Warum wird die Commerzbank dann nicht gleich aufgelöst?

von Heinz-Roger Dohms

Ist die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank eigentlich schon vollzogen? Ach nein, vollzogen ist sie noch nicht, sie ist lediglich sinnvoll (so liest es sich in der „FAZ“), zwingend (so liest es sich in der „Wiwo“) oder gar „alternativlos“ (so schreibt es wörtlich das „Handelsblatt“). Nun maßt sich „Finanz-Szene.de“ weder an, den Kollegen zu widersprechen noch ihnen beizupflichten. Denn: Ehrlich gesagt haben wir keinen blassen Schimmer, ob so ein Zusammenschluss letztlich gut enden würde, ist ja doch sehr komplex, das Thema. Falls gleichwohl ein Gedanke erlaubt sei: Wenn man sich die Pro-Argumente, die z.B. das „HB“ anführt, mal genauer anschaut (30 Mio. Privatkunden, Skaleneffekte, Abschaltung redundanter IT-Systeme, Beseitigung von Doppelstrukturen, Schließung von Filialen, Streichung zehntausender Stellen) – reden wir dann überhaupt noch über eine Fusion? Oder müsste man dann nicht ehrlicherweise eine andere Forderung aufstellen? Nämlich dass die Commerzbank  ihre Kunden und ihre Bilanz gegen Entschädigung zur Deutschen Bank rüberwirft – und dass sie sich sodann samt ihrer vielen angeblichen Non-Assets (Mitarbeiter, Filialen, IT, ATMs, Herr Zielke, Herr Mandel, Frau Orlopp …) schlicht und einfach: auflöst?

14/09/18: Die Auflösung der Commerzbank, Einigung im HSH-Streit?, Neukunden-Panik bei der DKB

Warum wird die Commerzbank dann nicht gleich aufgelöst?

Ist die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank eigentlich schon vollzogen? Ach nein, vollzogen ist sie noch nicht, sie ist lediglich sinnvoll (so liest es sich in der „FAZ“), zwingend (so liest es sich in der „Wiwo“) oder gar „alternativlos“ (so schreibt es wörtlich das „Handelsblatt“). Nun maßt sich „Finanz-Szene.de“ weder an, den Kollegen zu widersprechen noch ihnen beizupflichten. Denn: Ehrlich gesagt haben wir keinen blassen Schimmer, ob so ein Zusammenschluss letztlich gut enden würde, ist ja doch sehr komplex, das Thema. Falls gleichwohl ein Gedanke erlaubt sei: Wenn man sich die Pro-Argumente, die z.B. das „HB“ anführt, mal genauer anschaut (30 Mio. Privatkunden, Skaleneffekte, Abschaltung redundanter IT-Systeme, Beseitigung von Doppelstrukturen, Schließung von Filialen, Streichung zehntausender Stellen) – reden wir dann überhaupt noch über eine Fusion? Oder müsste man dann nicht ehrlicherweise eine andere Forderung aufstellen? Nämlich dass die Commerzbank  ihre Kunden und ihre Bilanz gegen Entschädigung zur Deutschen Bank rüberwirft – und dass sie sich sodann samt ihrer vielen angeblichen Non-Assets (Mitarbeiter, Filialen, IT, ATMs, Herr Zielke, Herr Mandel, Frau Orlopp …) schlicht und einfach: auflöst?

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News

Im HSH-Nordbank-Streit steht offenbar eine Einigung kurz bevor: Demnach soll die Landesbank nach der Übernahme durch Cerberus und Flowers noch drei Jahre im öffentlich-rechtlichen Einlagensicherungsfonds bleiben – bevor sie dann (und zwar ohne Abstriche) in die Sicherungseinrichtung des BdB käme. So jedenfalls berichtet es heute Morgen das „Handelsblatt“ (Paywall).

