Oliver Wyman schnappt sich Ex-Commerzbank-Managerin

Von Heinz-Roger Dohms

Interessante Personalie aus der Frankfurter Community: Tanja Birkholz, die zuletzt fünf Jahre lang die Investor-Relations-Abteilung der Commerzbank leitete, hat als Partnerin bei der (bei Banken besonders gut aufgestellten) Consulting-Firma Oliver Wyman angeheuert. Das geht aus einer Mitteilung der Strategieberatung sowie aus dem Linkedin-Profil der 44-Jährigen hervor.

Birkholz hatte die Commerzbank vor wenigen Monate „auf eigenen Wunsch“ verlassen, wie es damals in einer internen Mitteilung hieß.  „Tanja Birkholz hat es auch in turbulenten Zeiten immer wieder geschafft, die Interessen des Kapitalmarktes mit denen der Bank auszubalancieren“, ließ sich Finanzvorstand Stephan Engels seinerzeit zitieren.

Birkholz studierte Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen und der London School of Economics und erwarb berufsbegleitend die Qualifikation zum Chartered Financial Analyst sowie zum Financial Risk Manager. Bei Oliver Wyman wird ihr Schwerpunkt im Bereich Finance & Risk liegen.

„Wir befinden uns weiter auf starkem Wachstumskurs und wollen uns als Unternehmen in der Gruppe der Top 3 Strategieberatungen etablieren“, sagte Finja Carolin Kütz, Deutschland-Chefin von Oliver Wyman, zur Berufung von Birkholz. Alleine im letzten Jahr ernannte die Consulting-Firma weltweit rund 40 neue Partner.

Newsletter 14/09/17: Atempause für Kengeter, Deutsche Bank, 50.000 Jobs weg

Großaktionäre moppern gegen John Cryan

Unter einflussreichen Investoren wächst die Unmut über Deutsche-Bank-Chef John Cryan. Das berichtet heute Früh das „Handelsblatt“. „Der Vorstandsvorsitzende hatte im Frühjahr eine komfortable Ausgangslage, aber er hat sie schlecht genutzt. Ich glaube zunehmend, dass er nicht mehr der Richtige ist“, zitieren die Kollegen einen Deutsche-Bank-Großaktionär. Ein anderer habe sich ähnlich geäußert: „Er hat in den gut zwei Jahren an der Spitze der Bank schlicht zu wenig verändert.“ Pikant: Dem Bericht zufolge zeigen sich auch die Kataris, die gut neun Prozent am größten deutschen Geldinstitut halten, irritiert. Hintergrund: Für sie ist Cryan eher ein Übergangschef – der Brite allerdings hatte jüngst erkennen lassen, dass er durchaus gewillt ist, über 2020 (dann läuft sein Vertrag aus) hinaus weiterzumachen.

Handelsblatt (Paywall)

Exklusiv

Quirin und Outbank loten Zusammenschluss aus: Es ist ein Techtelmechtel der spannenderen Sorte: Nach Recherchen von Finanz-Szene.de sprechen die Berliner Quirin-Bank und das Fintech Outbank über einen möglichen Zusammenschluss. Outbank-CEO Anya Schmidt und CFO Ralf Stangl weilten diesbezüglich Anfang der Woche sogar schon in der Hauptstadt, berichten Insider. Eine Idee ist es, die Multibanking-App von Outbank mit dem Robo-Advisor von Quirin zu verknüpfen. Darüber hinaus könnte es aber auch um eine Übernahme (des Fintechs durch die Bank) gehen. Die beiden Unternehmen wollten die Informationen nicht kommentieren. Finanz-Szene.de

News

Deutsche Börse kauft ihren Vorstandschef frei: Mit einer Zahlung von 10,5 Mio. Euro will die Börse das Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter aus der Welt schaffen – das haben Vorstand und Aufsichtsrat gestern Abend beschlossen. Merke: Wenn die Schlinge nur groß genug ist, dann kriegt man auch seinen Kopf aus ihr raus. FAZ

Was die ING wirklich mit Scalable vorhat: „Steigt die ING Diba bei Scalable Capital ein?“ fragten wir gestern morgen dickzeilig in unserem Newsletter (unter Bezug auf die „Börsenzeitung“, die ebendies berichtet hatte, freilich ohne Fragezeichen). Um die Sache aufzulösen: Nein, die ING steigt nicht beim größten deutschen Robo-Advisor ein. Nach Informationen von Finanz-Szene.de will man aber kooperieren. Sorry, liebe Leser(innen), dass wir Sie da gestern auf die falsche Fährte gesetzt haben. Finanz-Szene.de

Weltsparen umgarnt jetzt auch Geschäftskunden: Das bislang auf die Vermittlung privater Spareinlagen fokussierte Berliner Fintech erweitert seine Produktpalette. Finanz-Szene.de, Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche Asset Management will Mifid-Kosten selber tragen: … dagegen haben Union Investment, Deka und Carmignac angekündigt, die künftig wegen Mifid II zu zahlenden Research-Gebühren an die Kunden weitergeben zu wollen. Die große Frage lautet nun noch: Was macht Blackrock? Fondsprofessionell

Scope erwägt Börsengang: Das hat Florian Schöller, Chef der aufstrebenden Berliner Ratingagentur (die einen starken Banken-Fokus hat), der „Börsenzeitung“ erzählt. Die Pläne klingen dabei so mittelkonkret: Im nächsten Jahr will Scope die nötigen Voraussetzungen für ein IPO schaffen, danach soll binnen zwei bis drei Jahren die Erstnotiz erfolgen. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

So wenige Banker gab es zuletzt 1997: Europas Finanzinstitute haben 2016 rund 50.000 Arbeitsplätze abgebaut (und gut 9000 Filialen geschlossen), sagt die Europäische Bankenvereinigung. Damit arbeiten in der Branche so wenige Leute wie zuletzt vor 20 Jahren – und mehr werden’s vermutlich auch nicht mehr werden. Standard

Karriere

So viel verdienen Deutschlands Landesbanker: Während wir selber unsere traurigen Wochenenden gern mal mit der Lektüre des Bundesanzeigers verbringen, hat Kollege Florian Hamann von „efinancialcareers“ gottlob Besseres zu tun – er liest Vergütungsberichte. Dabei hat er auch diesmal wieder Erstaunliches zutage gefördert: Dafür dass ja auch Landesbanker irgendwie Banker sind, verdienen sie ganz schön wenig (@Jörg Kukies: Es geht um Jahresgehälter, nicht um Wochengehälter). efinancialcareers

Lesetipps

Was Société Générale der Deutschen Bank vorwirft: Wie gestern berichtet, hat die französische Großbank das Kusrziel für den deutschen Rivalen auf 10,50 Euro herabgesetzt. Da die Société-Analysen zur DBank in der Vergangenheit zu gut waren, als dass man das Ganze als billige Konkurrentenschelte abtun sollte, dokumentieren wir heute die Kernaussagen der Research-Studie. Finanz-Szene.de

Was Filialbanken von den Apple-Stores (also von den physischen Stores, nicht vom iTunes Store) lernen können: … erläutert sehr anschaulich der Berater und Blogger Hansjörg Leichsenring. Der Bank-Blog

Warum die Finanzkrise vorhersehbar war: … erklären die Um-die-Ecke-Denker von FT Alphaville.

Klickfavorit

… war gestern ausgerechnet das, nun ja, sagen wir: nicht zu 100 Prozent zielführende Stück über die ING Diba und Scalable Capital (erlauben Sie uns, auf eine neuerliche Verlinkung ausnahmesweise zu verzichten).

Newsletter 14/09/17: Quirin/Outbank, Weltsparen, Deutsche Bank

Exklusiv: Quirin-Bank und Outbank loten möglichen Zusammenschluss aus

Es ist ein Techtelmechtel der spannenderen Sorte: Nach Recherchen von Finanz-Szene.de sprechen die Berliner Quirin-Bank und das Fintech Outbank über einen möglichen Zusammenschluss. Outbank-CEO Anya Schmidt und CFO Ralf Stangl weilten diesbezüglich Anfang der Woche sogar schon in der Hauptstadt, berichten Insider. Eine Idee ist es, die Multibanking-App von Outbank mit dem Robo-Advisor von Quirin zu verknüpfen. Darüber hinaus könnte es aber auch um eine Übernahme (des Fintechs durch die Bank) gehen. Die beiden Unternehmen wollten die Informationen nicht kommentieren. Selbst wenn es mit Quirin letztlich aber keinen Deal geben sollte: Outbank mit seinen Promi-Investoren Frank Thelen und Klaus Hommels stehen spannende Wochen bevor.

