Liebe deutsche Fintech-Community, ist es das, wofür Ihr stehen wollt?

Von Heinz-Roger Dohms

Falls Sie es nicht mitbekommen haben: Das Frankfurter Hype-Fintech Savedroid, das jüngst mittels eines „Initial Coin Offerings“ 40 Mio. Euro eingeworben hat (also echtes Geld von echten Menschen), ist gestern sozusagen verschwunden. Die Homepage bestand nur noch aus dem Bild einer Zeichentrick-Figur (dazu der Text: „Aaand … It’s gone“), das Team war selbst für engste Vertraute nicht mehr zu erreichen, das Twitter-Profil des Chefs zeigte ebenjenen Chef offenbar an einem Flughafen, Daumen hochgereckt, darunter stand: „Thanks guys! Over and out …“

Seitdem sind grosso modo drei Thesen im Umlauf.  1.) Das Savedroid-Team hat sich mit den 40 Mio. Euro aus dem Staub gemacht. 2.) Savedroid ist gehackt worden (wobei: Warum war dann niemand zu erreichen? Gewaltverbrechen?). 3.) Das Ganze ist eine PR-Nummer.

Uns erscheint die dritte Variante nicht nur am harmlosesten, sondern auch am plausibelsten. Wobei, was heißt harmlos?  Denn: Savedroid war bis gestern der Vorzeige-Case von Crypto Germany, genoss zudem die explizite Unterstützung prominenter Teile der deutschen Fintech-Community. Was, wenn sich nun herausstellen sollte, dass diese Firma womöglich von Spätpubertierenden geführt wird, in die Tausende arglose Anleger 40 Mio. Euro investiert haben?