von Christian Kirchner und Georgia Hädicke, 7. März 2026
Wenn Ole Matthiesen die Deutsche Bank unbedingt verlassen wollte, dann hätte er eigentlich genügend Zeit dafür gehabt. Schließlich hat der 41-Jährige fast sein gesamtes Berufsleben bei den Frankfurtern zugebracht und dabei einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt: vom jugendlichen Einsteiger (2008) zum Global Head of Cash Management (2019) zum Asien-Chef der Unternehmensbank (seit 2022) zum Co-Chef der gesamten Unternehmensbank (seit Anfang Januar) – auf Augenhöhe mit Ex-HVB-CEO Michael Diederich (er ist der andere Co-Chef) und nur noch eine Ebene unterm Vorstand, zudem Mitglied des einflussreichen Group Management Committee.
Doch ausgerechnet jetzt, nur wenige Wochen nach der vermeintlichen Krönung seiner Blitzkarriere – zieht’s Matthiesen unvermittelt weg („um sich neuen Aufgaben zu widmen“), wie die Deutsche Bank am Freitag überraschend mitteilte. Immerhin, einen adäquaten Nachfolger gibt es, nämlich Gerald Podobnik, bislang Finanzchef der Sparte, auch er ein Eigengewächs (Podobnik kam 2003 zur Deutschen Bank), auch er deutschsprachig, was bei der Besetzung offenkundig ein wichtiges Kriterium war. Das andere Kriterium (nachdem Vorvorgänger David Lynne die Sparte bis Ende 2025 von Singapur aus geführt hatte) lautete freilich, dass der Chef bzw. die Chefs der prestigeträchtigen Firmenkundensparte wieder von Frankfurt aus arbeiten sollen.
Das sollte auch für Matthiesen gelten, bei dessen Bestellung vor wenigen Wochen es explizit geheißen hatte, er werde von Singapur (wo er seit 2022 seinen Sitz hatte) „nach Frankfurt zurückkehren“. Umso bemerkenswerter, dass im Umfeld der Deutschen Bank nun spekuliert wird, „private Gründe“ könnten beim Weggang eine Rolle gespielt haben – sprich, dass Matthiesen nun doch lieber in Singapur bleiben wolle. Man darf jedenfalls gespannt sein, wo der bisherige Deutschbanker dann demnächst aufschlagen wird.
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