von Heinz-Roger Dohms, 24. Januar 2019
Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock ist in viel stärkerem Maße beim führenden deutschen Robo-Anbieter Scalable Capital engagiert als bislang bekannt. Diese Entdeckung hat „Finanz-Szene.de“ im britischen Handelsregister Companies House gemacht.
Scalable Capital hatte 2017 eine Funding-Runde über 30 Mio. Euro veröffentlicht,“angeführt“ von Blackrock, wie es damals hieß. Wie nun aber aus dem Jahresabschluss einer britischen Blackrock-Tochter hervorgeht, steckte der Asset-Management-Riese damals nicht nur 24 Mio. Euro direkt in den Münchner Robo Advisor, sondern sicherte für weitere 28,5 Mio. Euro (!!!) die Alt-Anteile bestehender Investoren. Insgesamt hält Blackrock seitdem rund 35% an Scalable, was (siehe unsere gestrige Ausgabe) die Vermutung zulässt, dass es auf dem europäischen Robo-Markt mittelfristig zu einem Giganten-Duell zwischen Blackrock (mit Scalable) und Goldman Sachs (mit Nutmeg) kommen könnte.
Auf Basis von Handelsregister-Einträgen ergibt sich für Scalable Capital ein Unternehmenswert (jedenfalls per Mitte 2017) von gut 150 Mio. Euro – eine Frühphasen-Bewertung, wie sie unserem Bauchgefühl zufolge sonst hierzulande bislang allenfalls die Solarisbank erreichte. Interessant: Wie aus der Gesellschafter-Liste hervorgeht, ist der größte Anteilseigner hinter Blackrock der deutsche VC-Investor Holtzbrinck Ventures, der immerhin gut 20% an Scalable hält. Die beiden Gründer Erik Podzuweit und Florian Prucker kommen auf jeweils gut 9%, Tengelmann Ventures auf 5,5%.
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