Exklusiv: Figo will zur „Solarisbank light“ werden

Von Heinz-Roger Dohms

Der Hamburger API-Spezialist Figo will sein Geschäftsmodell um eine zweite Säule erweitern – nämlich um einen Lizenzschutz für Buchhaltungsdienste, Vertragsoptimierer und andere Firmen, die künftig unter die PSD2-Richtlinie fallen und damit deutlich strenger als bislang reguliert werden. Um diesen von Figo als „RegShield“ bezeichneten Service anbieten zu dürfen, brauchen die Hanseaten freilich erst einmal selbst eine Zahlungsinstitut-Lizenz (ZAD und KID). „Den entsprechenden Antrag werden wir noch im Januar stellen. Wir hoffen, dass uns die Bafin die Lizenz dann bis spätestens Juni erteilen wird“, sagte Figo-Chef André Bajorat gestern im Gespräch mit „Finanz-Szene.de„.

Die Idee, eine Bafin-Lizenz zum Geschäftsmodell zu machen, erinnert an Whitelabel-Anbieter wie die Hamburger Sutor-Bank oder das Berliner Vorzeige-Fintech Solarisbank. Einen entscheidenden Unterschied zu diesen beiden Anbietern allerdings gibt es: Sutor und Solaris operieren mit einer Vollbank-Lizenz, während Figo lediglich eine Art „Light-Lizenz“ anstrebt. Dadurch kann Solaris zum Beispiel die Freelancer-Spezialisten Penta oder Kontist bedienen, die ihren Kunden ein eigenes Geschäftskonto anbieten. Ein typischer Kunde für Figo wäre hingegen ein Fintech wie der Buchhaltungsdienst Fastbill, der zwar auf das Geschäftskonto seiner Klienten zugreift, allerdings selber kein Konto im Angebot hat.

Trotz dieses „Light-Modells“ ist Bajorat überzeugt, dass Figo mit der neuen Dienstleistung auf starke Nachfrage treffen wird: „Es gibt viele Firmen, die PSD2-relevante Dienstleistungen anbieten, den Aufwand einer eigenen Lizenz allerdings scheuen – sei es, weil sie dafür zu klein sind, oder sei es, weil die regulierungspflichtigen Kontodienste nur einen kleinen Teil ihres Geschäftsmodells ausmachen. Diesen Unternehmen wollen wir einen maßgeschneiderten Schutz liefern – und damit nicht mehr nur als technischer, sondern auch als regulatorischer Dienstleister auftreten.“

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch das für seinen Kontowechselservice bekannte Kasseler Fintech Fino eine KAD- und ZID-Lizenz anstrebt. Branchenkenner gehen davon aus, dass auch andere Finanz-Startups dieser Tage entsprechende Anträge stellen – auch wenn sie das noch nicht öffentlich gemacht haben.

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