Finanz-Szene.de

News

Investoren moppern gegen John Cryan: Unter einflussreichen Investoren wächst die Unmut über den Deutsche-Bank-Chef, berichtet das „Handelsblatt“. „Der Vorstandsvorsitzende hatte im Frühjahr eine komfortable Ausgangslage, aber er hat sie schlecht genutzt. Ich glaube zunehmend, dass er nicht mehr der Richtige ist“, zitieren die Kollegen einen Deutsche-Bank-Großaktionär. Ein anderer habe sich ähnlich geäußert: „Er hat in den gut zwei Jahren an der Spitze der Bank schlicht zu wenig verändert.“ Handelsblatt (Paywall)

Was die ING wirklich mit Scalable vorhat: „Steigt die ING Diba bei Scalable Capital ein?“ fragten wir gestern morgen dickzeilig in unserem Newsletter (unter Bezug auf die „Börsenzeitung“, die ebendies berichtet hatte, freilich ohne Fragezeichen). Um die Sache aufzulösen: Nein, die ING steigt nicht beim größten deutschen Robo-Advisor ein. Nach Informationen von Finanz-Szene.de will man aber kooperieren. Sorry, liebe Leser(innen), dass wir Sie da gestern auf die falsche Fährte gesetzt haben. Finanz-Szene.de

Weltsparen umgarnt jetzt auch Geschäftskunden: Das bislang auf die Vermittlung privater Spareinlagen fokussierte Berliner Fintech erweitert seine Produktpalette. Finanz-Szene.de, Börsenzeitung (Paywall)

Deutsche Börse kauft ihren Vorstandschef frei: Mit einer Zahlung von 10,5 Mio. Euro will die Börse das Ermittlungsverfahren gegen Carsten Kengeter aus der Welt schaffen – das haben Vorstand und Aufsichtsrat gestern Abend beschlossen. Merke: Wenn die Schlinge nur groß genug ist, dann kriegt man auch seinen Kopf aus ihr raus. FAZ

Deutsche Asset Management will Mifid-Kosten selber tragen: … dagegen hatten Union Investment, Deka und Carmignac jüngst angekündigt, die künftig wegen Mifid II zu zahlenden Research-Gebühren an die Kunden weitergeben zu wollen. Die große Frage lautet nun noch: Was macht Blackrock? Fondsprofessionell

Scope erwägt Börsengang: Das hat Florian Schöller, Chef der aufstrebenden Berliner Ratingagentur (die einen starken Banken-Fokus hat), der „Börsenzeitung“ erzählt. Die Pläne klingen dabei so mittelkonkret: Im nächsten Jahr will Scope die nötigen Voraussetzungen für ein IPO schaffen, danach soll binnen zwei bis drei Jahren die Erstnotiz erfolgen. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

So wenige Banker gab es zuletzt 1997: Europas Finanzinstitute haben 2016 rund 50.000 Arbeitsplätze abgebaut (und gut 9000 Filialen geschlossen), sagt die Europäische Bankenvereinigung. Damit arbeiten in der Branche so wenige Leute wie zuletzt vor 20 Jahren – und mehr werden’s vermutlich auch nicht mehr werden. Standard

Karriere

So viel verdienen Deutschlands Landesbanker: Während wir selber unsere traurigen Wochenenden gern mal mit der Lektüre des Bundesanzeigers verbringen, hat Kollege Florian Hamann von „efinancialcareers“ gottlob Besseres zu tun – er liest Vergütungsberichte. Dabei hat er auch diesmal wieder Erstaunliches zutage gefördert: Dafür dass ja auch Landesbanker irgendwie Banker sind, verdienen sie ganz schön wenig (@Jörg Kukies: Es geht um Jahresgehälter, nicht um Wochengehälter). efinancialcareers

Lesetipps

Was Société Générale der Deutschen Bank vorwirft: Wie gestern berichtet, hat die französische Großbank das Kusrziel für den deutschen Rivalen auf 10,50 Euro herabgesetzt. Da die Société-Analysen zur DBank in der Vergangenheit zu gut waren, als dass man das Ganze als billige Konkurrentenschelte abtun sollte, dokumentieren wir heute die Kernaussagen der Research-Studie. Finanz-Szene.de

Was Filialbanken von den Apple-Stores (also von den physischen Stores, nicht vom iTunes Store) lernen können: … erläutert sehr anschaulich der Berater und Blogger Hansjörg Leichsenring. Der Bank-Blog

Warum die Finanzkrise vorhersehbar war: … erklären die Um-die-Ecke-Denker von FT Alphaville.

Klickfavorit

… war gestern ausgerechnet das, nun ja, sagen wir: nicht zu 100 Prozent zielführende Stück über die ING Diba und Scalable Capital (erlauben Sie uns, auf eine neuerliche Verlinkung ausnahmesweise zu verzichten).

Weltsparen umgarnt jetzt auch Geschäftskunden

Das bislang auf die Vermittlung privater Spareinlagen fokussierte Berliner Fintech Weltsparen nimmt nun erstmals auch Geschäftskunden ins Visier.  Dafür hat die Tages- und Festgeldplattform als Partnerbanken die Banco BNI aus Portugal, ein Institut namens Younited aus Frankreich sowie die  Bremer Greensill-Bank gewonnen (bei der es sich um die ehemalige Nordfinanz handelt). Die Zinssätze liegen laut Weltsparen bei bis zu 0,7 Prozent.

Exklusiv: Quirin und Outbank sprechen über möglichen Zusammenschluss

Von Heinz-Roger Dohms

Was bahnt sich denn da für ein hübscher, kleiner Deal an? Nach Informationen vom Finanz-Szene.de hat sich das Dachauer Fintech Outbank dieser Tage der Berliner Quirin-Bank angedient. Wie Insider berichten, waren Outbank-CEO Anya Schmidt und CTO Ralf Sangl zu Wochenbeginn sogar schon in der Hauptstadt, um erste Sondierungsgespräche zu führen.

Die Idee ist es den Recherchen zufolge, den Quirin-eigenen Robo-Advisor Quirion mit dem Multibanking-Tool von Outbank zu verknüpfen. Darüber hinaus dürfte es allerdings auch um eine komplette Übernahme des Fintechs durch das Berliner Geldhaus gehen. Keines der beiden Unternehmen wollte zu den Informationen Stellung nehmen.

Unklar  ist, warum Outbank nur wenige Wochen nach dem mit großem Bohei verkündeten Neustart nun plötzlich bei Quirin andocken will. Die Frage, wann das Fintech die nächste Finanzierung braucht, ließ Anya Schmidt unbeantwortet, ebenso wie die Frage, ob das Management abgesehen von Quirin zurzeit auch mit anderen potenziellen Investoren spricht.

Schmidt hatte jüngst in einem eher ungewöhnliche Schritt das bisherige Geschäftsmodell öffentlich für „gescheitert“ erklärt und einen Neuanfang von Outbank als Finance-Plattform propagiert. Bei dem Fintech sind unter anderem Frank Thelen (also der Thelen aus der TV-Sendung „Die Höhle des Löwen“) und Starinvestor Klaus Hommels (Lakestar) mit von der Partie.

Von Quirin kamen zuletzt vor allem positive Nachrichten. Der einstige Honorarberatungs-Spezialist, der sich immer stärker zu einem klassischen Vermögensverwalter wandelt, schreibt endlich schwarze Zahlen und baut seine Assets under Management aus. Wie Finanz-Szene.de berichtete, läuft es sogar beim Robo Quirion so einigermaßen. Er dürfte bis Jahresende die 100-Millionen-Euro-Marke knacken.

 

Dokumentation: Was die Société Générale der Deutschen Bank vorwirft

Die Société Générale hat das Kursziel für die Deutsche Bank auf nur noch 10,50 Euro runtergeprügelt. Da Société-Analyst Andrew Lim in der Vergangenheit mit seinen Prognosen zum größten hiesigen Geldhaus oftmals richtig lag (wie uns ein langjähriger Deutsche-Bank-Watcher gestern versicherte), dokumentieren wir zwei Kernaussagen der Studie:

  • We reach the conclusion that it [i.e. Deutsche Bank] still has a capital deficit of €3bn as of end-2018e, representing the shortfall in the CET1 leverage ratio of 3.6% at end-2018e (vs 3.5% currently) to a target of 3.75% (the minimum that we think management should target, equal to a 25bp buffer above the regulatory minimum of 3.5%).
  • DBK’s I-bank franchise remains under significant pressure. In our bubble chart profitability analysis, we show how key IBD, Equities and FICC products generate ROEs well below peers, and indeed COE for the most part. A lack of critical mass and the capital deficit mean that DBK has little hope of regaining bulge-bracket status.

