Newsletter 17/08/17: Hiobsbotschaft für Deutsche Bank; Bausparkassen; Paydirekt

Exklusiv: 240-Mio-Spritze für BHW Bausparkasse

Neue Hiobsbotschaft für die Deutsche Bank: Nach Recherchen von Finanz-Szene.de hat eine ihrer wichtigsten Töchter, nämlich die BHW Bausparkasse, im ersten Halbjahr eine Kapitalzufuhr in Höhe von 240 Millionen Euro benötigt. Mit der Finanzspritze soll offenbar sichergestellt werden, dass die BHW die „Leverage Ratio“ schafft, die demnächst auch für Bausparkassen gelten soll. Die BHW gehört zur Postbank, hinter der wiederum die Deutsche Bank steht. Ein Sprecher der Postbank betonte, dass die Viertelmilliarde weder von ihr selbst noch von der Deutschen Bank gekommen sei. Vielmehr seien „Bewertungsreserven“ innerhalb der BHW-Gruppe realisiert worden.

Finanz-Szene.de, Süddeutsche Zeitung

Fokus Bausparkassen

Deutsche Bausparkassen plündern Notfonds: Schwäbisch Hall, Wüstenrot, BHW und Co. bedienen sich im großen Stil bei einem Notfonds, der ursprünglich eingerichtet wurde, um Bausparern die Zuteilung ihrer Verträge zu garantieren. Das berichtet Finanz-Szene.de-Autor Heinz-Roger Dohms in der „SZ“. Insgesamt wurden in den letzten beiden Jahren Reserven in Höhe von rund 900 Mio. Euro aufgelöst. 350 Mio. Euro entfielen allein 2016 auf Schwäbisch Hall. Finanz-Szene.de, Süddeutsche

Exklusiv – Für ewig rote Zahlen? Wie schlimm es um die Branche steht, zeigt das Beispiel der Aachener Bausparkasse (hinter der bekannte Versicherer wie die HUK Coburg stehen). In Kooperation mit der „Aachener Zeitung“ hat Finanz-Szene.de den Geschäftsbericht analysiert. Ergebnis: Auf Jahre hinaus rechnet die Bausparkasse noch mit operativen Verlusten. Finanz-Szene.de

News

Deutsche Bank bestreitet „Golf-Boykott“: Letzte Woche berichtete die FT, das größte deutsche Geldhaus werde wegen seiner engen Beziehungen zu Katar vom Nachbarn Abu-Dhabi geschnitten. Da sei nix dran, sagt Daniel Schmand, der in den Doppeltürmen das Geschäft mit Handelsfinanzierungen leitet. Übrigens: Die Deutsche Bank will ebendiesen Bereich (sprich: Handelsfinanzierungen) massiv ausweiten. FAZ (Seite 18), Reuters, FT (Archiv, Paid)

Weltsparen durchbricht nächste Schallmauer: Der Berliner Einlagenvermittler hat nun vier Mrd. Euro zu ausländischen Banken transferiert. Da die News erst heute publiziert wird, gibt es noch keinen aktuellen Link. Wir verweisen darum auf einen Capital-Artikel über Weltsparen aus dem Januar („Erstes deutsche Fintech erreicht Massenmarkt“). Die damaligen Aussagen gelten heute grosso modo immer noch. Capital

Fintech-Pionier wird McKinsey-Berater: Felix Schollmeier, Gründer des Insurtechs Finanzchef24, wechselt nach sechs Jahren als Startup-Unternehmer in der Consulting-Branche. Süddeutsche (Paid)

Aus der Szene

Das Jammern des Paydirekt-Chefs: In einem Interview mit der „Börsenzeitung“ beschwert sich Niklas Bartelt über die zu hohen Erwartungen, mit denen der Paypal-Klon konfrontiert werde. Tatsächlich, zeigt eine Archivrecherche, hat der Paydirekt-Chef diese Erwartungshaltung aber auch selber geschürt. Bartelt am 29.10.15 im „IT-Finanzmagazin“: „Unser Potenzial sind 50 Mio. deutsche Online-Banking-Konten.“ Bartelt am 31.01.16 in der „Böz“: „Wir wollen bis Weihnachten ’16 ein signifikanter Player sein.“ (und hieß es aus dem Konsortium nicht auch mal, man wolle bis 2020 auf Augenhöhe mit Paypal sein?). Aktuelles BÖZ-Interview (Paid), altes BÖZ-Interview (Paid), IT-Finanzmagazin

Lesenswert

Früher Walt Disney, heute Credit Suisse: In einem Buch über Technologie-Geeks bezeichnete sich Jacob Sisk einst als „Nerd Extraordinaire“. Nun soll der frühere Disney-Manager die Fintech-Pläne der zweitgrößten Schweizer Bank vorantreiben. Handelszeitung

Klickfavorit

unserer Leser war gestern das Stück „Ich bastel mir eine Bank“. Capital