Newsletter 01/11/2017: Kommt „George“ nach Deutschland?, Fintech-Blues, Paydirekt

Exklusiv: Größte österreichische Bank erwägt Markteintritt in Deutschland

Die österreichische Großsparkasse „Erste Group“ spielt nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ einen Markteintritt in Deutschland durch. Als Vehikel für diesen Schritt könnte das Multibanking-Tool „George“ dienen, das in der Alpenrepublik bereits von weit mehr als einer Million Menschen genutzt wird – und das die „Erste Group“ über Tochterinstitute auch schon in Tschechien, der Slowakei und demnächst Rumänien anbietet. „An uns sind einige deutsche Banken herangetreten, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der Einführung von ‚George‘ in den deutschen Markt auszuloten. Uns freut dieses Interesse und wir evaluieren alle Optionen für eine mögliche Erweiterung der ‚George‘-Plattform in neue Märkte“, bestätigte ein Sprecher der „Ersten Group“ auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“. Lesen Sie hier die Hintergründe:

Finanz-Szene.de

Analyse

Was Paydirekt der Wirecard-Deal bringt: Der bankeneigene Paypal-Klon sieht im Bündnis mit dem Münchner Payment Service Provider Wirecard „einen weiteren wichtigen Schritt im Ausbau unseres Händlerportfolios“. Branchenexperte Jochen Siegert schreibt bei „Finanz-Szene.de“, weshalb sich Paydirekt stattdessen besser auf den eigenständigen Vertrieb konzentrieren sollte. Finanz-Szene.de

News

Erkaltet die Liebe für FFM schon wieder? So ist das im Zeitalter der 140 Zeichen: Nachdem Goldman-Chef Lloyd Blankfein kürzlich noch seine Zuneigung für die Finanzmetropole Frankfurt zwitscherte, lässt er nun – ebenfalls bei Twitter – durchblicken, dass sein Herz ja eigentlich doch irgendwie eher für den Standort London schlägt. Dazu passt, dass die UBS plötzlich nur noch 250 Investmentbanker aus der britischen Hauptstadt abziehen will (statt 1000, wie es bislang hieß). Und ob diese 250 dann tatsächlich nach FFM kommen, ist ja auch noch nicht gesagt (Amsterdam und Madrid gelten als denkbare Alternativen). Kann es sein, dass wir unsere Freunde von Frankfurt MainFinance demnächst mal  ganz feste in den Arm nehmen müssen? Financial Times (Paywall)

Deutschlands erfolgreichster Landesbank fehlen die Leute für ein essentielles IT-Projekt: Die Helaba hat die im Frühjahr mit markigen Worten angekündigte Erneuerung ihres Kernbanksystems auf Eis gelegt (das alte System habe „unwiderruflich das Ende seines Lebenszyklus erreicht“, hatte Vorstand Grüntker damals gemeint). Glaubt man den in solchen Sachen ja sehr glaubwürdigen Kollegen der „Börsenzeitung“, dann hat der plötzliche Stopp allerdings nichts mit dem Systemanbieter zu tun, der in diesem Fall SAP heißt. Sondern damit, dass der Helaba offenbar schlicht die personellen Ressourcen ausgegangen sind (weil, oha, es auch noch 2-3 andere IT-Sachen in der Bank zu erledigen gibt). Börsenzeitung (Print vom Montag)

27 Prozent aller Ratenkredite hierzulande werden online abgeschlossen: … zeigt eine GfK-Studie im Auftrag des Bankenfachverbandes. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es laut der identischen Umfrage erst 21 Prozent. Studie (PDF)

Huch, ein profitables Fintech: Die in Estland beheimatete, aber vor allem am deutschen Markt aktive Lending-Plattform Bondora schreibt nach eigenen Angaben bereits schwarze Zahlen (und zwar auf Sechs-Monats-Basis). Wenn das wirklich stimmt, müssen die Balten ihre Kosten gut im Griff haben. Denn über Bondora wurden bislang gerade einmal gut 100 Mio. Euro verliehen. Zum Vergleich: Der deutsche Marktführer Auxmoney (der allerdings auch ein paar Jährchen älter ist) kommt schon auf das Fünffache. Gründerszene

Beyond .de

BNP Paribas mit Deutsche-Bank-Symptomen: Der Anleihehandel ist zwischen Juli und September um 26 Prozent eingebrochen (gemessen am Vorjahresquartal). Anleger reagierten gestern entsprechend – und schickten die Aktie der französischen Großbank deutlich ins Minus. Reuters

Neue Nahrung für die Bitcoin-Blase: Die altehrwürdige Chicago Mercantile Exchange will einen Terminkontrakt auf die Krypto-Währung auflegen. Der Bitcoin-Kurs tat danach, was er ohnehin immer tut – er stieg, und zwar erstmals auf mehr als 6400 Dollar. Bloomberg

Fintech-Blues in Rütli-Land: Kann es sein, dass einem Finanz-Startup nichts Schlimmeres passieren kann, als ein „Schweizer Vorzeige-Fintech“ zu sein? Uns scheint es jedenfalls so. Denn nachdem neulich schon das „Schweizer Vorzeige-Fintech“ Knip schlappmachte, steckt nun offenbar auch das „Schweizer Vorzeige-Fintech“ Monetas in Schwierigkeiten. Dazu passt eine weitere Meldung, die uns dieser Tage aus Helvetien erreicht: Die regierungsamtlichen Pläne, den (angeblich) größten Fintech-Hub der Welt zur Gründung einer Schweizer Dependance zu bewegen, haben sich allem Anschein nach erledigt. Finews.ch (Monetas), Finews.ch (Fintech-Hub)

Lesetipps

Da ist nix mit Copy & Paste: Das „Handelsblatt“ beschreibt heute Morgen unter anderem am Beispiel der Deutschen Bank, welch irren Aufwand der Brexit für die IT-Abteilungen großer Geldhäuser mit sich bringt. Handelsblatt (ePaper, bezahlpflichtig)

Mehr als nur hübsch? Das Hamburger Finanz-Startup Salesheads ist nun mit einem Fondsanalyse-Tool namens „Captalinside“ live. Wenn wir es richtig verstehen, läuft das Ganze auf eine Mischung aus „hübsch gemachter Vertriebsplattform“ und „Morningstar für Jedermann“ hinaus. Ist das wirklich eine „Neuerfindung der Fondsanalyse“ mit „Amazon-Machine-Learning-Ansatz“, wie die Kollegen von „Fondsprofessionell“ schreiben? Gehen wir einfach mal gutgläubig davon aus. Denn wo Fintech drauftsteht, ist gaaaaanz sicher immer auch Fintech drin. Fondsprofessionell, Hamburg Startups

Klickfavorit

… war am Freitag unser Scoop über die neuen Funding-Pläne der Solarisbank. Finanz-Szene.de