Exklusiv: Lenny Fischers „Zukunftsfonds“ generiert kaum Zuflüsse – außer vom eigenen Fondsmanager

Von Heinz-Roger Dohms

Der mit riesigem medialen Brimborium gestartete „Zukunftsfonds“ – hinter dem der frühere „Bild“-Chef Kai Diekmann und der Ex-Investmentbanker Lenny Fischer stehen – generiert momentan offenbar kaum Zuflüsse von normalen Anlegern. Wie Auswertungen von „Finanz-Szene.de“ auf Basis von Morningstar- und Universal-Daten zeigen, betrugen die Assets under Management Anfang dieser Woche immer noch nur 12,01 Mio. Euro. Zum Vergleich: Vor drei Wochen, als der „Zukunftsfonds“ offiziell an den Start ging, waren es 11,97 Mio. Euro. Selbst wenn man kleinere Performance-Veränderungen berücksichtigt, spielen sich die Nettozuflüsse bislang also irgendwo im Bereich weniger Zehntausend Euro ab.

Entwicklung der Assets under Management
Ende April 11,92 Mio. €
Verkaufsstart im Mai 11,97 Mio. €
11. Juni 12,01 Mio. €

Gemessen am geäußerten Ziel, mit dem „Zukunftsfonds“ auf Sicht auf ein Volumen von 20 Mrd. Euro zu kommen, ist die bisherige Entwicklung ein Debakel. Zumal der Fonds ja eigentlich schon seit vergangenem Herbst am Markt ist – Anleger die Anteile also schon seit Monaten zeichnen dürften. Die einzige materielle Veränderung, die mit dem offiziellen Verkaufsstart im Mai verknüpft war: Seitdem können Investoren den „Zukunftsfonds“ nicht mehr nur über ihre Bank, sondern auch direkt über die Website von Diekmanns und Fischers „Deutscher Fondsgesellschaft“ (DFG) kaufen. Wie viele Anleger von dieser Möglichkeit bislang Gebrauch gemacht haben, dazu schweigt die DFG. Mehr als ein paar Dutzend können es aber kaum gewesen sein.

Keine Angaben macht die DFG auch zu der Frage, von welchen Anlegern jene knapp 12 Mio. Euro kommen, die sich laut den Auswertungen von „Finanz-Szene.de“ bereits Ende April im „Zukunftsfonds“ befanden – und bei denen es sich um eine Art Grundstock zu handeln scheint. Was sich herausfinden lässt: Knapp zwei Mio. Euro entfielen per 30. April auf einen Dachfonds namens „Managed ETF Plus – Porfolio Balance“. Und ebenfalls recherchierbar: Ein weiterer mittelgroßer deutscher Dachfonds – nämlich der „Multi Leaders Fund“ – hielt zum 31. Mai ausweislich einer Morningstar-Erhebung 40.100 Anteile im Gesamtwert von 1,97 Mio. Euro.

Das Pikante daran: Das Verwaltungsmandat für den „Multi Leaders Fund“ liegt bei der Freiburger Greiff Capital Management AG – deren Vorstand Volker Schilling wiederum Fondsmanager des „Zukunftsfonds“ ist. Eine zweifelhafte Verquickung sehen die Protagonisten hierin allerdings nicht. Schließlich lege die Greiff AG bei ihren Dachfondsmandaten „sehr viel Wert“ auf die qualitative Analyse, die Kostenstrukturen sowie das aktive Management, heißt es in einer Stellungnahme. Unter diesen Gesichtspunkten sei der „Zukunftsfonds“ als Anlageobjekt für den „Multi Leaders Fund“ sehr gut geeignet. Zudem betrage das Volumen des MLF rund 162 Mio. Euro – wovon nur 1,2% auf den Zukunftsfonds entfielen.

Glaubt man der offiziellen Stellungnahme der „Deutschen Fondsgesellschaft“ gegenüber „Finanz-Szene.de“, dann besteht trotz der bislang enttäuschenden Entwicklung der Assets under Management kein Grund zur Beunruhigung: „Über konkrete Zahlen möchten wir uns vor Ablauf der ersten 12 Monate nicht äußern, denn das wäre schlichtweg unseriös. Beim Launch eines digitalen neuen Produkts steht in den ersten Monaten das Kennenlernen im Vordergrund – das Wachstum tritt erst nach 12-­15 Monaten ein. Entscheidend wird die Entwicklung der kommenden 12 Monate sein. Im Übrigen haben wir mit dem Start der Abverkaufs-Kampagne noch nicht begonnen. Der Launch dieser Kampagne ist für die nächsten Wochen geplant.“

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