Exklusiv: Scalable Capital baut Whitelabel-Robo für Online-Tochter der spanischen Santander

Von Heinz-Roger Dohms

Der bislang als reiner B2C-Anbieter bekannte Münchner Robo Advisor Scalable Capital hat seinen ersten großen Whitelabel-Deal gelandet. Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ wird die spanische Openbank – das ist die Onlinetochter von Santander – heute eine digitale Vermögensverwaltung launchen, die auf der Technologie des 2015 gegründeten deutschen Fintechs beruht. Interessant: Das Anlagekonzept kommt weder von Santander noch von Scalable, sondern vom weltgrößten Asset Manager Blackrock, der letztes Jahr mit einer zweistelligen Millionensumme bei den Münchnern eingestiegen war.

Damals hatte Blackrock betont, jenseits der finanziellen Beteiligung auch eine strategische Phalanx mit dem deutschen Startup zu schmieden  – nun wird diese Ansage erstmals mit Leben gefüllt. Wenn wir uns nicht verzählt haben, dann hat Scalable (mit AuMs von > 1 Mrd. Euro der größte hiesige Robo Advisor) nun vier verschiedene Erlösquellen: 1.) Eigenes B2C-Geschäft. 2.) B2C-Geschäft, das über die ING Diba kommt. 3.) B2C-Geschäft, das über Unternehmen wie Siemens kommt. Und jetzt halt, 4.), die Whitelabel-Kiste.

Mehr Details zum Santander-Deal finden Sie in der Pressemitteilung, die heute rausgehen soll und die wir ausschnittsweise dokumentieren:

Scalable Capital treibt das Geschäft mit B2B-Partnerschaften weiter voran. Für die Digitalbank der Santander-Gruppe, Europas zweitgrößter Bank nach Kundenzahlen, hat Scalable Capital gemeinsam mit BlackRock eine
White-Label-Lösung für eine digitale Vermögensverwaltung entwickelt. Der neue Service mit dem Namen “Invertimos por ti” (“Wir investieren für Dich”) ist nahtlos in das Online-Banking von Openbank integriert und steht den Kunden der spanischen Digitalbank ab heute zur Verfügung.

„Wir wollen nicht nur der führende digitale Vermögensverwalter für Privatkunden in Europa werden, wir wollen uns auch als die präferierte europäische B2B-Plattform für digitale Vermögensverwaltungs-Lösungen etablieren. Wir freuen uns sehr darüber, dass Openbank diese Plattform nun dazu nutzt, Kunden schon ab 500 Euro eine digitale Vermögensverwaltung anzubieten“, sagt Erik Podzuweit, Gründer und Geschäftsführer von
Scalable Capital.

Während Scalable Capital die technologische Infrastruktur für den digitalen
Vermögensverwalter gebaut hat, liefert BlackRock die strategische Asset Allocation für die Openbank-Portfolios. Den Openbank-Kunden stehen fünf verschiedene Risikoklassen zur Verfügung, die sich in der Gewichtung von Aktien- und Anleihen-Indexfonds unterscheiden. Anders als in Deutschland investieren Anleger dabei in Indexfonds und nicht in Exchange-Traded Funds (ETFs), denn bei Umschichtungen zwischen Indexfonds fallen in Spanien keine Kapitalertragssteuern an.

[…]

Openbank ist eine Tochtergesellschaft der Banco Santander. Openbank wurde 1995 als Telefonbank gegründet und ist seit einem Re-Launch im vorigen Jahr Spaniens erste reine Digitalbank. Sämtliche Dienstleistungen – von Kreditkartenzahlungen bis hin zu Kreditanträgen – können per App abgerufen werden.

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