Klarstellung: Die ING Diba steigt NICHT bei Scalable Capital ein

Von Heinz-Roger Dohms

Steigt die ING Diba bei Scalable Capital ein? Das fragten wir heute früh in unserem Newsletter, weil die Börsenzeitung selbiges berichtet hatte (freilich ohne Fragezeichen – sprich: als Fakt). Um die Sache aufzulösen: Nein, die ING steigt nicht beim größten deutschen Robo-Advisor ein. Nach Informationen von Finanz-Szene.de will man aber kooperieren. Die Details sollen morgen Früh bei einer Pressekonferenz erläutert werden.

Newsletter 13/09/17: Steigt ING Diba bei Scalable ein?, Ärger für die Commerzbank

Steigt die ING Diba bei Scalable Capital ein?

Wenn stimmt, was der „Platow-Brief“ gestern Abend per Vorabmeldung rumgeschickt haben soll (wir selbst haben es, ehrlich gesagt, nur der „Börsenzeitung“ entnommen) – dann wäre es ein Paukenschlag: Die ING Diba steigt angeblich beim größten deutschen Robo-Advisor Scalable Capital ein. So steht es jedenfalls heute Früh unter Verweis auf „Platow“ in der BÖZ, die zudem schreibt: „Auf Nachfrage wollten sich beide Unternehmen nicht zu dem Bericht äußern“ – eigentlich ein Indiz, dass die Sache stimmt. Wir selbst haben gestern um kurz vor Mitternacht weder bei Scalable noch bei der ING jemanden erreicht (unprofessionell!). Börsenzeitung (Paywall)

Hedge-Fonds mischt Commerzbank auf

Es ist zwar erst mal nur ein symbolischer Angriff – aber der hat es in sich: Der UK-Fonds Petrus Advisers, der nach eigenen Angaben rund ein Prozent an der Comdirect hält, fordert von der Commerzbank, den Vorstand der Online-Tochter umzubesetzen. Konkret: Manager mit Commerzbank-Geruch sollen das Gremium (zumindest teilweise) verlassen und durch externe Manager ersetzt werden. Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, wirft der Investor der Commerzbank „Ideenlosigkeit“ im Umgang mit der Tochter vor. Die Cost-Income-Ratio sei zu hoch, was auch daran liege, dass die Comdirect (überteuerte) Dienstleistungen bei der Commerzbank einkaufe. Handelsblatt (Paywall)

News

BGH urteilt erneut gegen Banken: Der Bundesgerichtshof scheint seine Linie gefunden zu haben: Gebühren sind nur dann zulässig, wenn sie sich an den tatsächlichen Kosten orientieren (was im konkreten Fall der Sparkasse Freiburg offenbar nicht der Fall war). Keine guten Nachrichten für Banken, die die schwindenden Zinserträge durch höhere Provisionseinnahmen kompensieren wollen. Handelsblatt

Consorsbank gewinnt 17.000 Kunden in sechs Wochen: Mit seinem Tagesgeld-Lockangebot von 1,0 Prozent hat der Nürnberger Online-Broker seit Ende Juli rund 320 Mio. Euro eingesammelt. Um das Geld gehe es der BNP-Paribas-Tochter aber nicht, erläutert die „Frankfurter Allgemeine“ – sondern allein um die Gewinnung von Neukunden. FAZ, Seite 27

Sparkassen expandieren gegen Niedrigzins an: Die öffentlich-rechtlichen Institute haben im ersten Halbjahr Kredite an KMUs in Höhe von 41 Mrd. Euro vergeben – neuer Rekord. Der Bestand wuchs um 2,4 Prozent auf gut 387 Mrd. Euro. Ob das reicht, um die bröckelnden Margen wettzumachen? Wirtschaftswoche

Konkurrenz provoziert die Deutsche Bank: Der nächste direkte Konkurrent stuft die Aktie des größten hiesigen Geldhauses signifikant  herab. Laut Société Générale wäre das Papier erst bei 10,50 Euro fair bewertet (Kurs gestern Abend: 14,20 Euro). Aktiencheck, Chart

… und noch was für Basel-Fetischisten: Laut Bundesbank haben die deutschen Geldhäuser ihre Risikoaktiva seit Juni 2011 um 37,4 Prozent reduziert und ihr hartes Kernkapital um 36,1 Prozent heraufgefahren. Macht eine durchschnittliche Tier-One-Dingens-Quote von aktuell 12,7 Prozent (Großbanken) bzw. 15,7 Prozent (Kleinbanken). Kurzum: Basel III kann kommen. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

Wundersame Erholung italienischer Banken? Laut „Financial Times“ ist der Anteil fauler Kredite (gemessen am Darlehensbestand der italienischen Geldinstitute) binnen eines Monats um zehn Prozent gesunken. Markus Krall twitterte uns zwar gestern Abend noch, dass die aggregierten Zahlen „leider nicht stimmen“. Aber mal angenommen, sie stimmen wenigstens der groben Tendenz nach – dann wäre es ja trotzdem eine gute Nachricht. Financial Times (Paywall), Krall-Tweet

Goldman investiert 100 Mio. Pfund in britisches Fintech: Bei dem Auserwählten handelt es sich um Neyber, ein Londoner Startup, das Konsumentenkredite vergibt, die aus den Lohnzahlungen der Darlehensnehmer abgestottert werden (bevor nachher Leserbriefe kommen: Die 100 Mio. Pfund beinhalten sowohl Equity als auch Debt, wir kennen den Unterschied und verwechseln da nichts). Financial Times (Paywall)

JP-Morgan-Chef nennt Bitcoins „ein Betrugssystem“: Der Boom des Digitalgelds sei schlimmer als die Tulpen-Blase, sagt Jamie Dimon. Und behauptet: „Wenn wir einen Trader hätten, der Bitcoins handelt, würde ich ihn umgehend feuern.“ Financial Times (Paywall) , CNBC

Der nächste prominente US-Fintech-CEO tritt zurück: Bei Lending Club waren es im vergangenen Jahr unsaubere Geschäftspraktiken, bei SoFi (ebenfalls ein Marketplace-Lender mit Milliardenbewertung) geht’s nun unter anderem um den Vorwurf sexueller Belästigung. Forbes 

Karriere

Warum Goldman in Frankfurt vor allem uncoole Jobs schafft: Im Zuge des Brexits soll sich die Zahl der Goldmänner in der Main-Metropole (angeblich) verdrei- bis vervierfachen. Doof allerdings: Wie der Frankfurter Bankenprofessor Hellmich ziemlich einleuchtend erklärt, dürfte es sich dabei vor allem um Posten im Middle- und Back-Office handeln. efinancialcareers

Lesetipp

Banking auf Zuruf: Nachdem wir gestern exklusiv berichteten, dass die Sparkassen mit Hochdruck an der Einführung von Alexa arbeiten, nehmen unsere Freunde vom „Handelsblatt“ den Ball heute kongenialerweise auf. Stoßrichtung des Artikels: Welche Finanzdienstleister setzen sonst noch auf Sprachassistenz? Und wie verändert sich dadurch das Bankgeschäft? Handelsblatt (Paywall)

Geldschöpfer gegen Geldschöpfer: Der FT-Alphaville-Blog hat sich ein paar Gedanken zur Auseinandersetzung zwischen Jamie Dimon und den Bitcoinianern (siehe oben) gemacht. FT Alphaville (nicht bezahl-, wohl aber anmeldepflichtig)

Aus der Szene

Unsere Jungs bei Maschmeyer: Nimmt an der neuen Staffel von „Die Höhle des Löwen“ eigentlich auch ein Finanz-Startup teil? Ja: Teamwallet nennt sich die Firma, die sich (wenn wir es richtig verstanden haben) die Fintechisierung der guten, alten Mannschaftskasse vorgenommen hat. Klingt zwar nicht gerade next-big-thing-verdächtig. Aber so schlecht ist es gestern Abend für die Jungs gar nicht gelaufen. Hier der Spielbericht: Focus

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die Sparkassen und Alexa. Finanz-Szene.de

Newsletter 13/09/17: Steigt ING Diba bei Scalable ein?, Ärger für die Commerzbank

Steigt die ING Diba bei Scalable Capital ein?

