Newsletter 22/08/17: N26, Commerzbank, Mifid II

N26 gehört jetzt zu den größten deutschen Direktbanken

Es war das große Thema gestern: Die Berliner Fintech-Bank N26 knackt die Marke von 500.000 Kunden. Doch was bedeutet diese Zahl, wenn man sie in Relation setzt? Am passendsten scheint der Vergleich mit den Direktbanken – denn in diese Kategorie passt N26 trotz seines „Mobile only“-Ansatzes ja durchaus. Zählt man die ausländischen N26-Kunden mit, dann ist das Berliner Fintech jetzt schon ähnlich groß wie die „1822direkt“, die per 31. Dezember 2016 auf 462.000 Kunden kam. Auch die Norisbank (545.000 Kunden Ende 2015) ist nicht  weit weg. Wortkarg zeigte sich N26-Gründer Valentin Stalf im Kurzinterview mit Finanz-Szene.de allerdings bei der Frage, mit wie vielen seiner Kunden er schon Geld verdient (einen „Fokus“ zu N26 finden Sie weiter unten).

Finanz-Szene.de (Direktbank-Vergleich), Finanz-Szene.de (Interview)

News

Commerzbank plant weiteren digitalen Asset Manager: Erst im Frühjahr launchte die Tochter Comdirect den Robo-Advisor Cominvest. Nun will die Mutter noch eines draufsetzen – wobei der Angriff weniger den Fintech-Robos, als den Sparkassen und Volksbanken gilt. Börsenzeitung

Bafin veröffentlicht Checkliste für Brexit-Banken: Was müssen Londoner Geldhäuser beachten, die ihre Geschäft (oder besser: Teile davon) nach Deutschland verlagern? Bafin-Checkliste

Commerzbank beendet Joint-Venture mit der BNP Paribas: 16 Jahre lang kooperierten die beiden Institute bei Ratenkrediten – nun wollen die Frankfurter das (lukrative) Geschäft alleine betreiben. BNP dockt stattdessen bei der Consorsbank an. Handelsblatt, Reuters

Deutschte Bank will Wealth Management in UK stärken: Brexit – na und? Die Deutschbanker glauben, dass sich die Superreichen aus China lieber von London als von Frankfurt aus umgarnen lassen. Reuters

Christian Hoppe verlässt den Main Incubator: Überraschender Wechsel an der Spitze der Commerzbank-Fintech-Schmiede: Der Gründer geht und wird ersetzt durch Michael Spitz, den bisherigen Co-Chef des Coba-internen Blockchain-Labs. IT-Finanzmagazin, LinkedIn-Profil Spitz, LinkedIn-Profil Hoppe

Beyond .de

Mifid II kostet jeden dritten Analystenjob: Diese Prognose wagen laut „Bloomberg“ die McKinsey-Leute. Bereits letzte Woche hatte sich Baader-Vorstand Bacherl ähnlich geäußert. Bloomberg, efinancialcareers

Lesetipp

Liefern sich die Banken Apple und Facebook aus? Diese These vertreten die Experten des Weltwirtschaftsforums – und warnen die Branche vor voreiligen Kooperationen mit den amerikanischen Tech-Giganten. FAZ (heutige Ausgabe, Seite 23)

Aus der Szene

„Ratingagentur für die Armen“: Im „Handelsblatt“ zementiert Kreditech-CEO Alexander Graubner-Müller die offizielle Geschichtsschreibung seines umstrittenen Unternehmens. Tenor: Böse war immer nur sein Mitgründer Sebastian Diemer. Doch der ist ja jetzt raus. Und damit wird alles gut. Vor allem Kreditech selbst. Handelsblatt (Paid)

Fokus N26

Wenn der Hype das Marketing ersetzt: „Bei mehr als 70 Prozent unserer Kunden sind die Akquisekosten gleich null“, sagt N26-Gründer Valentin Stalf im Kurzinterview mit Finanz-Szene.de. Finanz-Szene.de

Und jetzt auch noch Fernsehen: Mit einer breit angelegten TV-Kampagne will N26 die eigene Bekanntheit weiter steigern. Das „Handelsblatt“ kennt Details. Handelsblatt

Die Zweiteilung der deutschen Fintech-Branche: Scalable gewinnt Blackrock. Zinspilot schluckt Savedo. Weltsparen knackt die 4. Mrd. Euro-Einlagen-Marke. Und N26 hat jetzt 500.000 Kunden – doch was ist mit den anderen deutschen Finanz-Startups? Schon vor Wochen stellte die SZ die These auf: Einige wenige deutsche Fintechs werden richtig groß, der Rest verliert den Anschluss. Hier die Analyse zu Nachlesen: Süddeutsche

Klickfavorit

… unserer Leser waren am Freitag mit großem Abstand die Stücke zum Thema Robo Advisor. Wir nehmen dies zum Anlass, noch mal eine kleine Link-Liste mit den (soweit wir das überblicken) wichtigsten Robo-Artikeln aus den letzten Wochen zusammenzustellen:

  • Robo-Adviser werden erwachsen (aber nicht intelligent), schreibt Dirk Elsner, Innovationsexperte der DZ Bank, bei capital.de
  • Hier nochmal der am Freitag topgeklickte Überblick über die deutsche Robo-Szene von “Fondsprofessionell”
  • Noch mehr deutsche Robos als “Fondsprofessionell” zählt die  Researchfirma Techfluence
  • An „300 verschiedene Robo-Modelle in Deutschland“ glaubt Ralf Heim, Chef des Technologiedienstleisters Fincite. Das Investment
  • Das große Robo-Sterben prophezeite Chris Bartz, Chef des Fintechs Elinvar, kürzlich in der Börsenzeitung (Paid)
  • Die Details der jüngsten Bafin-Mahnung an die Robo-Anbieter wird zusammengefasst auf av-finance.com
  • Was Robo-Advisory überhaupt ist, skizzierte Finanz-Szene.de-Autor Heinz-Roger Dohms gestern in der SZ