Macht es im Paypal-Zeitalter überhaupt noch Sinn, ein deutsches Payment-Startup zu gründen?

Von Heinz-Roger Dohms

Natürlich, der Zeitpunkt ist Zufall: Wer hätte schon ahnen können, dass innerhalb von 48 Stunden gleich zwei deutsche Payment-Fintechs pleitegehen? Indes, mal abgesehen von der zeitlichen Koinzidenz: War das Scheitern von Cringle und Lendstar nicht absehbar, selbst wenn Google Pay und Apple Pay mit ihrem Markteintritt in Deutschland noch ein, zwei Jahre gewartet hätten?

Oder anders gefragt:  Welches deutsche B2C-Payment-Startup hat sich in den vergangenen Jahren denn wirklich am Markt durchgesetzt? Gibt es im Paypal-Zeitalter überhaupt noch erfolgversprechende Nischen? Warum ist denn der Otto-Konzern mit Yapital gescheitert, weshalb droht denn nun den deutschen Banken jetzt mit Paydirekt dasselbe Schicksal?

Das alles heißt freilich nicht, dass es in Deutschland keine erfolgreichen Payment-Startups gäbe – im Gegenteil: Die gibt es in jedem Fall! Bloß: Die allermeisten machen eben kein B2C, sondern zumindest schwerpunktmäßig B2B. Und: Mit Ausnahme von SumUp/Payleven wurden sie allesamt gegründet, bevor 2011/2012 der große Fintech-Hype begann. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie sich doch mal unsere (hoffentlich einigermaßen vollständige) Tabelle an:

*Wirecard wurde zwar schon 1999 gegründet, schwenkte aber erst um 2004 herum auf das heutige Geschäftsmodell ein. Barzahlen übrigens fehlte in der ersten Version der Grafik. Die hatten wir (ehrlich gesagt) vergessen. Tssssssssss.

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!