Wenn stimmt, was der „Platow-Brief“ gestern Abend per Vorabmeldung rumgeschickt haben soll (wir selbst haben es, ehrlich gesagt, nur der „Börsenzeitung“ entnommen) – dann wäre es ein Paukenschlag: Die ING Diba steigt angeblich beim größten deutschen Robo-Advisor Scalable Capital ein. So steht es jedenfalls heute Früh unter Verweis auf „Platow“ in der BÖZ, die zudem schreibt: „Auf Nachfrage wollten sich beide Unternehmen nicht zu dem Bericht äußern“ – eigentlich ein Indiz, dass die Sache stimmt. Wir selbst haben gestern um kurz vor Mitternacht weder bei Scalable noch bei der ING jemanden erreicht (unprofessionell!). Börsenzeitung (Paywall)

Hedge-Fonds mischt Commerzbank auf

Es ist zwar erst mal nur ein symbolischer Angriff – aber der hat es in sich: Der UK-Fonds Petrus Advisers, der nach eigenen Angaben rund ein Prozent an der Comdirect hält, fordert von der Commerzbank, den Vorstand der Online-Tochter umzubesetzen. Konkret: Manager mit Commerzbank-Geruch sollen das Gremium (zumindest teilweise) verlassen und durch externe Manager ersetzt werden. Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, wirft der Investor der Commerzbank „Ideenlosigkeit“ im Umgang mit der Tochter vor. Die Cost-Income-Ratio sei zu hoch, was auch daran liege, dass die Comdirect (überteuerte) Dienstleistungen bei der Commerzbank einkaufe. Handelsblatt (Paywall)

News

BGH urteilt erneut gegen Banken: Der Bundesgerichtshof scheint seine Linie gefunden zu haben: Gebühren sind nur dann zulässig, wenn sie sich an den tatsächlichen Kosten orientieren (was im konkreten Fall der Sparkasse Freiburg offenbar nicht der Fall war). Keine guten Nachrichten für Banken, die die schwindenden Zinserträge durch höhere Provisionseinnahmen kompensieren wollen. Handelsblatt

Consorsbank gewinnt 17.000 Kunden in sechs Wochen: Mit seinem Tagesgeld-Lockangebot von 1,0 Prozent hat der Nürnberger Online-Broker seit Ende Juli rund 320 Mio. Euro eingesammelt. Um das Geld gehe es der BNP-Paribas-Tochter aber nicht, erläutert die „Frankfurter Allgemeine“ – sondern allein um die Gewinnung von Neukunden. FAZ, Seite 27

Sparkassen expandieren gegen Niedrigzins an: Die öffentlich-rechtlichen Institute haben im ersten Halbjahr Kredite an KMUs in Höhe von 41 Mrd. Euro vergeben – neuer Rekord. Der Bestand wuchs um 2,4 Prozent auf gut 387 Mrd. Euro. Ob das reicht, um die bröckelnden Margen wettzumachen? Wirtschaftswoche

Konkurrenz provoziert die Deutsche Bank: Der nächste direkte Konkurrent stuft die Aktie des größten hiesigen Geldhauses signifikant  herab. Laut Société Générale wäre das Papier erst bei 10,50 Euro fair bewertet (Kurs gestern Abend: 14,20 Euro). Aktiencheck, Chart

… und noch was für Basel-Fetischisten: Laut Bundesbank haben die deutschen Geldhäuser ihre Risikoaktiva seit Juni 2011 um 37,4 Prozent reduziert und ihr hartes Kernkapital um 36,1 Prozent heraufgefahren. Macht eine durchschnittliche Tier-One-Dingens-Quote von aktuell 12,7 Prozent (Großbanken) bzw. 15,7 Prozent (Kleinbanken). Kurzum: Basel III kann kommen. Börsenzeitung (Paywall)

Beyond .de

Wundersame Erholung italienischer Banken? Laut „Financial Times“ ist der Anteil fauler Kredite (gemessen am Darlehensbestand der italienischen Geldinstitute) binnen eines Monats um zehn Prozent gesunken. Markus Krall twitterte uns zwar gestern Abend noch, dass die aggregierten Zahlen „leider nicht stimmen“. Aber mal angenommen, sie stimmen wenigstens der groben Tendenz nach – dann wäre es ja trotzdem eine gute Nachricht. Financial Times (Paywall), Krall-Tweet

Goldman investiert 100 Mio. Pfund in britisches Fintech: Bei dem Auserwählten handelt es sich um Neyber, ein Londoner Startup, das Konsumentenkredite vergibt, die aus den Lohnzahlungen der Darlehensnehmer abgestottert werden (bevor nachher Leserbriefe kommen: Die 100 Mio. Pfund beinhalten sowohl Equity als auch Debt, wir kennen den Unterschied und verwechseln da nichts). Financial Times (Paywall)

JP-Morgan-Chef nennt Bitcoins „ein Betrugssystem“: Der Boom des Digitalgelds sei schlimmer als die Tulpen-Blase, sagt Jamie Dimon. Und behauptet: „Wenn wir einen Trader hätten, der Bitcoins handelt, würde ich ihn umgehend feuern.“ Financial Times (Paywall) , CNBC

Der nächste prominente US-Fintech-CEO tritt zurück: Bei Lending Club waren es im vergangenen Jahr unsaubere Geschäftspraktiken, bei SoFi (ebenfalls ein Marketplace-Lender mit Milliardenbewertung) geht’s nun unter anderem um den Vorwurf sexueller Belästigung. Forbes 

Karriere

Warum Goldman in Frankfurt vor allem uncoole Jobs schafft: Im Zuge des Brexits soll sich die Zahl der Goldmänner in der Main-Metropole (angeblich) verdrei- bis vervierfachen. Doof allerdings: Wie der Frankfurter Bankenprofessor Hellmich ziemlich einleuchtend erklärt, dürfte es sich dabei vor allem um Posten im Middle- und Back-Office handeln. efinancialcareers

Lesetipp

Banking auf Zuruf: Nachdem wir gestern exklusiv berichteten, dass die Sparkassen mit Hochdruck an der Einführung von Alexa arbeiten, nehmen unsere Freunde vom „Handelsblatt“ den Ball heute kongenialerweise auf. Stoßrichtung des Artikels: Welche Finanzdienstleister setzen sonst noch auf Sprachassistenz? Und wie verändert sich dadurch das Bankgeschäft? Handelsblatt (Paywall)

Geldschöpfer gegen Geldschöpfer: Der FT-Alphaville-Blog hat sich ein paar Gedanken zur Auseinandersetzung zwischen Jamie Dimon und den Bitcoinianern (siehe oben) gemacht. FT Alphaville (nicht bezahl-, wohl aber anmeldepflichtig)

Aus der Szene

Unsere Jungs bei Maschmeyer: Nimmt an der neuen Staffel von „Die Höhle des Löwen“ eigentlich auch ein Finanz-Startup teil? Ja: Teamwallet nennt sich die Firma, die sich (wenn wir es richtig verstanden haben) die Fintechisierung der guten, alten Mannschaftskasse vorgenommen hat. Klingt zwar nicht gerade next-big-thing-verdächtig. Aber so schlecht ist es gestern Abend für die Jungs gar nicht gelaufen. Hier der Spielbericht: Focus

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über die Sparkassen und Alexa. Finanz-Szene.de

Newsletter 12/09/17: Sparkassen führen Alexa ein, Deutsche Bank, PSD2

Exklusiv: Sparkassen vor Einführung von Alexa

Es war bis heute Früh eines der besser gehüteten Geheimnisse im deutschen Bankensektor: Die Sparkassen arbeiten mit Hochdruck an der Einführung von Alexa – also der Spracherkennung von Amazon. Das hat Bernd Wittkamp, Chef des „Sparkassen Innovation Hub“, im Interview mit Finanz-Szene.de verraten. „Technisch sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagte der 52-Jährige. Ziel sei es, Alexa den einzelnen Sparkassen noch in diesem Jahr anzubieten. Daneben ist auch eine weitere Produktkooperation nahezu spruchreif – nämlich die mit dem in München ansässigen Vertragsmanager Aboalarm. „Hier können wir hoffentlich im ersten Quartal 2018 Vollzug melden“, sagte Wittkamp. Finanz-Szene.de

News

Frankfurt fast schon besser als Platz eins: Eigentlich dachten wir, die hessische Landeshauptstadt (ach nee, das ja auch nicht) wäre längst das wichtigste globale Finanzzentrum (Sie wissen schon: Jetzt, wo die Brexit-Banker kommen …). Stattdessen, so lernen wir heute Früh bei der Lektüre der FAZ, liegt Frankfurt im „Global Financial Services Index“ nur auf Platz 11. Wobei, was heißt nur? FFM kommt von Platz 23, hat also 12 Ränge  gutgemacht. Noch so ein Sprung – und Frankfurt liegt nächstes Jahr sogar zwei Ränge vor dem Erstplatzierten. FAZ (S.23), Barkow (Grafik), Bloomberg

