Fazit zum Halbjahr: Zwei lahme Großbanken, zwei zufriedene Verbünde – und viel Mittelmaß

Von Heinz-Roger Dohms

Frage: Wie ist es bestellt um die deutschen Banken, nun, da quasi alle Q2- bzw. Halbjahreszahlen vorliegen? Antwort: Geht so. Die Deutsche Bank, das ist zweifelsfrei ein Lichtblick, hat zumindest bei den Kosten Fortschritte gemacht, während man bei der Commerzbank immer weniger weiß, ob es sich bei ihrer Wachstumsstory nicht eher um eine Fata Morgana handelt.

Sparkassen und Volksbanken sind derweil nicht mehr in der Lage, das Zinstief durch höhere Gebühren wettzumachen, stehen aber eigentlich immer noch ganz gut da, was vor allem für ihre großen Frankfurter Verbundorganisationen gilt: Die Deka hat sich binnen weniger Jahre zum deutschen Zertifikate-Champion gemausert, während die DZ Bank ja ohnehin meist liefert- was diesmal umso mehr galt, als die Problemtochter DVB im ersten Halbjahr zur Abwechslung mal keine Horrorverluste produziert hat. Und dem Rest vom Schützenfest? Dem geht es mal besser (BayernLB, LBBW) und mal schlechter (Helaba), tendenziell aber nicht wirklich gut oder sogar richtig schlecht (NordLB).

Insgesamt kamen die zehn größten deutschen Banken übrigens auf einen Vorsteuer-Gewinn von zusammen 6,4 Mrd. Euro. Sehen Sie hier die Ergebnisse im Detail (wie unschwer zu erraten ist die mittlere Spalte der Gewinn vor Steuern in Mio. Euro, die rechte Spalte ist die Veränderung in Prozent, gemessen am ersten Halbjahr 2017):

Deutsche Bank 1143 -33%
ING Diba 1080 5%
DZ Bank 1034 10%
KfW 822 3%
Commerzbank 689 36%
HVB Group 602 -35%
BayernLB 452 6%
LBBW 282 1%
Helaba 200 -16%
NordLB 52 -88%
6356

*Anm.: In der ursprünglichen Version hatte es geheißen, die ING Diba habe und die HVB hätten keine Sechsmonats-Zahlen veröffentlicht. Das war falsch. Wir haben die Daten ergänzt.

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*Anm.: In der ursprünglichen Version hatte es geheißen, auch die ING Diba habe keine Sechsmonats-Zahlen veröffentlicht. Das war falsch. Wir haben die Daten ergänzt.

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