20/11/19: Wirecard, ABN Amro, DVB, Goldman Sachs

20. November 2019

Exklusiv: Hier kommen die Kundenzahlen jenes Insurtechs, das sich kürzlich noch geschworen hatte, keine Kundenzahlen mehr nach draußen dringen zu lassen. Es soll ja ganz schön was abgehen, drüben, in der Assekuranz. Erst die Hammer-Fundings für Wefox und Friday. Dann die vielen Startup-Investitionen der Allianz. Und dieser Tage nun die neue Fintech-Studie von Barkow und Comdirect, wonach allein seit Anfang 2018 hierzulande 22 neue Insurtechs gegründet worden sein sollen. Frage: Findet die wahre Revolution in der Versicherungsbranche statt – und nicht in der Bankenbranche? Antwort: Gemach, gemach. Finanz-Szene.de hat die Kundenzahlen des ambitionierten Münchner Insurtechs Ottonova in Erfahrung gebracht – und die sehen, gelinde gesagt, alles andere als revolutionär aus. Voilà: Finanz-Szene.de

Hört das mit Wirecard denn nie auf? Gestern Abend zur Abwechslung mal nicht die „Financial Times“, sondern das „Handelsblatt“, das Zweifel an den Bilanzierungs-Praktiken des Aschheimer Dax-Konzerns weckt. Konkret: Wenn stimmt, was die Kollegen schreiben, dann hat Ernst & Young einer in Singapur ansässigen Wirecard-Tochter das Testat für den 2017er-Abschluss verweigert. Begründung: „Wir können weder die Angemessenheit, Vollständigkeit und Richtigkeit des Jahresabschlusses feststellen, noch können wir den Umfang möglicher Anpassungen abschätzen, die in Bezug auf den Jahresabschluss der Gesellschaft erforderlich sein könnten.“ HB (Paywall)

Nun muss man dazu sagen, dass Ernst & Young 1.) den 2017er-Konzernabschluss von Wirecard abgesegnet hat, dass Ernst & Young 2.) auch den 2018er-Konzernabschluss abgesegnet hat und dass 3.) Wirecard darauf verweist, das fehlende Testat habe damit zu tun, dass den Prüfern aufgrund von Ermittlungen durch die Singapurer Finanzaufsicht bestimmte Dokumente nicht zugänglich gewesen seien. Das alles ändert allerdings nichts daran, dass das Vertrauen unter den Investoren zusehends leidet. Den regulären Handel beendete die Wirecard-Aktie gestern noch zu einem Kurs von 121,25 Euro. Nach Erscheinen des Artikels ging es bei Tradegate auf bis zu 110,65 Euro runter. Tradegate

Kurzmeldungen

In der Cum-Ex-Affäre ist es gestern erneut zu bundesweiten Razzien gekommen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand diesmal die deutsche Tochter der ABN Amro (Bloomberg) +++ Die leckgeschlagene DZ-Bank-Tochter DVB hat ihr Flugzeugfinanzierungs-Geschäft wie geplant an die japanische Mitsubishi UFJ Financial Group veräußert. Das Kreditvolumen belief sich zuletzt noch auf 4 Mrd. Euro. (Reuters) +++ Von den insgesamt 465 neuen Managing Directors bei Goldman Sachs arbeiten sieben in Frankfurt, nämlich Fabian Riedel, Marie Cardoen, Clemens Tripp, Tobias Lindemann, Lennart Wilhelm, Philipp de la Chevallerie und Eva Maria Wiecko (efinancialcareers)

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