Nahm man nicht gerade erst Signale wahr, dass es im einheimischen Investmentbanking für die Deutsche Bank zuletzt einigermaßen gelaufen ist (bei Knorr-Bremse im Konsortium, Platz eins in irgendeinem Dealogic-Ranking …)? Nun ja, es ist halt immer ein Auf und Ab mit unseren blauen Freunden. Denn gestern kam die Meldung, dass das größte Geldhaus des Landes bei einer missglückten Aktienplatzierung für  Instone auf Papieren im Wert von 175 Mio. Euro sitzen geblieben ist. Trost: Der Aktienkurs des Essener Immobilienentwicklers scheint so stabil, dass sich die Papiere womöglich/vermutlich ohne großen Wertverlust werden abverkaufen lassen. Reuters

Wenn sich Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank heute und morgen in Hamburg zu ihrem alljährlichen Strategie-Meeting treffen, wird es auch um die Frage gehen, wer den 7,6%-Anteil des chinesischen Großaktionär HNA übernimmt. Ein heißer Kandidat soll der chinesische Staatsfonds CIC sein, schreibt das „Wall Street Journal“ (Paywall).

Und noch eine Topposition bei der Deutschen Bank, die künftig wieder von einem Deutschen besetzt wird: Anstelle des bisherigen Geldwäsche-Beauftragten Philippe Vollot (der Franzose wird Vorstand bei der Danske Bank …) kommt zum 1. Oktober Stephan Wilken. Wirtschaftswoche

Hatten wir nicht kürzlich gemutmaßt, die DKB müsse (weil den zweifellos sehr vielen Neukunden auch verblüffend viele abwandernde Kunden gegenüberstehen) mal langsam die Marketing-Maschine anwerfen, wenn sie ihr Ziel von insgesamt vier Millionen Kunden bis Jahresende noch erreichen will? Siehe da, hier rattert die Maschine schon: DKB-Website

Der Frankfurter Volksbank fehlen nur noch 2 Mrd. Euro Bilanzsumme, um die Berliner Volksbank als größte genossenschaftliche Ortsbank hierzulande abzulösen, haben die Kollegen von Bloomberg errechnet. Selbstreferenziell wie wir sind, würden wir das gerne zum Anlass nehmen, nochmal auf unsere Geschichte „Ist Hessen das Versuchsfeld  für die Zukunft der deutschen Kleinbanken?“ aus dem April zu verlinken. Denn seitdem sind ein paar Tausend Abonnenten hinzugekommen, die den einigermaßen zeitlosen Text vermutlich noch nicht kennen: Finanz-Szene.de

Kann es sein, dass das Thema „Autoabsatzfinanzierung“ bei „Finanz-Szene.de“ schon seit Monaten viel zu viel Raum einnimmt? Ja, kann sehr gut sein. Aber weil es auf eine Meldung mehr oder weniger dann ja eh nicht mehr ankommt, berichten wir also heute, dass sich die Finanzsparte von Daimler mit 20% an Heycar beteiligt, das ist die im vergangenen Jahr gestartete Gebrauchtwagenplattform der Finanzsparte von Volkswagen. Hier die Kurfassung der entsprechenden Pressemeldung: Finanz-Szene.de

Liebe (Provisions-)Banker, nehmen Sie sich in Acht: Gerhard Schick, langjähriger (und sehr profilierter) finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, gibt sein Mandat auf und startet stattdessen eine „Bürgerbewegung Finanzwende“. Deren Name ist Programm, vom Thema Eigenkapital (rauf) bis hin zum Thema Provisionen (runter). Süddeutsche

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Linktipps

„Frank the Tank“: Mal ganz abgesehen davon, dass er einen Spitznamen hat, der selbst einem Darts-Spieler gut zu Gesicht stehen würde, was per se ja schon mal als sehr, sehr positiv bewertet werden muss … Wer ist eigentlich dieser Frank Kuhnke, also der (wenn nicht alles täuscht) künftige IT-Vorstand der Deutschen Bank? Süddeutsche, Handesblatt (Paywall)

Es gibt Fintech-Jungs, die treten gefühlt jeden Tag irgendwo auf. Und es gibt Fintech-Jungs, die würden nicht mal wir auf der Straße erkennen. Heißt aber nicht, dass sie nichts Spannendes zu erzählen hätten: Stefan Krautkrämer und Dirk Rudolf, die Gründer von FintecSystems, im Podcast von FinanceFwd.

