von Christian Kirchner, 29. Januar 2026
Die Deutsche Bank hat die für 2025 in Aussicht gestellten 10% Eigenkapitalrendite übertroffen: Dank eines starken Schlussquartals erwirtschafteten die Frankfurter einen Jahresgewinn von 9,7 Mrd. Euro vor Steuern, annähernd eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr und rund 100 Mio. Euro mehr als von Analysten erwartet.
Der Nettogewinn nach Steuern von 7,1 Mrd. Euro entspricht einer Rendite auf das durchschnittliche Eigenkapital von 10,3%; auch das lag um 0,2 Prozentpunkte über dem Analysten-Konsens. Auf Basis des satten Ergebnisses kündigte der Vorstand eine Dividende von 1 Euro je Aktie (entspricht 1,9 Mrd. Euro) und ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 1 Mrd. Euro an.
Dass die Deutsche Bank ihre vor vier Jahren ausgegebenen langfristigen Ziele für 2025 erreichen würde – daran hatte es zuletzt nur noch geringe Zweifel gegeben, nachdem das Management die Zielwerte im Schlussquartal mehrfach bekräftigt hatte. Vorstandschef Christian Sewing hat damit also genauso wie auch schon 2022 (das war das Zieljahr für die vorangegangene Strategie) geliefert. Allerdings: Seinerzeit mussten Einmaleffekte herhalten, um die damals Zielmarke von 8% zu übertreffen. Diesmal kam die Rendite rein aus dem operativen Geschäft.
Anders als im Vorjahr (eines der Stichwörter: Postbank-Integration) musste die Deutsche Bank diesmal kaum Einmal-Belastungen verkraften. Diese betrugen im Schlussquartal gerade mal 0,2 Mrd. Euro und im Gesamtjahr 0,4 Mrd. Euro – mit der Folge, dass sich die bereinigten Kosten (20,3 Mrd. Euro) von den unbereinigten (20,7 Mrd. Euro) kaum noch unterschieden. Tatsächlich verzichtet die Deutsche Bank künftig auf den separaten Ausweis und will nur noch die tatsächlichen Aufwendungen benennen. Die Risikovorsorge blieb derweil unauffällig (jeweils –6% zum Vorquartal und Vorjahr).
Die Einlagen stiegen binnen drei Monaten um 29 Mrd. Euro auf 692 Mrd. Euro. Der Schub kam interessanterweise allerdings nicht aus dem Privatkundengeschäft, sondern weit überwiegend aus der Corporate Bank. Man habe den Einfluss sinkender Margen im Einlagengeschäft kompensieren wollen, heißt es in der Präsentation. Zur Erinnerung: Das Wachstum der Einlagen um 5% bis 2028 auf dann 765 Mrd. Euro bei zugleich stagnierendem Kreditbuch ist eine der Säulen der neuen Mittelfrist-Strategie.
Mit Blick auf die Sparten stach die Investmentbank heraus – sie lieferte im vierten Quartal mit 689 Mio. Euro deutlich mehr Gewinn vor Steuern, als Analysten ihr zugetraut hatten (594 Mio. Euro).
–––
Die Artikel von Finanz-Szene sind urheberrechtlich geschützt und nur für den jeweiligen Premium-Abonnenten persönlich bestimmt. Die Weitergabe – auch an Kollegen – ist nicht gestattet. Wie Sie Inhalte rechtssicher teilen können (z.B. via Pressespiegel), erfahren Sie hier.
Danke für Ihr Verständnis. Durch Ihr Abonnement sichern Sie ein Stück Journalismus!