Newsletter 24/11/17: Apps von 31 dt. Banken gehackt, ID Now, Digitale Mastercard

Müssen wir jetzt alle unsere Banking-Apps löschen und wieder in die Filiale marschieren?

Erinnert sich noch jemand an Vincent Haupert? Das ist der gutartige Hacker, der N26 vor knapp einem Jahr einen heftigen (wenn auch nicht nachhaltigen) Imageschaden zufügte. Er war damals nämlich zu dem Schluss gekommen, die App der Berliner Smartphone Bank weise massive Sicherheitsprobleme auf. Jedenfalls: Nun hat Haupert wieder zugeschlagen. Und diesmal geht es nicht nur um eine Bank. Sondern gleich um 31 (!). Von der Commerzbank bis zur Comdirect. Von den Sparkassen bis zu Fidor. Denn wie die „Süddeutsche Zeitung“ heute Morgen berichtet, soll es dem IT-Spezialisten gelungen sein, deren Banking-Apps allesamt zu knacken. Wenn wir die Sache richtig verstehen, dann bestehen an dem „Hack“ als solchem wenig Zweifel. Allerdings: Es scheint nun auch nicht so zu sein, dass jeder, der weiß, wie man „codieren“ schreibt, das Ganze gleich nachmachen kann. Zumal der Angriff an ein paar Voraussetzungen geknüpft ist (z.B.: Banking-App und Tan-App werden auf demselben Smartphone verwendet). Und so dürfte die Lektüre des Artikels wie fast immer beim Thema IT-Sicherheit ein geteiltes Echo hervorrufen. Ein paar wenige schlagen die Hände vorm Gesicht zusammen. Und die meisten zucken mit den Schultern.

Süddeutsche

Omniturm oder Marienturm – wohin ziehen die Asset Manager der Deutschen Bank?

Ob nun 10.000 Brexit-Banker kommen oder doch ein paar weniger – fest steht jedenfalls, dass im Frankfurter Bankenviertel in den nächsten Jahren viel eingezogen, ausgezogen, umgezogen sowie hin- und hergezogen werden wird. Anders gesagt: Die Turmbauten zu Bembel sind in vollem Gange. Und nachdem neulich durchsickerte, dass sich Goldman Sachs schon ein paar Stockwerke im neuen Marienturm reserviert hat, schält sich nun auch die künftige Wirkungsstätte der Deutschen Asset Management heraus (deren Umzug freilich nicht dem Brexit, sondern dem IPOxit geschuldet ist. Denn im Zuge des geplanten Börsengangs sollen die verstreuten Mitarbeiter endlich an einem Ort zusammengezogen werden, wie Yasmin Osman neulich im „Handelsblatt“ beschrieben hat ). Jedenfalls: Glaubt man „Bloomberg“, dann stehen nur noch zwei Standorte zur Auswahl. Entweder, die DeAM zieht ebenfalls in den Marienturm (bzw. ins angeschlossene Marienforum). Das hätte den Vorteil, dass man sich das Goldman-Research allmorgendlich Mifid-II-konform im Foyer zustecken lassen könnte.  Oder: Es geht in den Omniturm – womit sich ähnliche Synergien ergäben. Denn dorthin zieht es ja bekanntlich auch Morgan Stanley.

Bloomberg

News

M.M. Warburg zieht sich nun auch noch weitgehend aus der Schweiz zurück: Das hat Bankchef Joachim Olearius der „Börsenzeitung“ erzählt (nachdem „Finanz-Szene.de“ Anfang der Woche exklusiv berichtet hatte, dass das komplette Luxemburg-Geschäft verkauft wird). Eingedenk unserer Recherchen aus dem Sommer stellt sich allmählich dann doch mal die Frage: Haben wir es hier wirklich nur mit dem nächsten wohlüberlegten strategischen Move zu tun? Oder riecht das alles nicht auch ein ganz klein bisschen nach der Veräußerung von Tafelsilber? Börsenzeitung