Fintech-Aktie kehrt unter die Decke zurück: Die Frankfurter Finlab AG hat sich, wie bereits am Freitag verlautete, an der britischen Bitcoin-Plattform Vaultoro beteiligt. Warum wir darüber heute, also fast vier Tage später, noch berichten? Weil wir in „Der Aktionär“ die Überschrift „Aktie geht durch die Decke“ so süß fanden. Dazu muss man wissen, das „Der Aktionär“-Herausgeber Bernd Förtsch an der Finlab AG „mittelbar wesentlich beteiligt“ ist. Gestern übrigens ist die Finlab-Aktie, so weit wir das beurteilen können, wieder unter die Decke zurückgekehrt. Der Aktionär

Helaba war schon vorher super: Aus dem groß angekündigten „Portfolio-Review“ der hessisch-thüringischen Landesbank ist dann doch ein sehr überschaubares „Portfolio-Revirementchen“ geworden. Die Helaba will die Außenhandelsfinanzierung, ihre Aktivitäten in Schweden und Frankreich sowie das Verbundgeschäft mit den Sparkassen stärken (letzteres behaupten Landesbanken freilich immer). Da wir uns aber nicht nachsagen lassen wollen, immer nur das Schlechte zu sehen, betonen wir diesmal das Gute: Bestimmt war das Helaba-Portfolio schon vor dem Review tipptopp. Börsenzeitung (Paywall)

Aus der Szene

Deutsche Bank twittert gegen eigenen Chef: Hat John Cryan nicht erst vergangene Woche wieder gegen die Niedrigzinspolitik der EZB gewettert? Und hatte er nicht vor einem Jahr in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ vor den „fatalen Folgen“ dieser Politik auch für seine eigene Branche gewarnt? Nun denn: Zumindest im eigenen Haus scheint man von Cryans Thesen nicht so wahnsinnig viel zu halten. Wie sonst ist zu erklären, dass die Deutsche Bank gestern auf Twitter ausgerechnet das Extremniedrigzinsland Dänemark explizit lobte: „#Dänemark: Banken arbeiten hochprofitabel – deren Aktien liefen in den vergangenen 12 Monaten besser als der Gesamtmarkt.“ Wer sich übrigens ein wenig intensiver mit dem Phänomen „Hohe Bankenrentabilität trotz niedriger Zinsen“ beschäftigen möchte, dem sei ein Blogeintrag des stets lesenswerten FAZ-Kollegen Braunberger empfohlen (es geht darin neben Dänemark auch um Schweden). Zudem haben wir die entsprechende, nun ja, EZB-Studie, auf die Braunberger sich beruft, verlinkt. Braunberger-Blog, EZB-Studie

Beyond .de

Goldman umgarnt britische Kleinsparer: Die US-Investmentbank will mit ihrer Einlagenplattform „Marcus“ nächstes Jahr nach Großbritannien expandieren. Fehlt also geographisch (und vermutlich auch strategisch) nicht mehr viel, bis die Amerikaner auch den hiesigen Festgeldmarkt kapern. Hallo, Goldman-Oma. FT (Paywall), Business Insider

Citigroup schafft es in die „Beyond .de-News“: Eigentlich hatten wir uns fest vorgenommen, unsere Leser mit den Quartalsergebnissen amerikanischer Banken zu verschonen. Aber Sie sehen ja selbst: Nix los da draußen. Also: Die Handelserträge der Citigroup sind in Q2 um 15% zurückgegangen. Interessiert Sie das? Reuters

Lesetipps

Die Sparkassen und „der deutsche Bill Gates“: Hinter dem „S-Hub“ (siehe ganz oben) steht die Sparkassen-Softwareschmiede „Star Finanz“. Und die wiederum hat eine ganz interessante Historie. Wer sie nicht kennt – wir haben sie ganz kurz zusammengefasst. Finanz-Szene.de

API-Jünger aufgepasst: Im Umlauf befindet sich seit einigen Tagen eine angeblich „extrem lesenswerte“ PSD2-Studie der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas („Financial Technology – Open to change“, 101 Seiten). Wir halten das Dokument in unseren Händern, dürfen es aber leider nicht verlinken, widrigenfalls wurde uns mit dem Pariser Kassationsgerichtshof und Mifid-Arrest gedroht. Wie Sie trotzdem an die Studie kommen? Lassen Sie Ihre Fantasie spielen.

Ignoriert

Naaaa, sind Sie gestern im Internet oder heute Morgen bei der „BÖZ“-Lektüre auch über die neueste YouGov-Studie zum Thema Kontowechsel gestolpert? Wenn wir uns nicht vergoogelt haben, dann war dies der mindestens dritte YouGov-Kontowechsel-Studien-Irgendwas-Report binnen fünf Monaten. Fragt sich nur noch, ob dieselben Ergebnisse immer wieder aufgewärmt werden oder immer wieder neue Zahlen erfund… äh … wir meinen natürlich: erhoben werden. YouGov (April), YouGov-Studie (Juli), YouGov (September)

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über die Irreführung der Öffentlichkeit durch das Berliner Fintech Smava. Finanz-Szene.de

Back-End

In einem Handelsblatt-Essay fanden sich gestern Zitate von a) Tucholsky, b) Aristoteles, c) Marx, d) Friedman, e) Binswanger [Who the f***???] sowie f) Hayek.

Was wir dem entgegenzusetzen haben? Janosch.

„In der Stadt gingen sie auf die Bank. Dort war ein freundlicher Mann, der zählte die Goldäpfel und sagte: ‚Achthundert. Genau achthundert. Achthundert ist das Doppelte von vierhundert. Da bekommen Sie vierhundert.‘ – ‚Oh, das Doppelte‘, rief der kleine Tiger, ‚wir haben ab jetzt immer Glück, Bär‘ (…).“

In diesem Sinne, schönen Dienstag.

Newsletter 12/09/17: Sparkassen-Scoop, Deutsche Bank vs. Cryan, Kontowechsel-Irrsinn

Exklusiv: Sparkassen vor Einführung von Alexa

Es war bis heute Früh eines der besser gehüteten Geheimnisse im deutschen Bankensektor: Die Sparkassen arbeiten mit Hochdruck an der Einführung von Alexa – also der Spracherkennung von Amazon. Das hat Bernd Wittkamp, Chef des „Sparkassen Innovation Hub“, im Interview mit Finanz-Szene.de verraten. „Technisch sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagte der 52-Jährige. Ziel sei es, Alexa den einzelnen Sparkassen noch in diesem Jahr anzubieten. Daneben ist auch eine weitere Produktkooperation nahezu spruchreif – nämlich die mit dem in München ansässigen Vertragsmanager Aboalarm. „Hier können wir hoffentlich im ersten Quartal 2018 Vollzug melden“, sagte Wittkamp. Finanz-Szene.de

News

Frankfurt fast schon besser als Platz eins: Eigentlich dachten wir, die hessische Landeshauptstadt (ach nee, das ja auch nicht) wäre längst das wichtigste globale Finanzzentrum (Sie wissen schon: Jetzt, wo die Brexit-Banker kommen …). Stattdessen, so lernen wir heute Früh bei der Lektüre der FAZ, liegt Frankfurt im „Global Financial Services Index“ nur auf Platz 11. Wobei, was heißt nur? FFM kommt von Platz 23, hat also 12 Ränge  gutgemacht. Noch so ein Sprung – und Frankfurt liegt nächstes Jahr sogar zwei Ränge vor dem Erstplatzierten. FAZ (S.23), Barkow (Grafik), Bloomberg

Fintech-Aktie kehrt unter die Decke zurück: Die Frankfurter Finlab AG hat sich, wie bereits am Freitag verlautete, an der britischen Bitcoin-Plattform Vaultoro beteiligt. Warum wir darüber heute, also fast vier Tage später, noch berichten? Weil wir in „Der Aktionär“ die Überschrift „Aktie geht durch die Decke“ so süß fanden. Dazu muss man wissen, das „Der Aktionär“-Herausgeber Bernd Förtsch an der Finlab AG „mittelbar wesentlich beteiligt“ ist. Gestern übrigens ist die Finlab-Aktie, so weit wir das beurteilen können, wieder unter die Decke zurückgekehrt. Der Aktionär

