Newsletter 16/01/18: Großer Gehalts-Report, Warburg, Comdirect als Karrierekiller?

Gehalts-Report, Teil II: Welche deutschen Banken immer noch Millionen-Gehälter zahlen

Welche deutschen Banken zahlen am besten? Wie viel verdienen die Vorstände, wie viel die sonstigen Risikoträger? Und bei welchen Häusern stehen Gehaltsniveau und Geschäftserfolg in einem gesunden Verhältnis zueinander – wo hingegen wird gut kassiert, aber schlecht gewirtschaftet? Diese und andere Fragen zur Vergütungsstruktur in der deutschen Bankenbranche soll der große „Gehalts-Report“ von „Finanz-Szene.de“ beantworten. Nachdem wir vergangene Woche bereits die heimlichen Millionengehälter bei der Hamburger Sparkasse offengelegt haben, folgt heute „Teil II“ unserer Untersuchung. Thema: Wo sonst in der Szene wird immer noch siebenstellig entlohnt? Um dies herauszufinden, hat „Finanz-Szene.de“ die Geschäfts- und Vergütungsberichte von 30 deutschen Banken untersucht, darunter die 25 mit den höchsten Bilanzsummen. Dabei haben wir insgesamt gut 400 Einkommens-Millionäre identifiziert. Leser Sie hier die Ergebnisse im Detail:

Finanz-Szene.de

News

HSH-Eigner verhandeln exklusiv mit Cerberus/Flowers: Das zumindest berichten die in Sachen HSH Nordbank meist gut informierten Kollegen von „Reuters“. Ende letzter Woche war bekannt geworden, dass das Konsortium aus den beiden US-Finanzinvestoren mehr als 700 Mio. Euro für die Landesbank bietet. Flowers hält bereits 5% an der HSH, Cerberus besitzt Anteile an der DBank und der Coba. Reuters

Kommt’s für M.M. Warburg jetzt ganz dicke? Wie die „Süddeutsche Zeitung“, „NDR“ und WDR berichten, hat das Bundesfinanzministerium den Hamburger Fiskus angewiesen, in Sachen Dividendentricks gegen die Privatbank vorzugehen. Demnach befürchtete der Bund, das ansonsten Ansprüche von bis zu 190 Mio. Euro hätten verjähren können. Süddeutsche

Firmen fragen wieder mehr Kredite nach: Laut dem entsprechenden KfW-Barometer ist das Neugeschäft in Q3 2017 um 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. Und noch eine gute Nachricht für die Banken: Die durchschnittliche Marge – hat Barkow errechnet – lag zuletzt immerhin wieder bei 1,90 Prozent und damit so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Handelsblatt (Paywall), Barkow Consulting (Grafik)

BdB entdeckt versteckte Finanzmetropole: Der Bundesverband deutscher Banken will seine Präsenz in Frankfurt „deutlich ausbauen“. Das hat Geschäftsführer Krautscheid gestern beim BdB-Neujahrempfang in (sic!) Frankfurt betont. Als Begründung führte er (hübsche Argumentation …) den Brexit an.  Dabei gibt es Menschen in der Branche, die sagen, dass Frankfurt auch schon vorher zu den wichtigeren deutschen Finanzzentren gehört habe. Hat sich vermutlich nicht bis Berlin rumgesprochen. Dow Jones

EZB giftet gegen Sparkassen: Die europäische Notenbank – bzw.: deren Volkswirte, die gottlob nicht Besseres zu tun haben – werfen den öffentlich-rechtlichen Instituten vor, dass diese demjenigen Bundesland, in dem sie ihren Sitz haben, immer dann besonders viel Geld leihen, wenn dort gerade die Regierung gewechselt hat (um sich im Gegenzug politische Gewogenheit zu erkaufen?). „Harter Vorwurf, dünne Daten“, kommentiert das „Handelsblatt“. Süddeutsche, HB (Paywall)

Exklusiv – Finreach gewinnt Postbank als Kunden: Das zur Finleap-Familie gehörende Berliner B2B-Fintech wickelt in Zukunft die Kontowechsel für die Postbank ab. “Dass uns eine weitere große Bank ihr Vertrauen schenkt, freut uns sehr“, sagte Geschäftsführer Sascha Dewald gegenüber „Finanz-Szene.de“ . Finreach hat nach eigenen Angaben schon mehr als 500 Kunden, darunter die Deutsche Bank, die DKB sowie zahlreiche Sparkassen und Volksbanken. 