Apple Pay, Google Pay, Hudson Pay, Fidor Pay, Geno Pay (oder heißt es „Volksbank Mobile Payment“???) … Jedenfalls, sollten auch Sie längst den Überblick verloren, welche mobilen Bezahllösungen es im deutschen Bankenmarkt bereits gibt oder demnächst geben soll – hier werden Sie geholfen: Paymentandbanking

(Wussten Sie eigentlich, dass „Finanz-Szene“ immer noch ein Familienunternehmen ist? Jedenfalls: An die Formulierung „Hier werden Sie geholfen“ machte die Cheflektorin gestern Abend den Vermerk: „ein Witz?“ – Ja, Mutti, ein Witz. Das mit Hudson Pay übrigens auch, war Dir aber nicht aufgefallen, hihi.)

Gehört für Sie zu einem perfekten Wochenende dazu,  mal richtig tief ins Thema „Identitätsplattformen“ einzutauchen? Dann hätten wir hier noch einen Artikel der IT-Freaks von „Golem“ für Sie (nebenbei erfahren Sie in dem Stück dann übrigens auch, wie sich der Deutsche-Bank-Anbieter Verimi im Vergleich zur Konkurrenz schlägt). Golem

Aus der Szene

1000, 155 oder 38: Wie viele Mitarbeiter hat das Berliner Fintech WebID Solutions wirklich? Als wir die größeren deutschen Fintechs neulich fragten, wie viele Mitarbeiter sie denn haben, gab es in dem Ranking (das wir  auf Basis der offiziellen Angaben erstellten) eine kleine Überraschung: mit rund 500 Beschäftigen auf Rang zwei landete der eher mäßig prominente Berliner Identifizierungsspezialist WebID Solutions. Einige Leser – bei denen es sich genau genommen um die CEOs anderer Fintechs handelte – meldeten daraufhin uns gegenüber ein paar Zweifel an der Zahl an. Worauf wir dreigeteilt antworteten: 1.) „Das Ranking basierte nun mal auf den offiziellen Angaben.“ 2.) „Wir können uns ja schlecht vor das Werkstor stellen und die Leute zählen“ (zumal manche Finanz-Startups seltsamerweise überhaupt kein Werkstor haben!!!). Und 3.) „Ruhig Blut, Genosse Fintech-Chef. Wir kriegen die Sache schon irgendwie aufgeklärt.“ Und genau das haben wir gemacht. Voilà: Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war gestern unser Stück über die ersten Plattform-Erträge in der Geschichte der Deutschen Bank. Finanz-Szene.de

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Daimler-Finanzsparte steigt bei VW-Gebrauchtwagenplattform Heycar ein

von Heinz-Roger Dohms

Die Finanzsparte von Daimler steigt bei Heycar ein, der im letzten Jahr gestarteten Gebrauchtwagenplattform von VW Financial Services. Hier die entsprechende Pressemitteilung in gekürzter Form:

Die Volkswagen Financial Services haben Daimlers Finanzsparte als Partner und Investor für ihre im Oktober 2017 […] gestartete Gebrauchtwagenplattform heycar gewinnen können. Der Einstieg von Daimler erfolgt im Wege einer Kapitalerhöhung. Nach Abschluss der Transaktion wird Daimler mit 20% an der Mobility Trader Holding GmbH beteiligt sein, welche über ihre Tochtergesellschaft Mobility Trader GmbH die heycar-Plattform im deutschen Markt betreibt. Daimler Financial Services erhält einen Sitz im Beirat der Mobility Trader GmbH sowie – bei internationaler Expansion von heycar – je einen Beiratssitz in jeder weiteren Landesgesellschaft. Über den Kaufpreis wurde beiderseitiges Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.

