Newsletter 15/09/07: Deutsche Bank, „Neue Finanz-Community“, Wurstsemmel-Banker

Reportage: Die neue deutsche Finanz-Community

Twitter vs. Fressgass, Jeans vs. Dreiteiler, Startup vs. Platzhirsch – sind solche Unterscheidungen eigentlich noch zielführend? Oder ist das alles nicht doch eher Klischee? Unsere These lautet: Die Fintech-Community und die Banking-Community sind sich viel ähnlicher, als es scheint. Beziehungsweise: Vielleicht entsteht da draußen sogar gerade eine neue Finanz-Community – eine, der Fintech-Entrepreneure (abzgl. der Radikal-Turnschuh-Fraktion) und Frankfurt-Banker (abzgl. der Radikal-Goldknöpfchen-Fraktion) gleichermaßen angehören. Glauben Sie nicht? Dann lesen Sie doch übers Wochenende mal in Ruhe unsere Reportage „Fleisch vom Fleische“. Der Text erschien kürzlich im „International Bankers Forum“. Mit freundlicher Genehmigung der Kollegen dürfen wir das Stück nun zweitverwerten.

Finanz-Szene.de

News

Ist Kengeter trotzdem bald weg? „Wir gehen nicht davon aus, dass er noch lange im Amt bleibt“, zitiert die SZ einen Deutsche-Börse-Großaktionär. Auch das „Handelsblatt“ konstatiert: Der Unmut unter Investoren und Mitarbeitern wächst. Süddeutsche, Handelsblatt (Paywall)

Deutsche Bank lädt Assets bei Ibero-Banken ab: Letzte Woche wurde bekannt, dass die BBVA die Spanien-Tochter der Frankfurter Großbank übernehmen will. Nun berichtet „Reuters“, dass sich Santander und ein portugiesisches Institut um Assets der Deutschen Bank in Polen balgen. Reuters

Frankfurter Personalien: Tanja Birkholz, langjährige Investor-Relations-Chefin der Commerzbank, hat als Partnerin im Financial-Services-Team von Oliver Wyman angedockt; der Investmentbanker Helmut Kaschenz wechselt innerhalb nach 19 Jahren bei Morgan Stanley zur Frankfurter BNP-Paribas-Dependance. Finanz-Szene.de, efinancialcareers 

Exklusiv

Fino wandelt sich zum Mini-Inkubator: Das für seinen Kontowechsel-Service bekannte Finanz-Startup Fino bläst zum Angriff auf den Berliner Fintech-Inkubator Finleap. Wie Gründer Florian Christ gegenüber Finanz-Szene.de bestätigte, hat Fino kürzlich eine Gesellschaft namens Fino Create GmbH gegründet. Sie soll wie eine „Produktfabrik“ funktionieren, aus der zukünftig möglichst viele neue Fintechs hervorgehen sollen. Nicht nur strukturell, sondern auch inhatlich begibt sich Fino dabei in direkte Konkurrenz zu diversen Finleap-Startups.“Ich will gar nicht bestreiten, dass wir bei gewissen Themen im Wettbewerb zueinander stehen“, sagt Christ. Das komplette Interview lesen Sie hier: Finanz-Szene.de

Lesetipps

Was die Aktionäre am Deutsche-Bank-Chef stört: Die Mängelliste reiche von fehlenden Visionen bis hin zu viel zu hohen EDV-Kosten, schreibt SZ-Redakteurin Meike Schreiber. Süddeutsche

So funktioniert die Liaison zwischen ING und Scalable: Die Kooperation läuft darauf hinaus, dass die Direktbank den Service des Münchner Robo-Advisors komplett bei sich integriert. Das Ziel: Binnen eines Jahres sollen die „Assets under Management“ die Ein-Milliarden-Euro Grenze durchbrechen. Handelsblatt, Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

Eine der weltgrößten Krypto-Börse macht dicht: Die Betreiber von BTC China begründen ihren Rückzug mit dem wachsenden Druck durch die chinesischen Behörden. Als Reaktion auf die Ankündigung sacken weltweit die Bitcoin-Kurse ab. Handelszeitung

Brüssel will Finanzaufsicht zentralisieren:  Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die nationalen Aufsichtsbehörden künftig europaweit einheitliche Regeln befolgen (sobald die Briten raus sind, könnte dieser Plan sogar realisierbar sein). Handelsblatt

Ignoriert

Die Investitionsbank Berlin prognostiziert, dass in der Hauptstadt 40.000 Fintech-Jobs entstehen werden. Nicht nur, dass wir die Zahl für krass zu hoch halten: Im März war die IBB mit exakt der gleichen Prognose schon einmal hausieren gegangen. 

Klickfavorit

… war gestern unser Stück über die mauen Gehälter bei den deutschen Landesbanken. efinancialcareers

Back-End

Einen, liebe Leserinnen und Leser, haben wir dann doch noch: Vor sechs Jahren ging durch Österreichs Medien die Geschichte von einem Banker, der Heinz-Christian Strache, den damaligen und heutigen Chef der rechtspopulistischen FPÖ, mit einer Wurstsemmel beworfen hatte. Wenn stimmt, was erzählt wird – dann handelt es sich beim „Wurstsemmel-Banker“ um jemanden, der dieser Tage in der deutschen Finanzbranche (und auch bei Finanz-Szene.de) von sich reden gemacht hat. Viel Spaß beim Rätselraten!

Schönes Wochenende,

Heinz-Roger Dohms