Wie die Deka dank Filial-Power in vier Jahren einen 65-Mrd.-Euro-Markt eroberte

Von Heinz-Roger Dohms

Da reden wir hier immer von der Digitalisierung, beschwören das Sterben der Filialen, vermelden jede einzelne Million, die irgendein Robo Advisor irgendeinem „Kunden 4.0“ da draußen abgetrotzt hat – und dann blättert man eher zufällig (bzw.: aus Themennot) durch die Marktstatistiken des Deutschen Derivate Verbands und stellt fest, dass es ja auch noch eine ganz andere Welt da draußen gibt: den guten, alten Markt für Investment-Zertifkate.

Natürlich ist dieser Markt nicht mehr so groß, wie er das vor Lehman einmal war. Aber hübsche 65 Mrd. Euro bringt er immer noch auf die Waage und ist damit – wenn an dieser Stelle eine Pi-mal-Daumen-Schätzung erlaubt sei – rund 15 bis 20-mal so groß wie der Robo-Markt. Kein Wunder also, dass die Deka momentan so zufrieden mit sich ist. Denn dank Sparkassen-Filial-Power hat der öffentlich-rechtliche Asset Manager seinen Marktanteil binnen vier (!) Jahren von o% auf 17,2% gepusht.

Ist das nachhaltig? Keine Ahnung. Aber für den Moment verdienen die Deka und mit ihr die Sparkassen ordentlich Geld in dem Segment. Anders als die Deutsche Bank und die Commerzbank, die in den vergangenen Jahren brutal Marktanteile verloren (oder soll man sagen: freiwillig hergeschenkt?) haben:

 

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