Newsletter 29/11/17: „Robin“ von der Deutschen Bank, HNA macht Kasse, Der neue DSGV-Chef

Exklusiv: Der Robo der Deutschen Bank ist da – und trägt den Namen „Robin“

Die Deutsche Bank ist als erste Großbank hierzulande mit einem eigenen Robo Advisor livegegangen – diese Entdeckung hat „Finanz-Szene.de“ gestern Nachmittag gemacht. Der digitale Vermögensverwalter, der eigentlich schon für den Spätsommer angekündigt war, trägt den Namen „Robin“ und wurde offenbar Anfang der Woche freigeschaltet. Auf der Startseite der Deutschen Bank findet sich allerdings noch kein Hinweis, ebenso wenig wie auf der Startseite des hauseigenen Brokers Maxblue. Stattdessen ist der Link, der zu dem neuen Angebot führt, einigermaßen gut versteckt worden. Allem Anschein nach wollte die DBank mit ihrem Online-Vermögensverwalter also zunächst  unter der Wahrnehmungsschwelle bleiben – womöglich, um erst einmal einen Testlauf unter Live-Bedingungen zu absolvieren. Was „Robin“ kann, welche Anlagestrategie er verfolgt und ob auch Nicht-Deutsche-Bank-Kunden ein Depot eröffnen können, erfahren Sie hier:

Finanz-Szene.de

Wer ist der neue Sparkassen-Präsident?

Helmut Schleweis, bislang Chef der Sparkasse Heidelberg, soll schnellstmöglich als Nachfolger von Georg Fahrenschon an die DSGV-Spitze rücken – das haben die sogenannten Sparkassen-Verbandsvorsteher gestern beschlossen. Bekannt ist über den 63-Jährigen so gut wie gar nichts. Mal abgesehen davon, dass es in seiner Vita praktische keine Einträge mehr gäbe, würde man das Wort „Sparkasse“ aus ihr eliminieren. Ausbildung bei der Sparkasse Heidelberg. Sparkassen-Fachlehrgang an der Sparkassen-Akademie in Rastatt. Weiterbildung an der Deutschen Sparkassen-Akademie in Bonn. Und schließlich Aufstieg in den Vorstand ebenjener Sparkasse Heidelberg, bei der er schon die Ausbildung gemacht hatte. Beim DSGV übrigens amtierte Schleweis zuletzt als Bundesobmann der Sparkassenvorstände, was auch immer das sein mag. Wirtschaftswoche, Börsenzeitung (Paywall)

News

Deutsche Bank vertröstet ihre Aktionäre: Bis der Umbau des Investmentbankings abgeschlossen sei, „wird es wohl noch zwei bis drei Jahre dauern“, haben die beiden zuständigen Vorstände Markus Schenck und Garth Ritchie dem „Handelsblatt“ gestanden. Vorabmeldung (frei zugänglich)Das komplette Interview (Paywall)

HNA versucht liquide zu bleiben (oder zu werden?): Der umstrittene Knapp-10-Prozent-Aktionär der Deutschen Bank will offenbar sein Portfolio ausdünnen – und auf diesem Wege die Kasse aufbessern. An der Beteiligung an der DBank indes wird allem Anschein nach nicht gerüttelt. Reuters

Beyond .de

Der Bitcoin überspringt die 10.000-Dollar-Marke: … naja, zumindest hat er das gestern an einzelnen Börsen getan. Mehr zum Thema weiter unten bei den „Lesetipps“. Spiegel Online

Britische Banken würden harten Brexit überstehen: Das zumindest ist bei einem Stresstest der britischen Notenbank herausgekommen. Guardian

Lesetipps

Warum das Geschäftsmodell von Cringle (und anderen P2P-Payment-Fintechs) nicht funktionieren kann: Der mysteriöse Leopold Bosankic hat die nächste als Blog-Eintrag getarnte Master-Thesis verfasst. Diesmal knöpft er sich insbesondere das Berliner Fintech Cringle vor und erklärt unter Bezugnahme u.a. auf Bundesbank-Statistiken („bis zu 90 % aller Zahlungen unter 20 Euro werden in Deutschland cash abgewickelt“), warum sich P2P-Payment hierzulande vermutlich auch auf Jahre hinaus nicht durchsetzen wird. Für aussichtsreicher hält Bosankic übrigens den Weg, den Lendstar geht – nämlich ganz gezielt digitalaffine Communities anzusprechen, statt gleich den Gesamtmarkt (den es sozusagen gar nicht gibt) ins Visier zu nehmen. Das ändert freilich nichts daran, dass am Ende auch Lendstar vor dem gleichen Problem steht wie alle anderen P2P-Payment-Anbieter hierzulande: Deutschland ist nicht Dänemark. leobosankic.com

Was ist los im Staate Berenberg? Die „Wirtschaftswoche“ hat ihren jüngsten Print-Artikel, in dem  Christof Schürmann ganz schön austeilt gegen die Hamburger Privatbank, online gestellt (allerdings hinter einer Paywall). Der Bericht greift  die bereits bekannten Ermittlungen wegen umstrittener Aktiendeals auf, ergänzt das Ganze um einen vermeintlichen „Fall Vossloh“,  kocht ein bisschen in der Gerüchteküche – und hat zum Schluss noch einen ziemlichen Kracher parat. Demnach sollen die in den vergangenen Jahren so hervorragenden Berenberg-Zahlen zuletzt alles andere als hervorragend gewesen sein.  Wirtschaftswoche (Paywall)

Wie sich Banken gegen Fintechs wehren: Ein Werkstattbesuch in der Digitalfabrik der Deutschen Bank. Wirtschaftswoche

Warum der Bitcoin bald crashen wird: Weil er im Zuge des technologischen Fortschritt bei Kryptowährungen durch effizientere Alternativen ersetzt werden wird – so sieht das jedenfalls Daniel Pfändler, Portfoliostratege beim Vermögensverwalter Main Sky. Manager Magazin

„Alle reden über Bitcoin – nur unsere Banken nicht“: … und das sei ein gewaltiges Problem, findet Frank Schmiechen, der Chefredakteur von „Gründerszene“.

Screen Scraping ist nicht gleich Screen Scraping: Und damit sei auch nicht jede Form des Screen Scrapings tot, erläutert Ralf Ohlhausen, Business Development Director beim Payment-Spezialisten PPRO. IT-Finanzmagazin

Klickfavorit

… war gestern die Cerberus-Reportage aus dem „Manager Magazin“.

Ich lese „Finanz-Szene.de“, weil …

dieser Newsletter Fintech-Themen mit klassischen Bank-Themen zusammenbringt, was es sonst so nicht gibt. Und das alles auf prägnante Art und Weise.

Martin Setzer, ehem. COO und Senior Advisor Digitalisierung bei der LBBW