Newsletter 17/01/18: Friendsurance & Deutsche Bank, Bitcoin-Crash, Gehaltstabelle

„Multi-Finance“ statt Multibanking: Deutsche Bank kündigt digitalen Versicherungsordner an

Hieß es nicht immer, die große Vision von Deutsche-Bank-Digital-Vordenker Markus Pertlwieser sei die Multibanking-Plattform? Nun, in Zukunft spricht man wohl besser von „Multi-Finance“-Plattform. Denn wie die DBank gestern bekanntgab, will sie ab Mitte dieses Jahres den digitalen Versicherungsordner des Vorzeige-Insurtechs Friendsurance in ihr Online-Angebot integrieren. Wenn wir die Konstruktion richtig verstehen, geht es um eine Whitelabel-Lösung – anders als beispielsweise bei der ING Diba, die ihre Kunden zum Insurtech Clark weiterreicht. Für den Kunden läuft’s freilich auf das gleiche hinaus: Er soll sich künftig in sein Online-Banking (respektive: in seine Banking-App) einloggen, um dort neue Versicherungen abzuschließen und bestehende zu verwalten. Allfinanz im Fintech-Zeitalter, wenn man so will. Mal sehen, ob’s funktioniert.

Pressemitteilung, Handelsblatt (Paywall), Versicherungsbote

Beyond Banking

Gibt’s den Bitcoin heute morgen noch? Als wir irgendwann diese Nacht den Deckel draufgemacht haben, lag die Krypto-Währung an der New Yorker Börse bereits mit rund 25 Prozent im Minus.  Der Klick auf den Bloomberg-Link wird Ihnen sagen, ob es dabei geblieben ist. Bloomberg

News

Vielleicht sollte die Deutsche Bank ihre Asset-Management-Sparte vor dem IPO in „Kaldemorgen AM“ umbenennen (statt in DWS) … denn: Anleger haben in den nach dem sog. Starmanager benannten „Deutsche Concept Kaldemorgen“ im vergangenen Jahr stolze 2,3 Mrd. Euro investiert – übrigens trotz enttäuschender Performance. Damit verwaltet der „neue“ Kaldemorgen-Fonds knapp sieben Jahre nach seiner Auflage nunmehr  7,5 Mrd. Euro und damit fast exakt genauso viel Geld wie der „alte“ (sprich: der Deutsche Vermögensbildung I). Bloomberg, Fondsprofessionell

„Die Bitcoin-Regulierung ist nur eine Frage der Zeit“: So sieht das jedenfalls Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling (und er ist mit dieser Ansicht sicher nicht der einzige, siehe oben …). Spiegel Online

Jetzt auch noch der Ahorn-Libor? Ein US-Pensionsfonds wirft mehreren großen Geldhäusern vor, jahrelang den kanadischen Referenzzins manipuliert zu haben. Unter den Beschuldigten: die Deutsche Bank. Reuters

Mmmmhhhhh: Die Marge im Geschäft mit Unternehmenskrediten sei auf 1,9 Prozent gestiegen, meldeten wir gestern – in Wirklichkeit handelte es sich jedoch um die Kreditkosten. Und auch bei der Kurznachricht zu den Mifid-II-Problemen waren wir nicht in Topform, liegen die Probleme doch weniger bei den Banken als bei den Emittenten.  Sorry.

Beyond .de

18,3 Milliarden Dollar Minus: … hat die Citigroup dank der Trump’schen Steuerreform im vierten Quartal verbucht. Wirtschaftswoche

Lesetipps

Tabelle zu den 409 Einkommens-Millionären: Auf vielfachen Leserwunsch hin haben wir den gestern veröffentlichten zweiten Teil unseres „Gehalts-Reports“ auch noch mal grafisch aufbereitet (naja, was heißt „grafisch aufbereitet“ … – wir haben die Excel-Tabelle, die wir ohnehin angefertigt  hatten, einfach zu WordPress rübergeworfen und um ein paar erläuternde Fußnoten ergänzt). Finanz-Szene.de

Hä, es gibt mehr als SAP und Fiducia? Die mit Unmengen überschüssiger Arbeitszeit gesegneten Kollegen vom „Paymentandbanking“-Blog haben ihre Übersicht über die Kernbanksysteme im deutschen Bankenmarkt aktualisiert. Jede Wette: Das wird der meistgeklickte Link heute: PAB 

Schöne Initiative des Kollegen Hansjörg Leichsenring vom Bank-Blog: Er lässt, flankiert von einer nun wirklich mal handverlesenen Jury, das „Finanzwort des Jahres 2017“ suchen. Wenn Sie sich mit Vorschlägen einbringen wollen, dann sehen Sie hier, was Sie tun müssen: Der Bank-Blog

Aus der Szene

Alles auf Paydirekt – so lässt sich die Online-Payment-Strategie der Sparkassen zusammenfassen. Denn, nur zur Erinnerung: Rund 100 Mio. Euro sind die öffentlich-rechtlichen Institute bereit zu investieren, damit aus dem Paypal-Klon endlich ein Paypal-Herausforderer wird. Umso überraschter war dieser Tage ein Kommunalbanker, als er in einem speziellen Online-Shop für Sparkassen-Mitarbeiter auf Einkaufstour ging. Denn welche Bezahlmethode wurde ihm dort angezeigt? Nein, natürlich nicht Paydirekt. Sondern: Paypal.

Karriere

Und noch ein Service für unsere Leserinnen und Leser an der Frankfurt School: Diese Investmentbanking-Praktikumsplätze bei deutschen Banken sind noch frei … efinancialcareers

„Jeder zweite Banker will zu einem Fintech“: Das behauptet zumindest der augenscheinlich sehr thesenfreudige Headhunter Andreas Krischke in einem Interview mit Finance-TV

Klickfavorit

Unser Stück „Welche Deutschen Banken immer noch Millionen-Gehälter zahlen“ wurde gestern von fast 600 der mittlerweile annähernd 3000 Abonnenten aufgerufen – das ist Rekord. Insgesamt öffneten knapp 1700 Leser den Newsletter. Auch das: Allzeithoch.