Helaba war schon vorher super: Aus dem groß angekündigten „Portfolio-Review“ der hessisch-thüringischen Landesbank ist dann doch ein sehr überschaubares „Portfolio-Revirementchen“ geworden. Die Helaba will die Außenhandelsfinanzierung, ihre Aktivitäten in Schweden und Frankreich sowie das Verbundgeschäft mit den Sparkassen stärken (letzteres behaupten Landesbanken freilich immer). Da wir uns aber nicht nachsagen lassen wollen, immer nur das Schlechte zu sehen, betonen wir diesmal das Gute: Bestimmt war das Helaba-Portfolio schon vor dem Review tipptopp. Börsenzeitung (Paywall)

Aus der Szene

Deutsche Bank twittert gegen eigenen Chef: Hat John Cryan nicht erst vergangene Woche wieder gegen die Niedrigzinspolitik der EZB gewettert? Und hatte er nicht vor einem Jahr in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ vor den „fatalen Folgen“ dieser Politik auch für seine eigene Branche gewarnt? Nun denn: Zumindest im eigenen Haus scheint man von Cryans Thesen nicht so wahnsinnig viel zu halten. Wie sonst ist zu erklären, dass die Deutsche Bank gestern auf Twitter ausgerechnet das Extremniedrigzinsland Dänemark explizit lobte: „#Dänemark: Banken arbeiten hochprofitabel – deren Aktien liefen in den vergangenen 12 Monaten besser als der Gesamtmarkt.“ Wer sich übrigens ein wenig intensiver mit dem Phänomen „Hohe Bankenrentabilität trotz niedriger Zinsen“ beschäftigen möchte, dem sei ein Blogeintrag des stets lesenswerten FAZ-Kollegen Braunberger empfohlen (es geht darin neben Dänemark auch um Schweden). Zudem haben wir die entsprechende, nun ja, EZB-Studie, auf die Braunberger sich beruft, verlinkt. Braunberger-Blog, EZB-Studie

Beyond .de

Goldman umgarnt britische Kleinsparer: Die US-Investmentbank will mit ihrer Einlagenplattform „Marcus“ nächstes Jahr nach Großbritannien expandieren. Fehlt also geographisch (und vermutlich auch strategisch) nicht mehr viel, bis die Amerikaner auch den hiesigen Festgeldmarkt kapern. Hallo, Goldman-Oma. FT (Paywall), Business Insider

Citigroup schafft es in die „Beyond .de-News“: Eigentlich hatten wir uns fest vorgenommen, unsere Leser mit den Quartalsergebnissen amerikanischer Banken zu verschonen. Aber Sie sehen ja selbst: Nix los da draußen. Also: Die Handelserträge der Citigroup sind in Q2 um 15% zurückgegangen. Interessiert Sie das? Reuters

Lesetipps

Die Sparkassen und „der deutsche Bill Gates“: Hinter dem „S-Hub“ (siehe ganz oben) steht die Sparkassen-Softwareschmiede „Star Finanz“. Und die wiederum hat eine ganz interessante Historie. Wer sie nicht kennt – wir haben sie ganz kurz zusammengefasst. Finanz-Szene.de

API-Jünger aufgepasst: Im Umlauf befindet sich seit einigen Tagen eine angeblich „extrem lesenswerte“ PSD2-Studie der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas („Financial Technology – Open to change“, 101 Seiten). Wir halten das Dokument in Händen, dürfen es aber leider nicht verlinken, widrigenfalls wurde uns mit dem Pariser Kassationsgerichtshof und Mifid-Arrest gedroht. Wie Sie trotzdem an die Studie kommen? Lassen Sie Ihre Fantasie spielen.

Ignoriert

Naaaa, sind Sie gestern im Internet oder heute Morgen bei der „BÖZ“-Lektüre auch über die neueste YouGov-Studie zum Thema Kontowechsel gestolpert? Wenn wir uns nicht vergoogelt haben, dann war dies der mindestens dritte YouGov-Kontowechsel-Studien-Irgendwas-Report binnen fünf Monaten. Fragt sich nur noch, ob dieselben Ergebnisse immer wieder aufgewärmt werden oder immer wieder neue Zahlen erfund… äh … wir meinen natürlich: erhoben werden. YouGov (April), YouGov-Studie (Juli), YouGov (September)

Klickfavorit

… war am Freitag unser Stück über die Irreführung der Öffentlichkeit durch das Berliner Fintech Smava. Finanz-Szene.de

Back-End

In einem Handelsblatt-Essay fanden sich gestern Zitate von a) Tucholsky, b) Aristoteles, c) Marx, d) Friedman, e) Binswanger [Who the f***???] sowie f) Hayek.

Was wir dem entgegenzusetzen haben? Janosch.

„In der Stadt gingen sie auf die Bank. Dort war ein freundlicher Mann, der zählte die Goldäpfel und sagte: ‚Achthundert. Genau achthundert. Achthundert ist das Doppelte von vierhundert. Da bekommen Sie vierhundert.‘ – ‚Oh, das Doppelte‘, rief der kleine Tiger, ‚wir haben ab jetzt immer Glück, Bär‘ (…).“

In diesem Sinne, schönen Dienstag.

Exklusiv: Sparkassen vor Einführung von Alexa

Von Heinz-Roger Dohms

Die deutschen Sparkassen arbeiten mit Hochdruck an der Einführung von Alexa – also der Spracherkennung von Amazon. Das hat Bernd Wittkamp, Chef des „Sparkassen Innovation Hub“, im Interview mit Finanz-Szene.de verraten. „Technisch sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagte der 52-Jährige. Er werde Ende dieser Woche in die USA reisen und dort „die weiteren Details mit Amazon klären“. Ziel sei es, Alexa den einzelnen Sparkassen noch in diesem Jahr anzubieten. Über die konkrete Einbindung der Spracherkennung in ihre digitalen Angebote entscheiden die Institute dann auf Ortsebene.

Mit der bevorstehenden Integration von Alexa kann der S-Hub neun Monate nach seiner Gründung den ersten konkreten Erfolg vorweisen. Die Sparkassen hatten das Innovationszentrum zu Jahresbeginn gestartet, um beim Thema Fintech ein höheres Innovationstempo anschlagen zu können. Begonnen hatte der S-Hub, der in Hamburg bei der Sparkassen-Softwareschmiede „Star Finanz“ (siehe Hintergrundstück) angesiedelt ist, zu Jahresbegin mit einem Dutzend Mitarbeiter. Inzwischen sei man bei rund 30 Leuten angelangt, sagte Wittkamp. Neben Alexa ist auch eine weitere Produktkooperation nahezu spruchreif – nämlich die mit dem in München ansässigen Vertragsmanager Aboalarm. „Hier können wir hoffentlich im ersten Quartal 2018 Vollzug melden“, sagte Wittkamp. Mit Aboalarm können Kunden ihre Konten nach überteuerten Verträgen durchsuchen und sich preiswertere Alternativen anzeigen lassen.

Die Arbeitsweise des Innovationszentrums beschrieb Wittkamp im Gespräch mit Finanz-Szene.de wie folgt: Nachdem man zunächst die Fintech-Szene analysiert habe, um mögliche Kooperationspartner zu identifizieren, würden inzwischen regelmäßig Startups zu sogenannten „Product Discoveries“ eingeladen. Was den S-Hub für die Fintechs interessant macht, sind dabei nicht nur die insgesamt 50 Millionen Sparkassen-Kunden – sondern die spezifische Programmier-Schnittstelle „Ahoi“. „Diese API ist optimal an die Sparkassen-Standards angepasst und ermöglicht eine schnelle Entwicklung gemeinsamer Prototypen“, so Wittkamp. „Dadurch können wir mit den einzelnen Fintechs in relativ kurzer Zeit einen Produktansatz erarbeiten, der genau auf die Sparkassen-Gruppe zugeschnitten ist.“

Ziel des S-Hubs sei es, jedes Jahr mindestens acht „Product Discoveries“ durchzuführen, erläuterte Wittkamp. Von denen wiederum sollen „wenigstens vier einen Status erreichen, dass wir die entwickelten Produkte konkret mit Kunden verproben können.“ Und mindestens zwei davon sollen jedes Jahr zu digitalen Standardangeboten der Sparkassen-Finanzgruppe gehören – „wobei wir uns insgeheim vornehmen, dass es nicht bei zwei Produkten bleibt“. Während die Kooperation mit Amazon einen Sonderfall darstelle, passe die Zusammenarbeit mit Aboalarm exakt in das beschriebene Muster, so Wittkamp. Neben Aboalarm befänden sich zurzeit auch noch zwei weitere Produkte in der konkreten Entwicklung. Eines davon stehe im Kontext von Knaxx – der Taschengeldapp für Kinder, welche in Kooperation mit dem Deutschen Sparkassen Verlag erarbeitet wurde.

