Newsletter 17/11/17: Der neue HVB-Chef, Cerberus-Exegese, Die Problemkunden der BayernLB

Das ist der neue Chef der Hypo-Vereinsbank

Offenbar war Mailand vorbereitet. Und zwar so gut, dass die Unicredit gestern Abend – kaum dass HVB-Chef Theodor Weimer zum künftigen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Börse gekürt worden war – gleich den Nachfolger an der Spitze ihrer deutschen Tochter präsentierte: Michael Diederich, 52 Jahre, bislang verantwortlich für das Investment- und Corporate Banking der Unicredit in Deutschland.  Tatsächlich ist Diederich, genau wie sein Vorgänger Weimer, von Haus aus Investmentbanker. Mitte der 90er begann seine Karriere bei der späteren HVB als Trainee im Kapitalmarkt-Geschäft. Nach einem kurzen Abstecher zu einer Private-Equity-Firma Anfang der Nullerjahre kehrte der gebürtige Koblenzer 2003 zur  HVB zurück und arbeitete zunächst wieder im Investmentbanking, bevor er von 2009 bis 2015 als Bereichsvorstand das Firmenkundengeschäft im süddeutschen Raum leitete. Dann verließ Diederich die HVB ein zweites Mal, diesmal um Chef des Kreditversicherers Euler Hermes zu werden. Nach wenigen Monate allerdings kehrte er zur HVB (bzw. zur Unicredit) zurück. Übrigens: Auch nachdem Diederich Anfang 2018 seinen Posten als HVB-Chef antritt, soll er seinen jetzigen Job als Leiter des Investment- und Corporate Bankings fürs erste weiterhin ausüben.

Die News bei Reuters, Diederich bei LinkedIn, Diederichs Vita auf der HVB-Homepage

News

Exklusiv – Starinvestor Peter Thiel stockt bei N26 auf: Das deutsche Vorzeige-Fintech N26 stärkt still und heimlich seine Kapitalbasis. Nachdem kürzlich bereits die auf Guernsey beheimatete HS Investments ihre Anteile an der Berliner Mobile-Bank aufgestockt hatte, hat nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ nun auch Starinverstor Peter Thiel sein Engagement ausgeweitet. Wie im Handelsregister nachzulesen ist, hält der Deutsch-Amerikaner über seine Investmentfirmen Valar Global Fund und Valar Global Principals nun weitere rund zwei Prozent an N26. Finanz-Szene.de

Antwort 3: Manche Meldungen klingen so schräg, dass man sie am besten betont sachlich behandelt. Also: Kai Diekmann, Ex-Chef der „Bild“, und Lenny Fischer, Ex-Chef von Dresdner Kleinwort Benson Wasserstein Perella Goldman Stanley, wollen zusammen einen digitalen Vermögensverwalter gründen, der als „Zukunftsfonds“ die Sparprobleme des deutschen Michel lösen und alsbald auf ein Volumen von 20 Mrd. Euro kommen soll (zum Vergleich: der momentan größte deutsche Mischfonds ist der von Union und bringt laut HB zurzeit knapp 15 Mrd. Euro auf die Waage). „Genial, größenwahnsinnig oder Midlife-Crisis?“, fragt bei Twitter der geschätzte Vizechef des „Manager Magazins“, das die Geschichte gestern in Umlauf brachte. Wir entscheiden uns für Antwort 3.  Manager Magazin

Das muss man auch erst mal schaffen: Trotz bester konjunktureller Lage hat die BayernLB in Q3 im Firmenkundengeschäft einen Verlust von 31 Mio. Euro erlitten. Finanzvorstand Markus Wiegelmann (oder Abwiegelmann?) begründete dies laut „Börsenzeitung“ mit „kleineren Risikovorsorgen“ bei „einzelnen Kunden mit spezifischen Problemen“. Na denn. Am Ziel fürs Gesamtjahr (halbe Milliarde vor Steuern) hält das Münchener Power-Institut jedenfalls fest. Börsenzeitung (Paywall), Reuters

Cerberus will in Deutschland weiter zukaufen: … wenn auch nicht direkt, sondern über die Ösi-Beteiligung Bawag (die ja neulich schon die Südwestbank gekauft hat und deren Direktbank-Tochter Easybank in Deutschland demnächst unter dem Namen Qlick an den Start geht). Interessant in Deutschland sei alles mit einer Bilanzsumme zwischen 500 Mio. und 10 Mrd. Euro, sagte Bawag-Chef Anas Abuzaakouk gestern zu „Reuters“. Reuters, Börsenzeitung (Paywall)

Fünf deutsche Fintechs unter den globalen Top 100: Jedenfalls laut der Liste, die KPMG regelmäßig auf Basis objektiver Kriterien, angereichert mit Gutdünken, veröffentlicht. Am besten schnitt aus deutscher Sicht mit Platz 7 Kreditech ab (übrigens als bestplatziertes Fintech, das weder aus den USA noch aus China  stammt). Die übrigen Namen erfahren Sie  hier (einfach auf Seite 9 und 10 scrollen): Top-100 als PDF

Ist das jetzt ernst gemeint? Der Frankfurter Robo-Advisor Ginmon (lesen Sie hier unser Archivstück „Wie viel Geld verwaltet Ginmon wirklich?) expandiert nach China, berichten die Kollegen von Fondsprofessionell

Lesenswert

Höllenhund-Exegese I: Der Einstieg von Cerberus ist aus mindestens drei Gründen ein Segen für die Deutsche Bank, findet MM-Redakteur Tim Bartz. Manager Magazin

Höllenhund-Exegese II: Mit einer ungeliebten, kaum profitablen deutschen Bank (sprich: mit der Commerzbank) hat Cerberus ja schon einen Wahnsinns-Schnitt gemacht. Warum also nicht auch noch mit einer zweiten? Bloomberg

Stütze bei Rossmann: Wie die Behörden das Bargeld aus ihren Rämlichkeiten verbannen. Welt

Was Banken von … lernen können: Nein, zur Abwechslung soll man nicht Apple als Blaupause für die Finanzwirtschaft dienen. Sondern, und die These ist nicht uninteressant: Nike. Finextra

The Bit Short: Die Schweizer Vontobel Bank will heute zwei Derivate lancieren, mit denen Anleger gegen den Bitcoin wetten können. Handelsblatt

Mit Bitcoin bei Tante Emma? Ein britisches Krypto-Startup will eine Visa-launchen, mit der man angeblich an der Supermarktkasse mit Bitcoin zahlen kann. Telegraph

Und wem das immer noch nicht genug Stoff ist: … den verweisen wir auch zum Abschluss dieser Woche wieder auf die „Was wir lesen“-Liste des DZ Bank Innovationsblogs.

Klickfavorit

… war gestern die Meldung über die ETF-Pläne der ING Diba. Fondsprofessionell

Back-End

„Finanz-Szene.de“ ist seit dieser Woche süße drei Monate alt. Wenn wir uns zum Viertelgeburtstag was wünschen dürfen, dann dies:

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4.) Und jetzt bitte auf „Senden“ drücken.

Wir sind am Dienstag wieder für Sie da, vielleicht sogar mit einer hübschen, kleinen Exklusiv-Geschichte über eine große deutsche Bank. Schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms