Newsletter 18/08/17: UBS Deutschland, Robo-Blase, Sparkassen-Sterben

Robo-Boom oder Robo-Blase?

Quizfrage: Wie viele Robo-Advisor gibt es mittlerweile in Deutschland? Acht? Zehn? Zwölf? Alles falsch. 18 seien es mittlerweile, berichten die Kollegen von „Fondsprofessionell“ – wobei allerdings z.B. auch „Sina“ von Santander mitgezählt wurde, obwohl es sich dabei um eine White-Label-Lösung von Vaamo handelt. Sei’s drum. Ein Ende der Robo-Flut ist jedenfalls nicht in Sicht, die nächsten digitalen Vermögensverwalter sind schon angekündigt, unter anderem von M.M. Warburg. Der Bafin ist die Sache nicht ganz geheuer. Bei manchen Anbietern sehen die Aufseher  offenbar die Tendenz, bei der Programmierung ihrer Robos die rechtlichen Grundlagen zu vernachlässigen. Fondsprofessionell (Robo-Liste), Fondsprofessionell (Bafin-Sorgen)

News

UBS Deutschland verbrennt 71 Mio. Euro: Zum vierten Mal in Serie schreibt die Schweizer Großbank hierzulande Verluste. Mit dem operativen Geschäft hat das (natürlich!) kaum was zu tun (sagt die Bank). Stattdessen: Kosten für Restrukturierung und für die Gründung der „Europa SE“. Börsenzeitung

BayernLB macht lieber Gewinn als vorzusorgen: Beachtliche 426 Mio. Euro hat die Münchner Landesbank im ersten Halbjahr vor Steuern verdient. Ein Grund: Die Risikovorsorge wurde ordentlich gestutzt. Reuters

Sparkassen-Funktionär sagt Sparkassen-Sterben voraus: Kleine Institute hätten kaum noch eine Chance, klagt Thomas Mang, der Chef des niedersächsischen Verbands. Und wer hat Schuld? Die Regulierer. BÖZ 

Obacht, der Bau-Boom verflacht: Im ersten Halbjahr sind 7,3 Prozent weniger Genehmigungen für neuen Wohnraum erteilt worden als im gleichen Vorjahreszeitraum. Angesichts der steigenden Abhängigkeit vieler Banken von der Baufinanzierung: Bad News. Spiegel Online

Aus der Szene

Schön, dass es der Bremer Landesbank schon wieder so gut geht, dass sie diese Woche ihr Sommerfest im bankeigenen Landhaus am Rüten feiern konnte. Vorstand Björn Nullmeyer verlässt das putzmuntere Institut trotzdem, genauso wie Kollege Guido Brune. NordLB-Vorstand Hinrich Holm war im Rüten (am Rüten?) derweil so in Feierlaune, dass er im „Weser-Kurier“ mit der Aussage zitiert wird, sowohl die NordLB als auch die Bremer Landesbank hätten mit Ausnahme der Schiffsfinanzierungen sehr gute Bilanzen vorgelegt. Na denn, Prost. Weser-Kurier

Lesetipps

Wenn die Ladenkasse zum Geldautomaten wird: Am Mittwoch berichteten wir, dass jetzt auch kleinere Händler „Bargeld abheben“ anbieten dürfen. Die passende Analyse liefert nun Meike Schreiber in der „Süddeutschen Zeitung“: Noch sei es für die Händler relativ teuer, den Kunden Bargeld auszuzahlen. Doch das könne sich bald ändern. Süddeutsche

Kettenbraucher: Die Blockchain hat einen Entwicklungsstand erreicht, der dem des Internets Mitte der 90er gleicht, analysiert die LBBW: Die Technologie ist da. Das Potenzial ist riesig. Aber noch fehlen die konkreten Anwedungen. IT-Finanzmagazin

Wie Hamburg zum Fintech-Hub wurde: Diese Geschichte bringt Figo-Chef André Bajorat bei „Berlin Valley“ – und beginnt seine Erzählung schon in den späten 90ern. Noch ein Lesetipp im Lesetipp: Unsere Geschichte über den Fintech-Standort Hamburg in der „Zeit“ neulich.  Berlin Valley, Zeit

Beyond Banking

Japanisches Unternehmen begibt Bitcoin-Anleihe: Das Papier hat eine Laufzeit von drei Jahren und einen Nominalwert von 200 Bitcoins (umgerechnet 730.000 Euro). boerse.de

Back-End

Die „Global Edition“ von Finanz-Szene.de lässt zwar auf sich warten. Trotzdem wollen wir mittelfristig natürlich zur publizistischen Heimstatt auch für die 1,2 Millionen Brexit-Banker (Quelle: Frankfurt MainFinance) werden, die demnächst nach FFM kommen. Insofern: Falls Sie einen Brexit-Banker kennen (und wer kennt keinen?), dann leiten Sie ihm doch bitte den PDF-Link „A Quick Guide to the Language of Frankfurt“ weiter. Hier finden Sie ihn: Twitter

Klickfavorit

… unserer Leser war gestern unser Stück über die Bausparkassen, die den „Fonds zur bauspartechnischen Absicherung“ leeren. Süddeutsche

Und nächste Woche?

Manches Fintechs hat mittlerweile mehr Kunden als manche gar nicht mal so kleine Bank. Glauben Sie nicht? Dann haben wir am Montag auf Finanz-Szene.de eine spannende News für Sie. Der nächste Newsletter erscheint am Dienstag. Schönes Wochenende!