             *

Hinweis: Der „Sparkassen Innovation Hub“ veranstaltet vom heutigen Dienstag an seinen dreitägigen Hackathon „symbioticon“. Alle wichtigen Infos finden Sie hier. Wenn Sie der Veranstaltung bei Twitter folgen wollen, dann am besten unter dem Hashtag #create_banking

Hintergrund: Die Sparkassen, der „deutsche Bill Gates“ und die Star Finanz

Von Heinz-Roger Dohms

Der „S-Hub“, der die Fintechisierung der deutschen Sparkassen vorantreiben soll, ist angesiedelt bei der „Star Finanz“ – der inzwischen 20 Jahre alten Software-Schmiede des öffentlich-rechtlichen Bankensektors. Gegründet wurde die Star Finanz 1997 als Joint-Venture zwischen den Sparkassen und dem Internetunternehmer Marco Boerris , der seinerzeit als eine Art deutscher Bill Gates galt – und der seine Firma Star Division (mit der die Sparkassen freilich nichts zu tun hatten) 1999 für eine hohe zweistellige Millionensumme an Sun Microsystems verkaufte.

Im Jahr 2010 übernahmen die Sparkassen über ihren IT-Dienstleister Finanz-Informatik die Star Finanz komplett. Heute gilt das Unternehmen als einer der führenden deutschen Anbieter von Online- und Mobile-Banking-Lösungen. Darüber hinaus hält die Star Finanz die Sparkassen-Anteile am Zahlungsdienstleister Giropay, dessen andere Gesellschafter die Postbank und die VR-Banken sind.

An ihren Standorten in Hamburg und Hannover beschäftigt die Star Finanz insgesamt rund 190 Mitarbeiter. Bernd Wittkamp führt bei der Starfinanz seit 1999 die Geschäfte. Zu seinen Vorgängern gehörte neben dem zwischenzeitlich Paypal-Deutschland-CEO Arnulf Kesse auch der heutige Figo-Chef André Bajorat. Letzterer beschrieb neulich in einem lesenwerten Artikel bei „berlinvalley.com“ die gemeinsame Geschichte der Star Finanz und des Fintech-Standorts Hamburg.

Newsletter 08/09/17: Hanebüchene Fintech-PR, Deutsche Bank, Draghis „Pffffff“

Exklusiv: Wie das Berliner Fintech Smava die Öffentlichkeit in die Irre führt

Machen wir uns nichts vor: Manche Fintech-PR liest sich, als würden die Gründer keiner Business School, sondern dem Politbüro entstammen. Wir haben uns darum vorgenommen, bei FinanzSzene.de in unregelmäßigen Abständen einen kleinen Faktencheck zu machen. Einfach nur so. Beginnen wollen wir heute mit dem Berliner Kreditvermittler Smava, der sich diese Woche als Deutschlands größtes Kreditportal feierte und dessen Chef im „Handelsblatt“ behauptete, sein Unternehmen sei „profitabel“. Kann das wirklich sein? Um das Ergebnis unserer Recherche vorwegzunehmen: Die eine Aussagen ist hanebüchen, die andere zumindest fragwürdig. Warum, lesen Sie hier … FinanzSzene.de

News 

Droht der Deutschen Bank Ärger wegen des Brexits? So richtig können wir die Geschichte nicht einschätzen (und sie klingt auch arg zugespitzt). Aber glaubt man „Business Insider“, dann droht die britische Finanzaufsicht (nicht die FSA, sondern die andere …) dem größten deutschen Geldhaus mit dem Entzug der Bankenzulassung. Irgendwie so ein bisschen jedenfalls. Business Insider, Manager Magazin

Nur Mini-Erleichterungen für Kleinbanken: Die Aufseher wollen den Sparkassen und Volksbanken bei der Regulierung zwar entgegenkommen, weichere Kapital- oder Liquiditätsvorgaben werde es aber nicht geben, hat Bafin-Chef Hufeld klargestellt. Börsenzeitung (Paywall)

Vom eigenen Ethos genötigt? Der unter dem Verdacht des Insiderhandels stehende Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter hat eine interessante Feinjustierung seiner Verteidigungslinie vorgenommen: Wenn es ein Angebot des Aufsichtsrats an das Topmanagement zum Kauf von Aktienoptionen des eigenen Unternehmens gebe, dann sei es die “moralische Pflicht, ein solches auch anzunehmen”. Reuters

Britischer N26-Rivale kommt nach Deutschland: Die Startup-Bank Atom wirbt mithilfe des Hamburger Einlagenvermittlers Deposit Solutions („Zinspilot“) um die Festgelder deutscher Sparer. Eine hübsche Gemengelage entsteht da, kooperiert N26 doch ausgerechnet mit dem Zinspilot-Wettbewerber Weltsparen. Bankingtech

Exklusiv – Rocket tauscht Zinsgold-Chef aus: Über das Hin, Her, Hü und Hott der Samwers im Fintech-Bereich könnte man ein Buch schreiben. Wir wollen es heute aber bei einer kleinen, exklusiven Meldung belassen: Nicht mal zwölf Monate nach der Gründung von Zinsgold hat die Geschäftsführung des Festgeld-Portals gewechselt (zur Erinnerung, Zinsgold war/ist das Gemeinschaftsprojekt von Rocket mit der Fintech Group). Finanz-Szene.de, Gründerszene (Archiv)

Berliner Sparkasse kooperiert mit Moneymap: Kürzlich hatte Finanz-Szene.de aufgedeckt, dass hinter dem Vertragsservice-Fintech in Wirklichkeit die Hypo-Vereinsbank steht (die fast 50 Prozent der Anteile hält). Trotzdem hat die Hauptstadt-Sparkasse offenbar kein Problem damit, mit Moneymap zusammenzuarbeiten. IT-Finanzmagazin, Finanz-Szene.de (Archiv) 

Beyond Banking

Draghi macht pffffffffffffff: Wer in den vergangenen beiden Tagen die „Banken im Umbruch“-Berichterstattung des „Banken im Umbruch“-Veranstalters verfolgt hat, der musste ja meinen, irgendwann würden die Konferenzteilnehmer mit brennenden Fackeln ausgestattet, um dann geschlossen und Parolen grölend („Zins-wende jetzt!, Zins-wende jetzt!“) rüber ins Ostend zur EZB zu marschieren. Wie sehr sich der angstzitternde Mario Draghi davon hat beeindrucken lassen, wissen Sie vermutlich längst. Ansonsten lesen Sie es hier … Süddeutsche, Spiegel Online

Karriere

Hat Goldman sogar für SIE einen Job? Es soll ja Banker geben, auch unter unseren Lesern, die viel dafür geben würden, für Goldman Sachs zu arbeiten. Die gute Nachricht ist (und es folgt keine schlechte): Die Chancen steigen! Denn anders als bislang angekündigt, will die US-Investmentbank im Zuge des Brexits die Zahl ihrer Stellen in Frankfurt nicht nur verdoppeln (von derzeit 200), sondern eher verdrei- oder gar vervierfachen. Bloomberg

Linktipp:

Machen wir es kurz: Wenn Sie ein „Handelsblatt-Abo“ haben und am Wochenende nochmal in Ruhe nachlesen wollen, wer was bei „Banken im Umbruch“ erzählt hat, dann klicken Sie einfach hier … Handelsblatt

Klickfavorit

 … unserer Leser war gestern das Stück zu Visualvest (also der Genossen-Robo) und Alexa (also der Amazon-Sprachassistent). IT-Finanzmagazin

Die Korrekturen

Liebe Leserinnen und Leser, unser Redaktionsmodell läuft darauf hinaus, dass ein völlig übermüdeter Autor die wildesten Thesen raushaut und dabei maximal das ZweiAugenPrinzip walten lässt (manchmal fällt uns ein Auge leider zu). Fehler und Ungenauigkeiten werden sich darum bei Finanz-Szene.de nicht immer vermeiden lassen, auch wenn wir fest entschlossen sind, die Quote runterzufahren. Was wir tun können? Naja, zumindest können wir mit dem Mist, den wir verzapfen, offen umgehen. Auf geht’s:

  • Wir schrieben, Concardis habe Ratepay gekauft. In Wirklichkeit haben die Concardis-Eigner Ratepay gekauft und werden Ratepay nun als Bezahlart in die Produkte von Concardis integrieren (das sei ein großer Unterschied, haben wir uns erklären lassen)
  • Die steile These, Sebastian Diemer sei dank seines Exits bei Kreditech Deutschlands erster Fintech-Multimillionär (wobei wir Alt-Fintechs ausklammerten), führte unter Lesern zu Zustimmung („Kann man so sagen“), aber auch Ablehnung („Quatsch“). Die „Quatsch“-Fraktion verwies vor allem auf Billpay (2009 gegründet, also zumindest nicht so wahnsinnig alt, für angeblich fast 70 Mio. Euro an Klarna verkauft).
  • Wir behaupteten, die ersten elf Fintechs von Finleap seien allesamt Banking-Startups gewesen. Das war ohne Zweifel Quatsch, siehe der Online-Versicherungsmakler Clark.
  • „Gefühlt“ habe das „Manager Magazin“ schon öfter mit „Die Achleitners“ aufgemacht, behaupteten wir. „Ungefühlt“ war auch das falsch.

