Newsletter 13/09/17: Steigt ING Diba bei Scalable ein?, Ärger für die Commerzbank

Steigt die ING Diba bei Scalable Capital ein?

Wenn stimmt, was der „Platow-Brief“ gestern Abend per Vorabmeldung rumgeschickt haben soll (wir selbst haben es, ehrlich gesagt, nur der „Börsenzeitung“ entnommen) – dann wäre es ein Paukenschlag: Die ING Diba steigt angeblich beim größten deutschen Robo-Advisor Scalable Capital ein. So steht es jedenfalls heute Früh unter Verweis auf „Platow“ in der BÖZ, die zudem schreibt: „Auf Nachfrage wollten sich beide Unternehmen nicht zu dem Bericht äußern“ – eigentlich ein Indiz, dass die Sache stimmt. Wir selbst haben gestern um kurz vor Mitternacht weder bei Scalable noch bei der ING jemanden erreicht (unprofessionell!). Börsenzeitung (Paywall)

Hedge-Fonds mischt Commerzbank auf

Es ist zwar erst mal nur ein symbolischer Angriff – aber der hat es in sich: Der UK-Fonds Petrus Advisers, der nach eigenen Angaben rund ein Prozent an der Comdirect hält, fordert von der Commerzbank, den Vorstand der Online-Tochter umzubesetzen. Konkret: Manager mit Commerzbank-Geruch sollen das Gremium (zumindest teilweise) verlassen und durch externe Manager ersetzt werden. Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, wirft der Investor der Commerzbank „Ideenlosigkeit“ im Umgang mit der Tochter vor. Die Cost-Income-Ratio sei zu hoch, was auch daran liege, dass die Comdirect (überteuerte) Dienstleistungen bei der Commerzbank einkaufe. Handelsblatt (Paywall)

News

BGH urteilt erneut gegen Banken: Der Bundesgerichtshof scheint seine Linie gefunden zu haben: Gebühren sind nur dann zulässig, wenn sie sich an den tatsächlichen Kosten orientieren (was im konkreten Fall der Sparkasse Freiburg offenbar nicht der Fall war). Keine guten Nachrichten für Banken, die die schwindenden Zinserträge durch höhere Provisionseinnahmen kompensieren wollen. Handelsblatt

Consorsbank gewinnt 17.000 Kunden in sechs Wochen: Mit seinem Tagesgeld-Lockangebot von 1,0 Prozent hat der Nürnberger Online-Broker seit Ende Juli rund 320 Mio. Euro eingesammelt. Um das Geld gehe es der BNP-Paribas-Tochter aber nicht, erläutert die „Frankfurter Allgemeine“ – sondern allein um die Gewinnung von Neukunden. FAZ, Seite 27

Sparkassen expandieren gegen Niedrigzins an: Die öffentlich-rechtlichen Institute haben im ersten Halbjahr Kredite an KMUs in Höhe von 41 Mrd. Euro vergeben – neuer Rekord. Der Bestand wuchs um 2,4 Prozent auf gut 387 Mrd. Euro. Ob das reicht, um die bröckelnden Margen wettzumachen? Wirtschaftswoche

Konkurrenz provoziert die Deutsche Bank: Der nächste direkte Konkurrent stuft die Aktie des größten hiesigen Geldhauses signifikant  herab. Laut Société Générale wäre das Papier erst bei 10,50 Euro fair bewertet (Kurs gestern Abend: 14,20 Euro). Aktiencheck, Chart

… und noch was für Basel-Fetischisten: Laut Bundesbank haben die deutschen Geldhäuser ihre Risikoaktiva seit Juni 2011 um 37,4 Prozent reduziert und ihr hartes Kernkapital um 36,1 Prozent heraufgefahren. Macht eine durchschnittliche Tier-One-Dingens-Quote von aktuell 12,7 Prozent (Großbanken) bzw. 15,7 Prozent (Kleinbanken). Kurzum: Basel III kann kommen. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

Wundersame Erholung italienischer Banken? Laut „Financial Times“ ist der Anteil fauler Kredite (gemessen am Darlehensbestand der italienischen Geldinstitute) binnen eines Monats um zehn Prozent gesunken. Markus Krall twitterte uns zwar gestern Abend noch, dass die aggregierten Zahlen „leider nicht stimmen“. Aber mal angenommen, sie stimmen wenigstens der groben Tendenz nach – dann wäre es ja trotzdem eine gute Nachricht. Financial Times (Paywall), Krall-Tweet

Goldman investiert 100 Mio. Pfund in britisches Fintech: Bei dem Auserwählten handelt es sich um Neyber, ein Londoner Startup, das Konsumentenkredite vergibt, die aus den Lohnzahlungen der Darlehensnehmer abgestottert werden (bevor nachher Leserbriefe kommen: Die 100 Mio. Pfund beinhalten sowohl Equity als auch Debt, wir kennen den Unterschied und verwechseln da nichts). Financial Times (Paywall)

JP-Morgan-Chef nennt Bitcoins „ein Betrugssystem“: Der Boom des Digitalgelds sei schlimmer als die Tulpen-Blase, sagt Jamie Dimon. Und behauptet: „Wenn wir einen Trader hätten, der Bitcoins handelt, würde ich ihn umgehend feuern.“ Financial Times (Paywall) , CNBC

Der nächste prominente US-Fintech-CEO tritt zurück: Bei Lending Club waren es im vergangenen Jahr unsaubere Geschäftspraktiken, bei SoFi (ebenfalls ein Marketplace-Lender mit Milliardenbewertung) geht’s nun unter anderem um den Vorwurf sexueller Belästigung. Forbes 

Karriere

Warum Goldman in Frankfurt vor allem uncoole Jobs schafft: Im Zuge des Brexits soll sich die Zahl der Goldmänner in der Main-Metropole (angeblich) verdrei- bis vervierfachen. Doof allerdings: Wie der Frankfurter Bankenprofessor Hellmich ziemlich einleuchtend erklärt, dürfte es sich dabei vor allem um Posten im Middle- und Back-Office handeln. efinancialcareers

Lesetipp

Banking auf Zuruf: Nachdem wir gestern exklusiv berichteten, dass die Sparkassen mit Hochdruck an der Einführung von Alexa arbeiten, nehmen unsere Freunde vom „Handelsblatt“ den Ball heute kongenialerweise auf. Stoßrichtung des Artikels: Welche Finanzdienstleister setzen sonst noch auf Sprachassistenz? Und wie verändert sich dadurch das Bankgeschäft? Handelsblatt (Paywall)

Geldschöpfer gegen Geldschöpfer: Der FT-Alphaville-Blog hat sich ein paar Gedanken zur Auseinandersetzung zwischen Jamie Dimon und den Bitcoinianern (siehe oben) gemacht. FT Alphaville (nicht bezahl-, wohl aber anmeldepflichtig)

Aus der Szene

Unsere Jungs bei Maschmeyer: Nimmt an der neuen Staffel von „Die Höhle des Löwen“ eigentlich auch ein Finanz-Startup teil? Ja: Teamwallet nennt sich die Firma, die sich (wenn wir es richtig verstanden haben) die Fintechisierung der guten, alten Mannschaftskasse vorgenommen hat. Klingt zwar nicht gerade next-big-thing-verdächtig. Aber so schlecht ist es gestern Abend für die Jungs gar nicht gelaufen. Hier der Spielbericht: Focus

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die Sparkassen und Alexa. Finanz-Szene.de