News des Tages

23/08/22: Bonacker steigt bei Credit Suisse auf, Dt. Bank berät DFL, Smartbroker/Creditshelf

Das schwierige Manager-Dasein bei Fintechs mit starkem Ankeraktionär: Können wir, wo wir gefühlt jetzt jeden Tag den Abgang eines CEOs vermelden (denn ein solcher ist Herr Niehoff vom Bank-Verlag ja auch), nochmal kurz auf den CEO-Abgang von gestern Früh zu sprechen kommen – also auf Matthias Hach vom Smartbroker? Weil, um die Gemengelage nochmal kurz zusammenzufassen: In den Zielen scheinen sich Hach und sein AR-Chef Kolbinger ja mehr oder weniger einig gewesen zu sein. Allerdings bezweifelte Kolbinger irgendwann, dass Hach diese Ziele erreichen würde – während sich umgekehrt Hach vermutlich nicht beschwert hätte, hätte ihm Kolbinger ein paar mehr Freiheiten gewährt und auch ein bisschen mehr Funding …

… Denn es war ja so: Während die beiden anderen großen hiesigen Neobroker, also Trade Republic und der Scalable Broker, im vergangenen Jahr üppig gefundet wurden, reichte es bei der börsennotierten Smartbroker Holding immer nur zu kleineren, vor allem aus dem Gesellschafterkreis gestemmten Kapitalerhöhungen, einmal 19 Mio. Euro und einmal 10 Mio. Euro. Durch den Verzicht auf eine große, externe Finanzierung wahrten die Alteigentümer (allein Kolbinger hält 58%) zwar ihre Kontrolle – wirkliche Sprünge ließen sich mit dem Geld allem Anschein nach jedoch nicht machen. Während Trade Republic und Scalable Capital ins Ausland expandierten, schafften sie es beim Smartbroker bislang nicht mal, eine Mobile-App zu bauen …

… Von der Grundkonstellation erinnert das Ganze ein wenig an ein anderes Fintech, nämlich an Creditshelf aus Frankfurt. Auch dort schieden in den letzten 1-2 Jahren auffällig viele führende Manager aus (siehe unter anderem unsere kleine Beobachtung zum „C-Level-Exodus bei Creditshelf“) – und auch dort gibt mit Rolf Elgeti ein Ankeraktionär die Richtung vor, der das Unternehmen im Zweifel eng an der Leine führt – und knapp bei Kasse hält. Das kann man so machen (Elgeti fühlt sich mit seinen 46% offenbar ähnlich kuschelig wohl wie Kolbinger mit seinen 58%). Aber für die Entwicklung des Unternehmens muss es nicht immer das Beste sein. Im Lehrbuch gehen Unternehmen an die Börse, um sich neuem Kapital zu öffnen. Bei den wenigen hierzulande gelisteten Fintechs scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein.

Kurz-News

Der neue Finanzchef der Credit Suisse kommt von der Deutschen Bank – nämlich: Dixit Joshi, der beim größten hiesigen Geldhaus zuletzt fünf Jahre lang als „Group Treasurer“ von London die Kapitalbeschaffung verantwortete +++ Ebenfalls interessant in dem Zusammenhang: Neuer Transformationschef der Zürcher Großbank wird Michael Bonacker, also der einstige Commerzbank-Manager, der von 2017 bis 2021 bei der UBS als Strategiechef für das Schweiz-Geschäft der UBS agierte +++ Schmuckes Mandat für die Deutsche Bank: Wie „Bloomberg“ (via Wiwo) berichtet, hat die Deutsche Fußball-Liga – die in den letzten Jahren vor allem auf den Rat von Nomura vertraute – die Frankfurter Großbank beauftragt, einen möglichen Verkauf von Medienrechten zu eruieren

Finanz-Szene geht ab Oktober hinter die Paywall ...

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