29/11/19: Oddo BHF, Finanzcheck, Iwoca, Kapilendo, Finleap Connect

29. November 2019

Exklusiv: Oddo-BHF berappelt sich – so ein bisschen. „So rot ist die schwarze Null der BHF“, titelten wir im Februar in Bezug auf die 2017er-Zahlen der Franco-Frankfurter Merchant-Bank. Dieser Tage nun hat Oddo BHF seine testierten Zahlen für 2018 veröffentlicht, und müssten wir wieder eine Überschrift finden, so würde sie diesmal lauten: „So schwarz ist die rote Null der BHF.“ Denn: Das „Bruttobetriebsergebnis vor Risikokosten“, das die Bank selbst gern anführt, belief sich auf immerhin 8,8 Mio. Euro. Beim Betriebsergebnis indes waren’s schon nur noch 5,3 Mio. Euro, beim Ergebnis vor Steuern 1,6 Mio. Euro. Und ganz tief unterm Strich? Stand nach Steuern dann doch wieder ein Fehlbetrag von 2,1 Mio. Euro. Indes: Sämtliche Ergebnisse lagen über den eigenen Prognosen. Offenbar macht die BHF u.a. bei den Kosten ernst. Die stiegen nämlich konzernweit deutlich langsamer (+8% auf 226 Mio. Euro) als die Erträge (+15% auf 235 Mio. Euro).

Mit den „Fintech A kooperiert mit Fintech B“-Pressemitteilungen, die es nicht in unseren Newsletter schaffen, könnten wir Woche für Woche die Redaktionsstube neu tapezieren. Hier aber mal zwei Meldungen, die unsere knüppelharte Tür („Das Berghain der Fintech-Berichterstattung“) dann doch überwunden haben: 1.) Das Ratenkredit-Vergleichsportal Finanzcheck (also die mit dem 280-Mio.-Euro-Exit) erweitert sein B2B-Angebot „FinanzcheckPro“ um Gewerbekredite und kollaboriert hierfür mit dem deutsch-britischen Kredit-Startup Iwoca; und 2.) Der Berliner KMU-Kreditvermittler Kapilendo will jetzt irgendwie zur „Banking-Plattform“ werden und bedient sich dabei der technischen und lizenzrechtlichen Infrastruktur von Solarisbank und Finleap Connect (also des Fintechs, das jüngst aus der Fusion von Figo und Finreach hervorgegangen ist).

Nachtrag zu gestern: Beim Anreißer für den ING/PSD2-Artikel ist ein bisschen der Gaul mit uns durchgegangen. Denn 1.) Dass Herr Schmidberger von der ING die PSD2 kritisch sieht, heißt nicht, dass er sie für „gescheitert“ erklärt. Und 2.) Herr Schmidberger hat nicht gesagt, die PSD2 „zerstöre“ den Wettbewerb; sondern lediglich, dass bei der Umsetzung der PSD2 „das Wettbewerbsdenken“ wegen der Marktmacht der BigTechs „an enge Grenzen“ komme. Also, bereinigt um unsere Zuspitzungen, nochmal Schmidbergers Kernthese: Die PSD2-Richtlinie stärkt nicht die, die sie stärken sollte – also innovative Fintechs. Sondern die, die ohnehin stark genug sind – nämlich Google & Co.. Eine Zielverfehlung. Kein Scheitern. Punkt. Hier nochmal zum Nachlesen die zugrundeliegenden Artikel bei Heise (hier) und Finanz-Szene.de (hier).

Kurzmeldungen

Deutschlands treuester Sparkassen-Kunde, nämlich Maik Klotz, bekommt jetzt endlich sein Apple Pay. (Twitter) +++ „Swatch Pay“ startet in Deutschland. Die Bezahlfunktion kommt von Giesecke & Devrient, der Karten-Partner ist Wirecard Boon. (IT-Finanzmagazin) +++ Als nach eigenen Angaben erste deutsche Bank hat die Aareal den vollständigen Kernbankwechsel auf SAP S/4 Hana vollzogen. (Mitteilung) +++ Der VÖB hat uns auch dieses Jahr wieder einen Adventskalender geschickt. Danke. Können wir tatsächlich gut gebrauchen +++ Die NordLB weist für Januar bis September einen Gewinn von 215 Mio. Euro aus, wird das Gesamtjahr aufgrund noch zu verbuchender Restrukturierungs-Kosten aber dennoch mit einem Verlust abschließen. (Braunschweiger Zeitung)

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