Wo bleibt denn nun das riesige Funding für Wefox?

Von Caspar Schlenk, Gründerszene, und Heinz-Roger Dohms, Finanz-Szene.de

Wefox-Gründer Julian Teicke liebt eigentlich den großen Auftritt. Ein neues Tochterunternehmen präsentierte er vor eineinhalb Jahren auf einer Fintech-Konferenz vor viel Publikum. Auch sonst ist er bemüht, die Nachrichten über das eigene Startup Wefox möglichst weit zu streuen. Umso erstaunlicher ist es, dass eine Meldung Ende Januar fast unterging: Die japanische SBI Holding, eine ehemalige Softbank-Tochter, verkündete ein Joint Venture mit dem deutschen Insurtech-Startup. Über die Wefox-App können Kunden ihre Versicherungen verwalten, das Unternehmen arbeitet dafür mit Maklern zusammen. Seit Juni 2017 betreibt das Berliner Startup mit One auch seine eigene Versicherung.

Das Versicherungsgeschäft wollen Wefox und die ehemalige Softbank-Tochter nun nach Asien holen. Auf dem japanischen Markt soll es losgehen, für andere Regionen in Asien gebe es bereits eine Vereinbarung, teilt SBI mit. SBI Wefox Asia, die neue Gesellschaft des Berliner Startups und des japanischen Unternehmens, ist eine 100-prozentige Tochter der SBI Holding, die seit der letzten Finanzierungsrunde auch bei Wefox beteiligt ist. Umgerechnet rund 1,2 Mio. Euro (150 Mio. Yen) stehen für dasJoint Venture bereit, heißt es in der Mitteilung. Ein vergleichsweise kleiner Betrag für das Unterfangen. Bislang sei noch vieles unklar, heißt es von Wefox. Die Partnerschaft werde erst im Laufe des Jahres Form annehmen, deswegen habe das Startup dazu noch nichts kommuniziert, teilte der Wefox-Manager Utena Treves auf Nachfrage mit.

Auch die Berliner Solarisbank, ebenfalls ein Portfolio-Unternehmen der SBI, kündigte bei der Finanzierungsrunde vor zwei Jahren ein Joint Venture für die Expansion nach Asien an. Doch das Gemeinschaftsunternehmen kam bis heute nicht zustande. „Expansionsmöglichkeiten evaluieren wir kontinuierlich mit unseren Investoren, eine konkrete Entscheidung gibt es aktuell nicht“, schreibt das Berlin Fintech auf Nachfrage von Gründerszene. Zu den Gründen äußert sich die Solarisbank nicht.

Wefox befindet sich derweil auf Investorensuche, wie Gründerszene schon im Sommer berichtete. Das Unternehmen will mindestens 160 Mio. Euro von Geldgebern einsammeln, der nächste Wachstumsschritt steht angeblich bevor. Bislang gibt es dazu nur Gerüchte – und noch keine gesicherten Neuigkeiten. „Wir sind auf einem ordentlichen Weg“, sagte Treves von Wefox.

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