Exklusiv: Warum Scalable dank der ING Diba bald der erste deutsche Milliarden-Robo sein wird

Von Heinz-Roger Dohms

Die digitale Vermögensverwaltung steht in Deutschland vor dem Ausbruch aus der Nische. Nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ nähert sich der Marktführer Scalable Capital der 750-Mio.-Euro-Marke und dürfte schon im Frühjahr die Milliardengrenze durchbrechen. Das liegt vor allem an der im September gestarteten Kooperation mit der ING Diba, die ihre Kunden seitdem gezielt an Scalable vermittelt – und im November schon 150 Mio. Euro zu den Scalable-AuMs beigetragen hatte. „Finanz-Szene.de“ hat auf dieser Basis berechnet, dass der Anteil der Oranje-Bank inzwischen bei rund 300 Mio. Euro liegen müsste – womit die ING Diba, nebenbei bemerkt, mittlerweile für mehr als 50 Prozent der neu eingeworbenen Scalable-Assets steht. Die Oranje-Bank wollte sich auf Anfrage nicht äußern, ebensowenig wie Scalable.

Die mutmaßlichen 300 Mio. Euro der ING Diba sind vor allem interessant, wenn man diese mit den Zahlen der Comdirect vergleicht. Denn auch die Broker-Tochter der Commerzbank hatte mit ihrem bereits im vergangenen Mai gestarteten Robo-Advisor zunächst einen Blitzstart hingelegt (> 100 Mio Euro bis Ende Juni), konnte dieses Tempo dann aber nicht mehr halten. So standen die Quickborner Ende des dritten Quartals bei 150 Mio. Euro und zum 31. Dezember dann bei gut 200 Mio. Euro (allerdings: Die ING Diba muss Gebühreneinnahmen mit Scalable teilen, die Comdirect wirtschaftet komplett auf eigene Rechnung, sodass die Coba-Tochter bei den Umsätzen noch vor der Oranje-Bank liegen sollte).

Tatsächlich waren die ING Diba und die Deutsche Bank  die ersten ganz großen Player am deutschen Markt, der sich offensiv zum Robo-Geschäft bekennen. Die Volks- und Raiffeisenbanken (über ihren Fondsdienstleister Union Investment) und die Sparkassen (über die Deka) haben zwar längst eigene Robo-Adviser gegründet – bewerben diese aber praktisch gar nicht, vermutich weil sie nicht riskieren wollen, das einträglichere Geschäft mit klassischen Investmentfonds und Zertifikaten zu kannibalisieren.

Die Commerzbank werkelt an ihrem Robo noch, dürfte in den nächsten Monaten aber livegehen; die HVB wiederum hält sich bei den Thema bislang erstaunlich bedeckt. Von den Fintech-Robotern m kommt bislang abgesehen von Scalable (dürfte inklusive der Diba-Millionen auf die 750 Mio. Euro zugehen) nur Liqid (steht nach „Finanz-Szene.de“-Infos aktuell bei 195 Mio. Euro) auf nennenswerte Volumina. Daneben dürfte es am deuschen Markt allenfalls 2-3 weitere Player geben, die schon dreistellig sind – einer davon vermutlich der Robo „Quirion“ von der Berliner Quirin-Bank.

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