Newsletter 23/11/2017: HSH wird zur Retailbank, Sparkassen-Jobkahlschlag, DWS

Exklusiv: Die HSH Nordbank wird zur Retailbank

Paukenschlag in Hamburg: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ wagt sich die HSH Nordbank als erste Landesbank überhaupt ins Einlagengeschäft für Retailkunden – und das mitten im Privatisierungs-Prozess. Bestandskunden der Einlagenplattform „Zinspilot.de“ können demnach offenbar schon seit einigen Wochen Festgelder mit Laufzeiten von drei bis zwölf Monaten bei der HSH anlegen. Am heutigen Donnerstag werde das Angebot nun für sämtliche Anleger freigeschaltet, sagte Tim Sievers, CEO des Hamburger Fintechs Deposit Solutions (das hinter „Zinspilot“ steht), auf Anfrage von „Finanz-Szene.de“. Die Zinsen sind erstaunlich hoch. So erhalten Anleger für einjähriges Festgeld 0,95 Prozent – so viel bietet momentan keine andere Bank. Alle weiteren Details (und warum der Schritt in direktem Zusammenhang mit den Privatisierungs-Plänen stehen dürfte) lesen Sie hier:

Finanz-Szene.de

News

Jobkahlschlag bei Deutschlands größter kommunaler Sparkasse: In Köln-Bonn sollen in den nächsten fünf Jahren 850 Stellen (gemessen in „Mitarbeiterkapazitäten“) wegfallen. Setzt man diese Zahl in Relation zu den derzeit rund 4200 Beschäftigen (gemessen in „Köpfen“, also auch viel Teilzeit darunter), dann geht es jetzt also tatsächlich ans Eingemachte. Die Begründung für die massiven Einschnitte lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Digitalisierung. Kölner Stadtanzeiger

Eine halbe Milliarde für die Anleger: Der DWS Top-Dividende kehrt in diesem Jahr 500 Mio. Euro aus. Das riecht nach einem All-Time-High für deutsche Publikumsfonds  (wobei wir uns von Ihnen, liebe Leser, auch in diesem Fall gern eines Besseren belehren lassen). Fondsprofessionell

Eine halbe Milliarde für den Fiskus: So viel Geld haben Deutschlands Banken für mögliche Straf- und Nachzahlungen in Sachen „Cum-Cum“ zurückgestellt. Reuters

Ist Paypals „Käuferschutz“ nichts wert? Naja, ganz so ist es nicht. Jedoch: Das gestrige Paypal-Urteil des BGH stärkt eindeutig die Online-Händler im Vergleich zu den Kunden. Zeit

Doppelrolle für DeAM-Chef: Nicolas Moreau darf auch nach dem Börsengang der Deutschen Asset Management noch im Führungszirkel der Deutschen Bank mitmischen – das hätten die Bafin und EZB gegenüber der Bank durchblicken lassen, berichtet Yasmin Osman im Handelsblatt (Paywall).

Lesetipps

Warum die Solarisbank sexy ist, N26 aber nicht unbedingt: Das erklärt ein gewisser Leopold Bosankic (der ein heller Kopf zu sein scheint, den wir aber ansonsten null einordnen können) in seinem persönlichen Blog. Leider lassen sich die Gedanken des jungen Mannes in einem Satz nicht wirklich zusammenfassen. Außer wir verkürzen einfach mal brutalstmöglich: Weil N26 in letzter Konsequenz gegen die ING Diba antritt (also in einem extrem umkämpften Markt agiert), die Solarisbank hingegen so unique ist, dass sie quasi keine Konkurrenz hat. Leobosankic.com

Ist ein 150-Mio-Euro-Fintech tatsächlich 150 Mio. Euro wert? Der Innovationsblog der DZ Bank befasst sich mit der ewig jungen Frage, wie sich ein (Finanz-)Startup überhaupt bewerten lässt. DZ Bank

Was kann die Kette wirklich? Die Blockchain habe bislang nur eines wirklich verändert – sich selbst, ätzt der Alphaville-Blog der „Financial Times“. Und fragt: Ist die Technologie wirklich so revolutionär, wie immer wieder behauptet wird? FT-Alphaville (anmelde-, aber nicht bezahlpflichtig)

Wir sind gekommen, um zu bleiben: Liqid-Chef Christian Schneider-Sickert wehrt sich gegen den (von ihm selbst so wahrgenommenen) Abgesang auf die Robo Adviser. Finletter

Die Deutschland-Sachs-AG: Weimer-Goldman-Achleitner-Achleitner-Kengeter-Löscher-Diekmann-Börse-Bank-Dalfa-German-Old-Boys-Schenck-McKinsey … Irgendwie hängt wieder alles mit allem und jeder mit jedem zusammen, findet die Welt.

Der künftige Sparkassen-Präsident sollte vor allem eines: … endlich mal aufräumen, findet Meike Schreiber. Süddeutsche

Die sechs Fehler des Georg Fahrenschon: Der Kommunikationsexperte Jörg Forthmann erklärt, warum der Versuch des DSGV-Präsidenten, sich doch noch im Amt zu halten, scheitern musste. Der Bank-Blog

Mehr Geld, mehr Gewinn, mehr Jobs: Der unwirkliche Erfolg der deutschen Industriebanken. efinancialcareers

Was machen die amerikanischen Banken denn da? Sie vergeben immer langfristigere Kredite – und das immer häufiger zu festen Zinssätzen. Kann das gutgehen? Financial Times (Paywall)

Karriere

Die Sprache ist das kleinste Problem: Was Londoner Finanzdienstleister an deutschen Bewerbern stört. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Stück zu Commerzbank/Bafin, knapp gefolgt vom Artikel über die Bewertung von Scalable Capital

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… ich hier quick – not dirty – Insights erhalte in das, was am Tag davor in der Branche passiert ist, und mit Impulsen, was uns am neuen Tag erwartet. Kurzum: Eine interessante Lektüre am Morgen, kurzweilig geschrieben.“

Marcus W Mosen, CEO von Concardis

(Hinweis: In dieser und den nächsten vier Wochen erklärt täglich ein Leser, warum er „Finanz-Szene.de“ liest. Die Serie ist auf 20 Ausgaben begrenzt)