Kurz gebloggt: Was hat es mit den 10 Mrd. Euro für die NordLB auf sich?

Wie Sie vielleicht erinnen, hatten wir uns letzte Woche verwundert gezeigt, dass im Zusammenhang mit einer etwaigen Abwicklung der NordLB urplötzlich immer von Kosten in Höhe von 10 Mrd. Euro die Rede ist – ohne das klar wird, wo diese Zahl eigentlich herkommt: Ein Leser, der im öffentlich-rechtlichen Bankensektor tief verwurzelt ist, aber (wir vermuten: genau deshalb) Ihnen gegenüber anonym bleiben möchte, hat sich hierzu ein paar Gedanken gemacht:

10 Mrd. Euro für die Abwicklung der NordLB? Schwer zu sagen, ob das realistisch gerechnet ist. Aber die Drohung der EZB, das Verbundprivileg bei den Geschäften im Sparkassen- und Landesbankensektor zu streichen, ist sicherlich sehr wirkungsvoll und würde die Institute viel Eigenkapital kosten, was nicht alle hinreichend haben werden.

Vielleicht sind diese Risiken in den o.a. Betrag eingerechnet, desgleichen eventuell Derivate-Positionen, Pensionsverpflichtungen, Verluste aus den nachrangigen Schuldverschreibungen der NordLB, die eventuell bei einer Restrukturierung voll in Anspruch genommen würden mit entsprechenden Ausfällen für die Gläubiger, und da sind sicherlich auch Sparkassen darunter. Hinzukommen Schockwellen aus Vertrauensverlusten für die gesamte Organisation mit Gefahr des Downgradings und einer Verteuerung der Refinanzierung.

Fazit: Der Betrag könnte also schon im realistischen Bereich liegen, aber Genaues weiß man nicht. Die Zahl ist schön plakativ und lässt sich eventuell auch politisch instrumentalisieren.

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