von Bernd Neubacher und Hermann Kohlhaus, 30. Juni 2026
„Aus dem Notstand in den Notstand“, titelten wir, als die PSD-Banken kurz vor Weihnachten ihren neuen Verbandschef präsentierten, einen Mann namens Philipp Stein, der in seiner vorherigen Position als Awado-Manager eine kleine Nebenrolle in der sogenannten Genoverbands-Affäre gespielt hatte. Manches an der Personalie war schon damals und ist bis heute verwirrend. So firmiert Stein im Handelsregister noch immer als Geschäftsführer der Awado Services, die er doch eigentlich für die PSD-Banken verlassen hatte (es handele sich dabei um einen fehlerhaften Registereintrag, hieß es jüngst auf Anfrage von Finanz-Szene). Ebenfalls kurios: Der Genoverband, der ja hinter Awado (also Steins altem Arbeitgeber) steht, hatte sich vor zwei Jahren um einen Zusammenschluss mit dem PSD-Verband bemüht (also Steins neuem Arbeitgeber). Unser Artikel kurz vor Weihnachten endete deshalb mit den Worten: „Mal sehen, wann das Thema wieder hochploppt“.
Ein halbes Jahr später ist es nun also soweit. Der Verband der PSD-Banken hat am gestrigen Montag faktisch seine Selbstauflösung bekanntgegeben, auch wenn der Vorgang anders ausgeflaggt wird. Offiziell ist von der Suche nach einem Fusionspartner innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe die Rede – was letztlich darauf hinauslaufen dürfte, dass die Prüfer des PSD-Verbands entweder beim Sparda-Verband oder bei einem der vier regionalen Prüfverbände unterschlüpfen werden (neben dem Genoverband sind dies der bayerische Verband, der baden-württembergische Verband und der Weser-Ems-Verband). Was wiederum den unglückseligen Philipp Stein angeht, der in den letzten Monaten tapfer die Eigenständigkeit der PSD-Banken betonen und eine 10 Mio. Euro schwere Marketing-Kampagne zur Stärkung der Gruppe initiieren durfte – der ist seinen Job los, aufgrund von „unterschiedlichen Auffassungen über die künftige Strategie“, wie es gestern hieß. Die angestrebten „Fusionsgespräche“ soll stattdessen sein Vorstandskollege David Peters führen.
Offen bleibt, warum die PSD-Banken ihrem Verband erst jetzt den Stecker ziehen – und dies nicht schon im letzten Herbst getan haben. Das Siechtum der Gruppe ist nicht erst seit gestern offenkundig (siehe unser Themen-Dossier hier); und der seinerzeitige Rückzug des langjährigen Verbandschefs Dieter Jurgeit wäre eigentlich ein guter Anlass gewesen, den Deckel draufzumachen (statt den Nachfolger Stein auf seine mission impossible zu schicken). Fest steht: Wirklich leisten können sich die PSD-Banken ihre eigenständigen Verbandsstrukturen schon länger nicht mehr, wie Recherchen von Finanz-Szene zeigen.
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