[…]heycar wurde im Oktober 2017 als markenneutrale und auf den Fabrikatshandel konzentrierte Premiumplattform für den Gebrauchtwagenhandel gegründet. Inzwischen sind mehr als 1.000 Händlergruppen unterschiedlichster Marken an rund 3.000 Standorten mit über 300.000 Fahrzeugen auf der Plattform vertreten. CEO ist Markus Kröger.

Das hier sind die ersten Plattform-Erträge der Deutschen Bank

Von Heinz-Roger Dohms

Der „Zinsmarkt“ der Deutschen Bank nimmt allmählich Fahrt auf. Voraussichtlich Anfang Oktober werde die Einlagenplattform die 500-Mio.- Euro-Marke durchbrechen, sagte Digitalchef Markus Pertlwieser im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“. Anders ausgedrückt: Das größte Geldinstitut des Landes hält jetzt Kundeneinlagen in Höhe von knapp einer halben Mrd. Euro nicht mehr selber, sondern hat das Geld im Auftrag der Kunden an andere Banken wie die HSH Nordbank oder die französische My Money Bank vermittelt. Der Sinn dahinter: Bei diesen Instituten bekommen die Sparer merklich höhere Zinsen als bei der Deutschen Bank selber.

Wie hoch die Provisionen sind, die die Frankfurter Großbank von den Partner-Instituten für die Vermittlung der Spareinlagen erhält, wollten Pertlwieser und sein Kollege Andreas Kramer (der den „Zinsmarkt“ direkt verantwortet) im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ nicht beziffern. Marktkenner gehen allerdings davon aus, dass es sich aufs Jahr gerechnet um 0,1% bis 0,2% der vermittelten Summe handelt. Wenn das stimmt, setzt die Frankfurter Großbank mit dem „Zinsmarkt“ also momentan aufs Jahr hochgerechnet irgendwas Richtung eine Mio. Euro um.

Einerseits wirkt das natürlich mickrig. Andererseits: Wenn man so will, handelt es sich hierbei um die ersten Plattform-Erträge der Deutschen Bank überhaupt* – und damit um ein auch intern wichtiges Symbol. Denn: Pertlwieser will bei der Digitalisierung so konsequent wie kaum ein anderes Geldhaus hierzulande auf das  Plattform-Modell (siehe hierzu auch unser aktueller „Gästeblog“) setzen. Dieser Ansatz läuft  darauf hinaus,  dass sich die Deutsche Bank zumindest im Retailbanking nicht mehr in erster Linie als Produktanbieter versteht, sondern als Banking-Shop für ihre Kunden. Dies bedeutet in letzter Konsequenz, dass dem Kunden im Zweifel das bessere Produkt der Konkurrenz empfohlen wird (wie eben beispielsweise das höher verzinsliche Festgeld der HSH Nordbank). Wie ernst es der Deutschen Bank mit dieser Strategie offenbar ist, zeigte sich im Frühjahr, als die Pläne zur Gründung einer eigenen Digitalbank kurzerhand gekippt wurden. Stattdessen will das Institut nun seine digitale Plattform ausbauen.

