rivale Monzo verzeichnete (knapp 150 Pfund). Vor allem aber wären es 2.) ähnlich hohe Depositen, wie N26 sie per Ende 2016 selbst hatte (im Schnitt gut 500 Euro*).

Klar, das ist immer noch sehr viel weniger Geld, als auf den Girokonten „normaler“ Banken liegt. Aber: Wenn der Durchschnittsbetrag bei N26 heute trotz Kontenexplosion ähnlich hoch ist wie Ende 2016 – dann wäre das ein Indiz, dass das irre quantitative Wachstum nicht zwingend zulasten der Kundenqualität gegangen ist.

*Auf die „gut 500 Euro“ kommen wir, wenn indem wir die Zahl der Kunden per Ende 2016 (seinerzeit waren es schätzungsweise rund 250.000) durch die „täglich fälligen Einlagen“ in Höhe von damals laut Abschluss 129 Mio. Euro teilen. Zu 100% wollen wir uns für diese Zahlen zwar nicht verbürgen, weil damals unserer Erinnerung nach gerade die Migration der N26-Kunden von Wirecard auf die Systeme von N26 selber im Gange war: Trotzdem: So ungefähr sollten die hier skizzierten Größenordnungen stimmen. (Hintergrund: Mangels Banklizenz brauchte die damalige Number26 in den Anfangsjahren eine Partnerbank – und das war die Wirecard Bank, eine Tochter des gleichnamigen Zahlungsdienstleisters).

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Kurz gebloggt: Kann es wirklich sein, dass N26 schon 2,3 Mio. Kunden hat?