Ertragslage-Monitor (#1/2026)

171 Mrd. Euro – Banken und Sparkassen weiten Ertrags-Pool um fast 6% aus

Trotz des gesunkenen Zinsniveaus hat die deutsche Kreditwirtschaft ihre Einnahmenbasis im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals ausgebaut. Wie eine Auswertung durch Finanz-Szene ergab, summierte sich der aggregierte Ertragspool von 38 der größten deutschen Banken, 342 Sparkassen und 646 genossenschaftlichen Primärinstituten auf insgesamt 170,5 Mrd. Euro. Die Erträge der Banken, die wir schon im Vorjahr in unserem Sample hatten, stiegen im Vergleich um 5,5%. Knapp zwei Drittel des Ertrags-Pools (genauer: 65%) entstammten dabei dem Zinsgeschäft; der Rest entfiel auf den Provisionsüberschuss und sonstige Ertragspositionen.

Den größten Zuwachs verzeichnete in absoluten Zahlen die Deutsche Bank, die ihre Gesamterträge um exakt 2 Mrd. Euro (=7%) auf 32,1 Mrd. Euro ausweitete. Damit festigten die Frankfurter den zweiten Platz im Ertrags-Ranking hinter den Sparkassen (+1% auf 40,5 Mrd. Euro) und vor den Primärgenossenschaften (+4% auf 28,1 Mrd. Euro); dahinter folgten die Commerzbank (12,2 Mrd. Euro) und die DZ Bank (9,5 Mrd. Euro).

Abgesehen von der VW Bank (die ihre Erträge um 60% steigerte, dabei aber von der Eingliederung der Leasing-Sparte profitierte) erzielten unter anderem die Baader Bank (+29%), die Merkur Privatbank (+17%), die DWP Bank (+11%) und die NordLB (+10%) signifikante Zugewinne. Ertragsrückgänge waren dagegen unter anderem bei den Hypothekenbanken zu konstatieren.

Alles in allem haben wir uns 45 Player angeschaut (die Differenz zu den oben genannten rund 40 ergibt sich dadurch, dass wir einige Institute wie die DKB oder die DZ Hyp auch einzeln ausgewertet haben, obwohl sich deren Einnahmen bereits in größeren Einheiten niederschlagen). Dabei haben wir nicht nur die Ertragsentwicklung, sondern auch den Ertragsmix und die relativen Erträge untersucht.

Hier die komplette Übersicht:

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Methodische Anmerkungen:

  1. Wo vorhanden, haben wir auf die Zahlen nach IFRS zurückgegriffen.
  2. Bei den Erträgen beziehen wir auch die Ergebnisbestandteile wie „Handel“, „Fair-Value“, „Hedge Accounting“, „Sicherungszusammenhänge“, „Finanzanlagen“ in unsere Kalkulation mit ein. Aus Gründen der Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit weichen unsere Werte daher teilweise von den offiziell kommunizierten Erträgen ab.
  3. Unsere (grobe) Guidance bei den Erträgen war es, alle Erträge vor Risikoergebnis/Risikovorsorge und vor Verwaltungsaufwendungen abzubilden. Bei den meisten Banken ist das kein Problem, es gibt aber ein paar (wie Deka oder Umweltbank), die ihre Erträge bereits um die Risikovorsorge reduziert haben. In diesen Fällen haben wir die Risikovorsorge auf die offiziell kommunizierte Zahl draufgeschlagen.
  4. Bei den Auslandsbanken haben wir selbstverständlich nur die hiesigen Erträge (so gut es eben ging) berücksichtigt.
  5. Uns ging es um die Zahlen der Banken im engeren Sinne. Darum haben wir bei der DZ Bank neben dem Konzern die Verbund- und Geschäftsbank noch einmal separat aufgenommen und auch die DZ Hyp und die Teambank als weitere große Banken innerhalb des DZ-Bank-Konzerns einzeln ausgewiesen. Aus ähnlichen Motiven haben wir uns auf die Zahlen der VW Bank beschränkt, statt jene von VW Financial Services heranzuziehen.
  6. Förderbanken: Hier haben wir die Erträge „vor Förderaufwand“ ausgewiesen.
  7. Targobank: Ertragszahlen stammen aus einer Investoren-Präsentation der Mutter Crédit Mutuel. Keine Angabe zur Höhe der Zinserträge. Für 2024 liegen keine Ertragszahlen vor, weshalb die Targobank aus dem Vorjahresvergleich herausgerechnet wurde.
  8. OLB: Diese weist neben Erträgen aus Finanzanlagen, die in ihre operativen Erträge einfließen, separat noch ein „Ergebnis aus Finanzanlagen (nicht operativ)“ von 45 Mio. Euro aus. Wir können dieses nur schwer einordnen und haben es daher in den Erträgen nicht berücksichtigt.
  9. Quellen: Die Zahlen entstammen Geschäftsberichten, Pressemitteilungen, Angaben von Müttergesellschaften, eigenen Berichten etc. pp. und sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt.
  10. Andere Banken, die fehlen, haben noch keine Zahlen für 2025 vorgelegt – oder wir haben sie (also die Banken) vergessen bzw. aus Gründen außen vor gelassen.

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