Wie viele Banken sterben in Deutschland wirklich?

Von Heinz-Roger Dohms

Wie viele Banken sterben in Deutschland wirklich? Und einmal angenommen, die aktuelle Sterberate ließe sich bis 2030 fortschreiben, gäbe es in Deutschland dann wirklich nur noch 150 bis 300 Banken, wie die Consultants von Oliver Wyman neulich behauptet haben?

Wer heute Früh die „SZ“, die frischesten Barkow-Zahlen und einen CAGR-tauglichen Taschenrechner in die Hand nimmt, der kommt zu folgenden Antworten: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Banken um hochgerechnet 4,7 Prozent auf rund 1800 zurückgegangen (warum hochgerechnet? Weil die Zahl auf „nur“ 91 Prozent des Marktes beruht). Diese 4,7 Prozent bedeuteten zwar die höchste Sterberate seit 2003, würden aber bei einer entsprechenden Fortschreibung trotzdem nicht einmal annähernd ausreichen, um auf die Zahlen von Wyman zu kommen. Sondern: Man würde bei rund 960 Banken landen. Wollte man bei 300 Banken landen, dann müsste man stattdessen von einer Sterberate von rund 13 Prozent ausgehen. Und um auf 150 zu kommen, wären es sogar rund 17,5 Prozent.

Nun sei hinzugefügt: Der Ausgangswert von Wyman (1600 Banken) ist, warum auch immer, nicht der der Bundesbank (rund 1900 Banken per Ende 2016). Und: Wyman geht – was per se nicht unplausibel ist – von einer „Beschleunigung des Prozesses“ aus. Diese Beschleunigung müsste dann aber i.d.T. seeehr kräftig sein.