von Christian Kirchner, 20. April 2026
Die Unicredit geht im Übernahmekampf mit der Commerzbank den nächsten Schritt und hat am Montag vor Börseneröffnung eine 34-seitige Präsentation veröffentlicht, in der sie ihrer Vorschläge für das weitere Vorgehen präzisiert hat. Im Wesentlichen arbeitet sie dabei mit zwei Szenarien: Zum einen mit einer (weiter) eigenständigen Commerzbank, die dann aber in einem Strategieprogramm namens „Commerzbank Unlocked“ bis 2028 sehr viel sparen und sich stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren müsste – und zum anderen einem Zusammenschluss mit der Unicredit bzw. der deutschen Einheit HVB mit einem Horizont dann bis 2030.
Das Kalkül per Präsentation ist ganz offenbar, die Commerzbank-Stakeholder von den Vorzügen eines (späteren) Zusammenschlusses zu überzeugen – und zugleich zu illustrieren, was droht, wenn die Bank eigenständig bliebe und die Unicredit als 30-Prozent-Großaktionär dann auf eine schmerzhafte Restrukturierung pocht.
Die Kernargumente der Unicredit:
Demgegenüber stellt die Unicredit die Möglichkeiten eines Zusammenschlusses: Es entstünde ein deutscher Marktführer mit über 600 Filialen, rund 8 % Marktanteil und europaweit mehr als 35 Millionen Kunden. Die kombinierten Einheiten der Unicredit in Deutschland könnten nach einem Zusammenschluss 2030 über 30% Eigenkapitalrendite bei einer Aufwandsquote von nur 32% verdienen; der Nettogewinn läge bei 8,5 Mrd. Euro, kündigt die Unicredit an. Zum Vergleich: Das ist ungefähr der Nettogewinn, den Deutsche Bank und Commerzbank 2025 zusammen verdient haben.
Die Unicredit weist zudem zurück, dass ihre Pläne 15.000 Stellen kosten würden bei der Commerzbank, wie zuletzt die Arbeitnehmerseite befürchtet habe – nennt aber selbst 7.000 Stellenstreichungen als realistisch, wenn die Commerzbank eigenständig bliebe und man die „Commerzbank Unlocked“-Strategie umsetze.
Um 9:00 Uhr will Unicredit-CEO Andrea Orcel die Pläne nochmals in einem Analystencall präzisieren und sich Fragen stellen.
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