Eine Designforschungs-Professorin für die ING Diba: Gesche Joost, die übrigens nicht nur Prof. ist, sondern auch SAP-Kontrolleurin und Internetbotschafterin der Bundesregierung, wird nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ Aufsichtsrätin bei der Oranje-Bank ein. Wiwo

DZ-Bank zieht offenbar Konsequenzen aus „HSH light“-Debakel: Die Krisentochter DVB hat sich von ihrem für  Schiffsfinanzierungen zuständigen Vorstand Bart Veldhuizen getrennt. Reuters

Lesetipps

Werden Sie bei den Stichwörtern „Kernbanksysteme“ und „Paypal-Käuferschutz“ auch ganz wuschig? Wenn ja, dann hätten wir eigentlich zwei entsprechende Artikel auf „Paymentandbanking“ für Sie im Angebot gehabt. Bloß: Als wir diese Nacht die Links setzen wollten, war plötzlich die Website der Kollegen down (Herr Haupert, Sie schon wieder?). Da sich unter den fünf Jungs von „Paymentandbanking“ aber mindestens sechs befinden, die angeblich wissen, wie man „codieren“ schreibt, könnte es sein, dass die Seite bis heute Morgen schon wieder geflickt ist. Hat Jochen Siegert (das ist einer der sechs) jedenfalls kurz vor Mitternacht via Twitter so angekündigt. Paymentandbanking 

Ganz fieser Verdacht: Oder war es etwa Herr Jürschick vom „IT-Finanzmagazin“, der die Seite von „Paymentandbanking“ gehackt hat? Denn was da draußen ja leider niemand weiß: Wir hier in der Finanz-Blogger-Szene bekämpfen uns mit allen Mitteln! Wie auch immer: Die Seite des „IT-Finanzmagazins“ funktionierte diese Nacht jedenfalls wie immer einwandfrei. Und der Beitrag mit dem größten „Wuschig-mach-Faktor“ war zweifelsohne der über die österreichische Großsparkasse „Erste Bank“, die jetzt die digitale Mastercard aufs  Handy bringt. IT-Finanzmagazin (@lieber Herr Jürschick: Das mit dem „gehackt“ war natürlich nur ein Scherz!)

Und, wie hältst Du es mit dem Bitcoin? Der unbescholtene Felix Holtermann vom „Handelsblatt“ hat aufgezäumt, welche Banken in der Krypto-Währung Teufelszeug sehen (zum Beispiel die Deutsche Bank) – und welche doch nicht die Finger davonlassen können. Handelsblatt

Warum die UBS jetzt ganz, ganz doll auf künstliche Intelligenz setzt … erklärt Innovationschefin Veronica Lange bei Bloomberg.

Ein subkritisches Porträt über den Münchner Video-Ident-Spezialisten IDNow … findet sich auf dem Investigativ-Portal Munich Startups.

Und um bösen Anrufen seitens der DZ Bank aufgrund der penetranten Verwendung des Begriffs „HSH light“ in Bezug auf die DVB vorzubeugen … verweisen wir auch an diesem Freitag wieder untertänigst auf das wunderbare „Was wir lesen“-Kompendium der Digitalisierungsexperten des DZ-Innovationsblogs. Was wir lesen

Karriere

Aufseher müsste man sein: Die EZB will nicht nur, aber auch wegen des Brexits nochmal 170 Mitarbeiter für die Aufsicht einstellen. Bloomberg/HB

Aus diesem Anlass … haben die Kollegen von „efinancialcareers“ mal wieder ihren zeitlos informativen Artikel über die vielfältigen Privilegien der EZB-Mitarbeiter hervorgekramt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die Mutation der HSH Nordbank zum Zinsjäger-Institut. Finanz-Szene.de

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

… ich hier jeden Morgen die besten Informationen zu Fintechs und den Internet-Aktivitäten der Banken erhalte. Zudem ist der Newsletter qualitativ hochwertig und ab und zu mit viel Humor geschrieben.“

Henrich Blase, Gründer und Chef von Check24