Aus der Szene

Oha, die mittlerweile sechs Jungs und zwei Mädels vom „Paymentandbanking“-Blog fahren ganz schön schwere Geschütze gegen die eigene Szene (sprich: gegen die Fintech-Szene) auf und bezeichnen ihre “Fintech des Jahres”-Auszeichnung als „den ersten deutschen FinTech Award, welcher ausschließlich verliehen wird und nicht über ‚Sponsoring‘ gekauft werden kann, wie viele andere Awards, die in den letzten Jahren inflationär erfunden wurden“. Sind die „Piep, piep, piep  – wir haben uns alles lieb“-Zeiten unter den deutschen Fintechs vorbei? Wäre fast zu schön, um wahr zu sein. (nebenbei bemerkt: Wenn der „Paymentandbanking“-Blog so weitermacht wie zuletzt, hat er bald mehr Mitarbeiter als die „New York Times“. Da kann man als übermüdeter Einzelkämpfer ja fast Angst kriegen, zumal, falls sich hinter „Arnulf“ wirklich Arnulf Keese verbergen sollte und nicht, sagen wir, Arnulf Baring.) PAB

Lesetipps

Sewing und Schenck für umme: Falls Sie kein Handelsblatt-Abonnent sind, das jüngste Handelsblatt-Interview mit den beiden Deutsche-Bank-Vizes aber trotzdem nachlesen wollen, dann gehen Sie doch einfach auf die DBank-Website. Denn da kriegen Sie es – warum auch immer – umsonst. Deutsche Bank

Wo ist die Ratio hinter Savedroids ICO? Aus gegebenem Anlass (das Frankfurter Hype-Fintech hat am Wochenende den Pre-Sale seines Krypto-IPOs erfolgreich hinter sich gebracht) wollen wir auf einen Aufsatz verweisen (sagt man heutzutage eigentlich noch „Aufsatz“?), den unser Lieblings-Blogger Leopold Bosankic kürzlich zu den ICOs von Savedroid und anderen deutschen Startups verfasst hat. Darin stellt Bosankic ein paar vielleicht nicht ganz unberechtigte Fragen. Zum Beispiel: Sind die „Token“ wirklich ein inhärenter Bestandteil der Geschäftsmodelle von Savedroid & Co. (mithin: Braucht es die „Token“ überhaupt)? Oder wurden die Geschäftsmodelle nicht vielmehr so zurechtgebogen, dass beim Publikum der Eindruck entsteht, die „Token“ seien ein inhärenter Bestandteil? leobosankic.com

Auch sehr intensiv mit dem Savedroid-ICO … hat sich der ebenfalls fast immer lesenswerte Tobias Baumgarten beschäftigt. Sein Urteil fällt deutlich positiver aus, wobei wir ihm einfach mal gutgläubig abnehmen, dass das nichts damit zu tun hat, dass er als „Social Media Supporter“ irgendwie von dem ICO zu profitieren scheint (wie er am Ende seines Artikels offenlegt). About Fintech

Sind manche Payment-Fintechs ein Einfallstor für Kriminelle? Die Ansicht vertritt zumindest die ebenso großartige wie notorisch Finanz-Startup-skeptische Izabella Kaminska von FT Alphaville (nicht bezahl-, wohl aber anmeldepflichtig)

Karriere

Wenn die Comdirect zur Sackgasse wird … Sehr hübsche Beobachtung der Kollegen von der FAZ: Die Zeiten, in denen der Quickborner Online-Broker das natürlich Sprungbrett in die Commerzbank-Führung war, seien ganz offensichtlich vorbei, wie der Abgang von CMO Sven Deglow zeige. Ebenfalls in diese Liste gehörten Thorsten Reitmeyer (Berg, Lund @ Company), Martina Palte (geht zur Volksbank Berlin) und Holger Hohrein (inzwischen Deposit Solutions). FAZ (Print von Montag), Fondsprofessionell

Welche vier Deutschen es unter die 144 neuen MDs von Morgan Stanley geschafft haben … wissen wie immer die Megainsider von efinancialcareers

That’s not news

Weil wir samstags, sonntags und montags nicht erscheinen (und auch nicht vorhaben, das künftig zu tun) finden Sie nun immer im Dienstags-Newsletter einen kurzen Rückblick auf das, was Sie vermutlich gar nicht verpasst haben, weil Sie ja auch andere Medien nutzen. Aber sei’s drum.

  • Deutsche Bank will wesentlich weniger Brexit-Jobs nach Frankfurt verlegen als angenommen bzw. von vielen erhofft (Handelsblatt)
  • Die ING Diba, die Comdirect und die Consorsbank haben offenbar Probleme mit der Umsetzung von Mifid II (Welt am Sonntag)
  • Die NordLB will ihre Vermögensverwaltung verkaufen. Als Favorit gilt M.M. Warburg (Wirtschaftswoche)
  • Die deutsche Santander ist mit zehn Prozent beim Hamburger Payment-Fintech Payever eingesteigen (Deutsche Startups)

Klickfavorit

… waren am Freitag unsere „sieben Fragen an Smava“. Finanz-Szene.de