Newsletter 18/01/18: Kreditech versenkt 114 Mio., Gewieftes Kontenmodell, Fintech-Übersicht

Kreditech versenkt in nur 24 Monaten knapp 115 Millionen Euro

Kreditech – das mit mehr als 300 Mio. Euro mutmaßlich höchstbewertete deutsche Finanz-Startup – hat mit riesigen Verlusten zu kämpfen. Wie aus dem diese Woche im Bundesanzeiger veröffentlichten Konzernbericht hervorgeht, verloren die Hanseaten 2016 knapp 59 Mio. Euro; 2017 seien dann nach vorläufigen Zahlen weitere rund 55 Mio. Euro hinzugekommen, sagte Gründer Alexander Graubner-Müller gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Er bestätigte zudem, dass Finanzvorstand René Griemens – der eine Zeitlang als wichtigster Manager bei Kreditech galt – das Unternehmen verlassen wird. Das „Handelsblatt“ hatte zuerst über die Demission berichtet. Die Verluste von zusammen rund 114 Mio. Euro binnen 24 Monaten werfen grundsätzliche Fragen nach der finanziellen Verfassung von Kreditech auf, zumal das Unternehmen zumindest bis Ende 2016 auch beim Wachstum deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Lesen Sie die hier ganze Geschichte:

Finanz-Szene.de

News

Finanzaufsicht lässt bei „Mifid II“ Gnade vor Recht walten: „Wer sich ernsthaft bemüht, neue Regeln fristgerecht umzusetzen, es aber nicht schafft, etwa weil die IT Probleme bereitet, dem reißen wir nicht den Kopf ab“, sagte Bafin-Chef Felix Hufeld gestern Abend laut Redemanuskript beim Neujahrsempfang der Behörde in Frankfurt. Handelsblatt

Das All-inclusive-Konto, in dem nicht alles drin ist: Falls Sie, liebe Filialbanker, ein paar Anregungen für die nächste Kontogebühren-Erhöhungs-Runde suchen, dann schauen Sie doch mal, wie die Sparkasse Oberhausen das jetzt macht. Dort hat man sich nämlich  das Pauschalpreis-Modell „Giro inklusiv“ ausgedacht, bei dem die Kreditkarte 30 Euro im Jahr extra kostet. Der Westen

Wird das Chaos beim Deutsche-Bank-Ankeraktionär jemals enden? Innerhalb einer Woche hat nun bereits die dritte HNA-Tochter den Handel der eigenen Wertpapiere ausgesetzt – diesmal geht es um eine Leasingfirma, die den für rheinische Ohren sehr assoziationsreichen Namen Bohai Capital Holding trägt. Handelsblatt

Und zur Abwechslung mal zwei Personalien: Dirk Schmitz, langjähriger Chef des hiesigen Deutsche-Bank-Investmentbankings, wird neuer Deutschland-Chef von Blackrock. Und Thomas Schweppe, bekannt als einer der Top-Dealmaker bei Goldman Sachs, gründet „Bloomberg“ zufolge eine eigene Investmentgesellschaft, die Hedgefonds und große Famliy Offices  mit Beteiligungen an börsennotierten deutschen Unternehmen beraten soll.  Handelsblatt, Bloomberg/Welt

Sind schlechte Nachrichten für US-Banken eigentlich gute Nachrichten für deutsche Banken? Nein, vermutlich nicht. Aber der ein oder andere hiesige Firmenkundenbanker wird sich (sofern er selbst nicht auch  betroffen ist) ein Schmunzeln nicht verkneifen können, wenn er liest, wie sich die großen US-Institute am semi-deutschen Möbelkonzern Steinhoff reihenweise die Finger verbrannt haben. Manager Magazin

Deutsche Bank bereitet sich mit Hochdruck auf Brexitchen vor: Die 20.000 institutionellen Kunden im Wertpapierhandel, die bislang in London betreut wurden, werden nach Frankfurt umgebucht. Zu einem Jobwunder wird allerdings auch das nicht führen: Es gehe unterm Strich nicht um Tausende, sondern um Hunderte Arbeitsplätze, die nach FFM verlegt würden, sagte Deutschland-Chef Hoops – ähnlich hatte sich CEO Cryan die Tage auch schon geäußert. Reuters

Beyond .de

Goldman erleidet den ersten Quartalsverlust seit 2011: Und zwar in erster Linie, aber – und hier wird’s interessant – nicht nur wegen der US-Steuerreform. Doch lesen Sie selbst: Reuters

Beyond Banking

Der Bitcoin hat sich gestern Abend etwas erholt … nachdem er zwischenzeitlich und unerhörterweise unter 10.000 Dollar gerutscht war. Bloomberg

Lesetipps

Wer mit wem rummacht: Die Kollegen vom Paymentandbanking-Blog haben ihre Übersicht über Kooperationen zwischen Banken und Fintechs im deutschen Markt aktualisiert. PAB

„Die Blockchain ist keine Wundertechnologie“: Das war jedenfalls laut „HB“ der Tenor bei einer Konferenz diese Woche, auf der es um Chancen und Risiken der Distributed-Ledger-Technologie bei Kreditverbriefungen ging. Handelsblatt

Wer in der Innovationsabteilung einer mittelgroßen deutschen Bank arbeitet … und vom Vorstand den Auftrag erhalten hat, „bis nächste Woche mal was zu dieser Blog-Chain“ zusammenzustellen, dem empfehlen wir die jüngste Blockchain-Studie der LBBW zur Lektüre („Blockchain 1.0, 2.0, 3.0 – ein Überblick“, 52 nicht zu eng beschriebene Seiten). Ging gestern, soweit wir das sehen, zwar erstmal nur an einen ausgewählten Kundenkreis, aber mit ein bisschen Geschick kriegt man’s ja hin, dass so ein PDF irgendwie auch mal im eigenen E-Mail-Eingang landet.

Karriere

Wo arbeiten die Finanz-Streber? Unsere Freunde von efinancialcareers dröseln auf, welche deutschen Unternehmen die meisten CFAs beschäftigten. Überraschung: Auf Rang eins liegt keine Bank (aber zum Beispiel auf Platz 2, 5, 6 und 7 …). efinancialcareers

Klickfavoriten

… waren gestern praktisch gleichauf mit jeweils gut 400 Klicks die Millionärs-Tabelle, der Bitcoin-Crash und die Kernbanksysteme (das ist übrigens ein Grund, warum wir unsere Leser so mögen: Da crasht der Bitcoin – doch was denken die „Finanz-Szene.de“-Abonnenten morgens um 05.43 Uhr? „Hey, geil, da ist was zu Fiducia-GAD, muss ich lesen!“)

Back-End

Ab und zu fragt uns ein Leser, warum die „Back-End“-Rubrik so selten Teil des Programms ist. Nun: Weil die Hürden wirklich extrem hoch sind.  Wer hier Erwähnung finden möchte, der muss es mindestens so weit treiben wie die Sparkasse Oberhessen! Die hat nämlich dieser Tage im Lokalblatt einen Nachruf auf ihren früheren Filialleiter Hermann R. platziert – was der allerdings überhaupt nicht zu schätzen wusste. Hermann R. lebt nämlich noch. Oberhessen live