„Die wachsenden Volumina auf unserem ‚Zinsmarkt‘ sind ein weiterer materieller Beweis, dass es sich beim Plattform-Banking nicht nur um eine akademische Debatte handelt“ (Markus Pertlwieser)

Beim 2016 gegründeten „Zinsmarkt“ handelt es sich gewissermaßen um einen groß angelegten Praxistest, ob die Kunden den Banking-Shop-Ansatz auch tatsächlich annehmen. Nachdem sich anfangs monatelang nur eine einzige Partnerbank auf der Plattform befand (nämlich die Deutsche Pfandbriefbank), was den Marktplatz-Gedanken ein Stück weit ad absurdum führte, sind inzwischen die HSH auch die My Money Bank hinzugekommen. Am heutigen Donnerstag soll nun die vierte Partnerbank freigeschaltet werden, verriet Pertlwieser im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“. Dabei handelt es sich um die Creditplus, einen hiesigen Ableger der französischen Großbank Credit Agricole. „Zudem sind wir sehr zuversichtlich, im Laufe des ersten Quartals 2019 die fünfte Bank anbinden zu können“, so Pertlwieser.

Der Zinsmarkt werde inzwischen von einer  fünfstelligen Zahl von Kunden genutzt, sagte Andreas Kramer. Die exakte Zahl wollte er nicht nennen. Aber geht man einmal davon aus, dass es sich um grob geschätzt um rund 15.000 Kunden handelt, dann hätte ein durchschnittlicher Kunde bislang gut 30.000 Euro  über die Plattform bei den Partnerbanken deponiert. Zuletzt sei das vermittelte Volumen in manchen Monaten netto um mehr als 100 Mio. Euro gestiegen.

Zur Einordnung: Die Fintech-Einlagenplattformen „Weltsparen“ und „Zinspilot/Savedo“ kommen längst auf Milliardenvolumina (bei den einen waren es zuletzt 8 Mrd. Euro, bei den anderen 9,5 Mrd. Euro). Eins zu eins vergleichbar sind die Zahlen aber nicht, weil die beiden „Finanz-Startups“ in ihre Statistiken sämtliche jemals vermittelten Summen einfließen lassen (wiederanlegte Gelder werden also praktisch mehrmals gerechnet). Die Deutsche Bank hingegen rechnet nur das aktuell vermittelte Volumen, also quasi die „Assets under Management“.

„Wir treten gerade in eine Phase exponentiellen Wachstums ein“, unterstrich Kramer. Das hat auch damit zu tun, dass die Deusche Bank das Angebot nicht mehr nur online vermarktet, sondern immer stärker auch über die Filialen (nachdem sich entsprechende Pilotversuche in zwei Hamburger Stadtteilen als erfolgreich erwiesen hatten). Mit den Angeboten der Creditplus habe man nun 24 Termingeld-Angebote mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen auf der Plattform, sagte Kramer. „Dadurch lassen sich die Netzwerk-Effekte noch einmal verstärken, der neue Partner wird zur weiteren Skalierung beitragen.“ Dabei betonte Pertlwieser, dass sich nicht nur die klassischen Sparer, sondern durchaus auch die vermögendere Klientel für die Angebote interessiere: „Es gibt inzwischen viele Beispiele, dass wohlhabende Privatkunden über den Zinsmarkt mehrere hunderttausend Euro anlegen, oft auch über unterschiedliche Banken verteilt.“

Damit drängt sich eigentlich die Frage auf, ob die Deutsche Bank den „Zinsmarkt“ demnächst noch weiter ausrollt – nämlich im Massengeschäft Richtung Postbank, aber eben im gehobenen Segment auch Richtung Wealth Management. Hierzu wollten sich Pertlwieser und Kramer aber noch nicht äußern.

*Bevor uns wieder böse Lesermails erreichen, schreiben wir die böse Lesermail heute gleich mal selbst: Wenn man z.B. bedenkt, dass in den Deutsche-Bank-Filialen seit Ewigkeiten auch Fremdfonds vertrieben wird, lässt sich womöglich argumentieren, dass der Plattform-Gedanke als solcher längst etabliert ist – und es sich insofern ganz streng genommen beim „Zinsmarkt“ gar nicht um die ERSTEN Plattform-Erträge handeln kann. So ganz streng allerdings haben wir die Dinge bei „Finanz-Szene.de“ ja noch nie genommen 😉