In dem Sinne, werfen Sie gerne den ersten Stein! Noch lieber aber wäre uns, Sie würden uns trotz unserer Fehler einfach weiterempfehlen. Über diesen Link hier können uns Ihre Kolleginnen/Geschäftspartner, denen Sie den Newsletter weiterleiten, ganz einfach abonnieren. Kostenlos! Unabhängig! Fehlergetränkt! Wo gibt’s das schon?

Schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

Newsletter 08/09/17: Hanebüchene Fintech-PR, Deutsche Bank, Draghis „Pffffff“

Exklusiv: Wie das Berliner Fintech Smava die Öffentlichkeit in die Irre führt

Machen wir uns nichts vor: Manche Fintech-PR liest sich, als würden die Gründer keiner Business School, sondern dem Politbüro entstammen. Wir haben uns darum vorgenommen, bei FinanzSzene.de in unregelmäßigen Abständen einen kleinen Faktencheck zu machen. Einfach nur so. Beginnen wollen wir heute mit dem Berliner Kreditvermittler Smava, der sich diese Woche als Deutschlands größtes Kreditportal feierte und dessen Chef im „Handelsblatt“ behauptete, sein Unternehmen sei „profitabel“. Kann das wirklich sein? Um das Ergebnis unserer Recherche vorwegzunehmen: Die eine Aussagen ist hanebüchen, die andere zumindest fragwürdig. Warum, lesen Sie hier … FinanzSzene.de

News 

Britischer N26-Rivale kommt nach Deutschland: Die Startup-Bank Atom wirbt mithilfe des Hamburger Einlagenvermittlers Deposit Solutions („Zinspilot“) um die Festgelder deutscher Sparer. Eine hübsche Gemengelage entsteht da, kooperiert N26 doch ausgerechnet mit dem Zinspilot-Wettbewerber Weltsparen. Bankingtech

Exklusiv – Rocket tauscht Zinsgold-Chef aus: Über das Hin, Her, Hü und Hott der Samwers im Fintech-Bereich könnte man ein Buch schreiben. Wir wollen es heute aber bei einer kleinen, exklusiven Meldung belassen: Nicht mal zwölf Monate nach der Gründung von Zinsgold hat die Geschäftsführung des Festgeld-Portals gewechselt (zur Erinnerung, Zinsgold war/ist das Gemeinschaftsprojekt von Rocket mit der Fintech Group). Finanz-Szene.de, Gründerszene (Archiv)

Berliner Sparkasse kooperiert mit Moneymap: Kürzlich hatte Finanz-Szene.de aufgedeckt, dass hinter dem Vertragsservice-Fintech in Wirklichkeit die Hypo-Vereinsbank steht (die fast 50 Prozent der Anteile hält). Trotzdem hat die Hauptstadt-Sparkasse offenbar kein Problem damit, mit Moneymap zusammenzuarbeiten. IT-Finanzmagazin, Finanz-Szene.de (Archiv) 

Droht der Deutschen Bank Ärger wegen des Brexits? So richtig können wir die Geschichte nicht einschätzen (und sie klingt auch arg zugespitzt). Aber glaubt man „Business Insider“, dann droht die britische Finanzaufsicht (nicht die FSA, sondern die andere …) dem größten deutschen Geldhaus mit dem Entzug der Bankenzulassung. Irgendwie so ein bisschen jedenfalls. Business Insider, Manager Magazin

Nur Mini-Erleichterungen für Kleinbanken: Die Aufseher wollen den Sparkassen und Volksbanken bei der Regulierung zwar entgegenkommen, weichere Kapital- oder Liquiditätsvorgaben werde es aber nicht geben, hat Bafin-Chef Hufeld klargestellt. Börsenzeitung (Paywall)

Vom eigenen Ethos genötigt? Der unter dem Verdacht des Insiderhandels stehende Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter hat eine interessante Feinjustierung seiner Verteidigungslinie vorgenommen: Wenn es ein Angebot des Aufsichtsrats an das Topmanagement zum Kauf von Aktienoptionen des eigenen Unternehmens gebe, dann sei es die “moralische Pflicht, ein solches auch anzunehmen”. Reuters

Beyond Banking

Draghi macht pffffffffffffff: Wer in den vergangenen beiden Tagen die „Banken im Umbruch“-Berichterstattung des „Banken im Umbruch“-Veranstalters verfolgt hat, der musste ja meinen, irgendwann würden die Konferenzteilnehmer mit brennenden Fackeln ausgestattet, um dann geschlossen und Parolen grölend („Zins-wende jetzt!, Zins-wende jetzt!“) rüber ins Ostend zur EZB zu marschieren. Wie sehr sich der angstzitternde Mario Draghi davon hat beeindrucken lassen, wissen Sie vermutlich längst. Ansonsten lesen Sie es hier … Süddeutsche, Spiegel Online

Karriere

Hat Goldman sogar für SIE einen Job? Es soll ja Banker geben, auch unter unseren Lesern, die viel dafür geben würden, für Goldman Sachs zu arbeiten. Die gute Nachricht ist (und es folgt keine schlechte): Die Chancen steigen! Denn anders als bislang angekündigt, will die US-Investmentbank im Zuge des Brexits die Zahl ihrer Stellen in Frankfurt nicht nur verdoppeln (von derzeit 200), sondern eher verdrei- oder gar vervierfachen. Bloomberg

Linktipp:

Machen wir es kurz: Wenn Sie ein „Handelsblatt-Abo“ haben und am Wochenende nochmal in Ruhe nachlesen wollen, wer was bei „Banken im Umbruch“ erzählt hat, dann klicken Sie einfach hier … Handelsblatt

Klickfavorit

 … unserer Leser war gestern das Stück zu Visualvest (also der Genossen-Robo) und Alexa (also der Amazon-Sprachassistent). IT-Finanzmagazin

Die Korrekturen

Liebe Leserinnen und Leser, unser Redaktionsmodell läuft darauf hinaus, dass ein völlig übermüdeter Autor die wildesten Thesen raushaut und dabei maximal das ZweiAugenPrinzip walten lässt (manchmal fällt uns ein Auge leider zu). Fehler und Ungenauigkeiten werden sich darum bei Finanz-Szene.de nicht immer vermeiden lassen, auch wenn wir fest entschlossen sind, die Quote runterzufahren. Was wir tun können? Naja, zumindest können wir mit dem Mist, den wir verzapfen, offen umgehen. Auf geht’s:

  • Wir schrieben, Concardis habe Ratepay gekauft. In Wirklichkeit haben die Concardis-Eigner Ratepay gekauft und werden Ratepay nun als Bezahlart in die Produkte von Concardis integrieren (das sei ein großer Unterschied, haben wir uns erklären lassen)
  • Die steile These, Sebastian Diemer sei dank seines Exits bei Kreditech Deutschlands erster Fintech-Multimillionär (wobei wir Alt-Fintechs ausklammerten), führte unter Lesern zu Zustimmung („Kann man so sagen“), aber auch Ablehnung („Quatsch“). Die „Quatsch“-Fraktion verwies vor allem auf Billpay (2009 gegründet, also zumindest nicht so wahnsinnig alt, für angeblich fast 70 Mio. Euro an Klarna verkauft).
  • Wir behaupteten, die ersten elf Fintechs von Finleap seien allesamt Banking-Startups gewesen. Das war ohne Zweifel Quatsch, siehe der Online-Versicherungsmakler Clark.
  • „Gefühlt“ habe das „Manager Magazin“ schon öfter mit „Die Achleitners“ aufgemacht, behaupteten wir. „Ungefühlt“ war auch das falsch.

In dem Sinne, werfen Sie gerne den ersten Stein! Noch lieber aber wäre uns, Sie würden uns trotz unserer Fehler einfach weiterempfehlen. Über diesen Link hier können uns Ihre Kolleginnen/Geschäftspartner, denen Sie den Newsletter weiterleiten, ganz einfach abonnieren. Kostenlos! Unabhängig! Fehlergetränkt! Wo gibt’s das schon?

Schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms