Newsletter 24/10/2017: N26 geht in die USA, Robo-Boom, Holtzbrinck Ventures

N26 expandiert in die USA

Falls Sie sich bei der Lektüre der Überschrift gefragt haben, ob die Jungs von N26 jetzt völlig durchdrehen – das fragen wir uns auch. Aber was soll man machen? Es ist nämlich tatsächlich so: Die Berliner Fintech-Bank hat in der vergangenen Nacht auf der Money2020-Konferenz in Las Vegas ihre Expansion in die USA angekündigt. Interessenten können sich ab sofort auf eine Warteliste setzen lassen, Mitte nächsten Jahres will die Smartphone-Bank dann livegehen. Die Produktpalette soll sich an das Angebot in Europa anlehnen, „ergänzt durch Serviceleistungen, die auf den amerikanischen Markt zugeschnitten sind“, sagt Gründer und CEO Valentin Stalf. Und weiter: „Die USA sind ein spannender Markt, der uns große Möglichkeiten eröffnet.“ Uff, das ist mal eine kesse Ansage. Hier die wichtigsten Ad-hoc-Fakten:

Finanz-Szene.de

News

Holtzbrinck Ventures geht in die Vollen: Letzte Woche das Münchner Gutschein-Startup Global Savings, gestern die Trading-App Bux – wenn Fintechs dieser Tage eine achtstellige Millionenfinanzierung vermelden, dann heißt der Lead-Investor Holtzbrinck Ventures (zur Einordnung: der VC ist auch an Scalable, Exporo, Sumup, Lendico, Spotcap und Zeitgold beteiligt). Gründerszene, Portfolio-Übersicht

Einmal Einhorn und zurück: Die Aktie des Berliner Baugeld-Vermittlers Hypoport ist in den zurückliegenden zehn Tagen um ziemlich genau 25 Prozent eingekracht. Ein Grund: Im Geschäft mit institutionellen Kunden ist der Gewinn im dritten Quartal deutlich zurückgegangen (und was aus unserer  laienhaften Sicht noch hinzukommt: Das Kurspotenzial schien dann doch ganz schön ausgereizt die letzten Wochen). Börsenzeitung (Paywall), Aktienkurs

Geht der Robo-Boom jetzt richtig los? Die Beraterfirma Bain glaubt, dass digitalen Vermögensverwaltern 2020 bereits fünf Prozent des hiesigen Marktes gehören dürften. Börsenzeitung (Paywall)

War’s das für Carsten Kengeter? Wie die Deutsche Börse gestern Abend mitgeteilt hat, lehnt das Amtsgericht Frankfurt die Einstellung des Verfahrens gegen den Vorstandschef ab. Wenn’s nicht schon vorher seeehr eng für Kengeter war, dann ist es dies jetzt. Reuters, Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche-Bank-Aktionäre verstehen die Aufregung nicht: War die letzten Tage nicht überall zu lesen, dem Branchenführer drohten in Sachen Postbank-Übernahme-Urteil horrende Entschädigungen von bis zu drei Mrd. Euro (was einem Zehntel der Marktkapitalisierung entspräche)? Nun ja, offenbar sehen die Investoren das Ganze deutlich entspannter. Donnerstag notierte die Aktie zum Handelsschluss bei 14,20 Euro. Dann kam das Urteil. Dann kamen die Untergangsberichte. Und gestern bei Handelsschluss? Kostete die Aktie 14,24 Euro. Manager Magazin, Handelsblatt, Aktienkurs

Deutsche Bank braucht einen neuen Betriebsratschef: Amtsinhaber Stefan Rudschäfski gibt den Posten aus gesundheitlichen Gründen ab. Im Aufsichtsrat will der 52-Jährige allerdings weiter mitmischen. Spiegel Online

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Das Banken-Sterben in Zahlen: In Europa sind seit 2008 ein Viertel aller Geldinstitute verschwunden. Betroffen waren (naheliegenderweise) vor allem die Südländer – während der Rückgang hierzulande mit weniger als 15 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel. EZB-Studie (PDF)

Lesetipps

Was PSD2 für die europäische Bankenbranche bedeutet: Bislang haben wir die Debatte über die neue Zahlungsrichtlinie bei „Finanz-Szene.de“ vor allem durch die deutsche Brille verfolgt. Wer den Blick weiten möchte, dem empfehlen wir das Überblicksstück der Kollegen von Bloomberg.

Liebeserklärung an Frankfurt: Kann es sein, dass nicht nur Goldman Sachs, sondern auch die „Times“ klammheimlich von Frankfurt-Main-Finance gekapert wurde? Jedenfalls: Nur wenige Tage nach dem wuschig-machenden Frankfurt-Tweet von Lloyd Blankfein hat die britische Qualitätszeitung eine Eloge auf die Main-Metropole verfasst. Times (nicht kosten-, aber anmeldepflichtig)

Das sind die 11 größten Fintech-Unicorns in den USA: Angeführt wird das Ranking der (noch nicht börsennotierten) Finanz-Startups vom Payment-Spezialisten Stripe, der sich momentan ja auch hierzulande ausbreitet. Und die zehn anderen? Sehen Sie hier: Pitchbook

Mastercard ist Fintechs Liebling: Der Blogger (und Haspa-Vordenker) Tobias Baumgarten erklärt, warum die meisten Neo-Banken und sonstigen Finanz-Startups explizit auf Mastercard setzen – und nicht etwa auf Visa. AboutFintech

Klickfavorit

… war am Freitag unser Exklusivstück über den Kaufpreis für die Münchner Fidor-Bank. Finanz-Szene.de