Newsletter 19/12/17: Chaos bei Fidor und IDNow, N26-Chef wehrt sich, Was die Sparkassen verdienen

Analyse: Wie viel Geld Sparkassen und Volksbanken wirklich verdienen

Neun von zehn deutsche Banken verdienen nicht einmal mehr ihre Kapitalkosten – mit dieser provokanten These brachte die US-Consultingfirma Bain vergangene Woche die Sparkassen und Volksbanken gegen sich auf. „Finanz-Szene.de“ hat die Kontroverse zum Anlass genommen, die Ertragskraft der deutschen Kleinbanken auf Basis offizieller Bundesbank-Zahlen unter die Lupe zu nehmen und in historische Perspektive zu setzen. Unterstützt haben uns dabei die Daten-Spezialisten von Barkow Consulting, die aus den Zahlenkolonnen der Notenbanker die Vorsteuergewinne von Sparkassen und Volksbanken seit 1968 extrahiert haben. Hier lesen Sie, was dabei herausgekommen ist – und welche Lehren sich aus der Gewinnhistorie für die Zukunft ziehen lassen.

Finanz-Szene.de, Barkow Consulting

Bitcoin-Boom überfordert Fidor und IDNow

Die Partnerschaft mit der Krypto-Börse „Bitcoin.de“ sollte der Fidor-Bank eigentlich  einen USP verschaffen. Stattdessen, so berichtet die „Wirtschaftswoche“, sorge der Zulauf immer neuer Bitcoin-Jünger dafür, dass der Kundenservice „völlig überlastet“ sei. Zudem gebe es weitere Probleme. So hätten „etliche Kunden“ tagelang kein Geld abheben können, zudem hätten Kartenzahlungen nicht funktioniert (ob das eine Problem mit den anderen zusammenhängt, ist unklar). Sorgen bereitet der Bitcoin-Boom laut „Wiwo“ auch dem Münchner Fintech IDNow, das unter anderem für Fidor das Video-Identverfahren übernimmt. „Die Zahl der täglichen Idents erhöht sich ständig, da immer neue Bitcoin-Anbieter dazukommen“, sagte Marketingchefin Danielle Rietsch. Wirtschaftswoche

News

„Wir haben mehr aktive Neukunden und deutlich höhere Transaktions-Volumina“: N26-Chef Valentin Stalf wehrt sich gegen den Eindruck, der britische Erzrivale Revolut wachse schneller als seine eigene Mobile-Only-Bank. IT-Finanzmagazin

Jetzt ist die „Lex Techie“ offiziell: Die munteren Spekulationen in unserem Freitags-Newsletter haben sich als verblüffend substanzhaltig erwiesen. Will heißen: Die Finanzaufsicht ebnet IT-Experten tatsächlich den Weg in die Bankvorstände – selbst bei sehr überschaubarer Krediterfahrung . Hier lesen Sie die Details: Bafin Journal (Dezember-Ausgabe)

Hamburger Fintech Naga nimmt 50 Mio. Dollar über ICO ein: … weshalb uns wenig anderes übrig bleibt, als den 63.000 Zeichnern (sagt man „Zeichner“? Egal.) der sogenannten Token alles Gute zu wünschen und noch einmal auf einen wohlmeinenden Naga-Bericht aus Anlass des Börsengangs vor einigen Monaten zu verweisen. Börsen-Zeitung (News, Paywall), Manager Magazin (Archivbericht zum Börsengang).

Die Einhaltung der Corporate Governance bei Deutschlands größtem Geldhaus obliegt in Zukunft den lupenreinen Weltverbesserern aus Katar: Okay, okay – das war vielleicht etwas unnachrichtlich ausgedrückt, sorry. Noch ein Versuch, diesmal gemäß „Reuters“: Stefan Simon, der Vertreter des Großaktionärs Katar im Aufsichtsrat der Deutschen Bank, übernimmt zum Jahreswechsel den Vorsitz des zum Kontrollgremium gehörenden Integritätsausschusses. HB/Reuters

Elke König bleibt oberste europäische Bankenabwicklerin: Die frühere Bafin-Chefin wurde von den EU-Staaten für fünf weitere Jahre als Vorsitzende des „Single Resolution Mechanism“ bestätigt. Reuters

Beyond .de

Bitte kein Bit: … doch, es muss leider sein. Also: Die Kryptowährung lugt über die 20.000-Dollar-Marke, hat angeblich ein Kurspotenzial von 100.000 Dollar und soll jetzt staatlich reguliert werden, zumindest wünschen sich das die Europäer. Prost.

Lesetipps

Die Europäer haben Basel III zu stark verwässert … meint zumindest das „Editorial Board“ von Bloomberg (lustig manchmal, wer da draußen einer schärferen Regulierung das Wort redet). Bloomberg

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Debit Mastercard und der Maestro Card? (und warum, in aller Welt, schickt ein US-Kreditkarten-Konzern zwei Debitkarten in den deutschen Markt?). IT-Finanzmagazin

Wie schlimm steht es wirklich um HNA? Das fragt die „Süddeutsche Zeitung“, nachdem am Wochenende ein bekanntes chinesisches Geldhaus Zweifel an der Bonität des Deutsche-Bank-Ankeraktionärs geäußert hatte. Süddeutsche

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück „Jung. Deutsch. Unternehmer. Underbanked?“ Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… die Meldungen nicht nur sehr gut recherchiert, sondern auch angenehm amüsant geschrieben sind.“

Florian Prucker, Gründer und Co-Chef von Scalable Capital