Newsletter 28/09/17: Sparkassen-Promi, ING Diba, „Mobile Moment“ der Dt. Bank

Exklusiv: Das pikante Mini-Investment des Promi-CEOs der Sparkassen

Als die Sparkassen vergangenes Jahr nach einem neuen Geschäftsführer für ihren Acquiring-Spezialisten B+S Card (mittlerweile „BS Payone“) suchten – da wurden sie nicht wie sonst üblich im eigenen Apparat fündig, sondern verpflichteten stattdessen einen der profiliertesten europäischen Payment-Manager, den Schweizer Niklaus Santschi. Recherchen von „Finanz-Szene.de“ zeigen nun: BS Payone scheint seit Santschis Ernennung eine Art Lieblings-Kooperationspartner zu haben, nämlich ein Fintech namens Blue Code. Und jetzt raten Sie mal, wer unseren Recherchen zufolge zu den Gesellschaftern des schweizerischen Blue-Code-Hauptaktionärs BC Capital gehört? Genau, Herr Santschi (wobei der Anteil überschaubar ist, wie man fairerweise hinzufügen muss). Hier die komplette Geschichte: 

Finanz-Szene.de

News

Deutsche Bank feiert ihren „Mobile Moment“: Wie das größte deutsche Geldhaus gestern mitteilte, loggten sich am 29. August erstmals mehr Kunden via Smartphone oder Tablet ins Online-Angebot der Bank ein als vom PC aus. Pressemitteilung

Der stille Wandel der ING-Diba zur Universalbank: Von wegen nur Tagesgeld und Baufinanzierung. Die Tochter ING Wholesale wächst und wächst und hat mal wieder 20 neue Stellen ausgeschrieben, berichten die Kollegen von efinancialcareers. Und auch im Anlagebereich arrondiert die Oranje-Bank munter vor sich hin, fiel unserem Leser Ralf Breuer (er betreibt den Blog „Investabel“) dieser Tage auf. Offenbar neu im Angebot: Öko-Fonds. efinancialcareers, Investabel-Blog

Großrazzia bei deutscher UBS: Die Staatsanwaltschaft Bochum hat gestern diverse Standorte der Schweizer Großbank hierzulande durchsucht. Dabei geht es um den Verdacht, UBS-Kunden könnten bei ihrer Steuererklärung Kapitalerträge verschwiegen haben. Hintergrund der Ermittlungen: Das Land NRW hat offenbar erneut eine „Steuer-CD“ angekauft. Rund 2000 UBS-Kunden sollen betroffen sein. Reuters, Wirtschaftswoche

„HSH light“ soll Schiffe versenken: Nach „Reuters“-Informationen erhöht die DZ Bank den Druck auf ihre Problem-Tochter DVB, das immer noch elf Mrd. Euro schwere Schiffportfolio möglichst rasch abzubauen. Handelsblatt

Britischer N26-Konkurrent will Deutschland erobern. Letzte Woche hatten wir bereits berichtet, dass der „Country Manager DACH“ des britischen Fintechs Revolut fröhlich rumtwittert, man sei „growing like crazy in Germany“. Was der gute Mann uns damit sagen wollte: Revolut kommt nun auch offiziell nach Deutschland. Handelsblatt, Mobilflip

Und noch eine News… die regelmäßige „Finanz-Szene.de“-Leser nicht wirklich überraschen wird: Der neue Chef des Bankhaus Lampe (bei dem es ja eigentlich mal einen prädestinierten internen CEO-Nachfolge-Kandidaten gab, oder etwa nicht?) kommt gaaanz weit von außen. Hat aber sicher nichts mit den extrem schwachen 2016er-Zahlen zu tun! Pressemitteilung

Beyond .de

Lackmus-Test für Banken-IPOs: Der ja auch in Deutschland sehr umtriebige Finanzinvestor Cerberus will die österreich Großbank Bawag in Kürze an die Börse bringen. Bis zu 30 Prozent der Anteile sollen platziert werden. Standard

Lesetipps

Warum scheiterte Outbank? Kein anderes Multibanking-Tool war eher am Markt – und kaum eine andere Finanz-App generierte so früh bereits nennenswerte Erlöse. Warum also mutierte das Erfolgs-Startup Outbank zum Pleite-Fintech? Der Consultant und Blogger Maik Klotz hat ein paar Erklärungen parat. Paymentandbanking

Wie Goldman Sachs sowohl Fintechs auch auch Retailbanken angreift: Kaum eine andere Bank investiert derart aggressiv in Finanztechnologie, wie die US-Investmentbank dies seit Jahren tut. Dazu passt, dass die Researcher von CB Insights in einer diese Woche veröffentlichten Analyse zu dem Schluss kommen, bei 46 Prozent aller momentan von Goldman ausgeschriebenen Stellen handele es sich um Tech-Jobs. Spannend ist dabei vor allem, auf welches Segment die Offensive zielt. Denn das Motto lautet: Main Street statt Wall Street. Finews, CB Insights

Klickfavorit:

… war gestern das Fintech-Bashing des Finanzinvestors Christopher Flowers. Handelsblatt

Aus der Szene

Man sollte wieder regelmäßiger die „Bild Frankfurt“ lesen. Denn dort finden sich die echten Perlen. Also: Vergangene Woche stieg (und wir haben’s völlig verpennt) im Grandhotel (!) Hessischer Hof eine „Bild-Lounge“ zur Frage „Was bringt uns der Brexit wirklich?“. Dabei wurde OB Feldmann offenbar mit den Zahlen der jüngsten „Main Finance“-Studie konfrontiert (die mit den 88.000 neuen Jobs …). Und was sagte OB Feldmann laut „Bild“ glattweg: „Die [Zahlen] scheinen frei erfunden.“ War das nun ein Witz? War es die Wahrheit? Oder ist es vielleicht einfach egal? Denn: Schauen Sie sich doch bitte mal die Bilder an, die der „Bild“-Fotograf bei der Veranstaltung schoss: Erkennt man an denen nicht, dass die Frankfurter Szene auch jetzt schon genügend weltstädtisches Flair versprüht – ganz ohne Brexit-Banker? Bild-Zeitung