Kurz gebloggt

300-Mio.-€-Rätsel ungelöst: Coba irritiert Investoren

Selbstverständlich wollte die Coba der “Deutschen” nicht die Show stehlen diese Woche. Auf gar keinen Fall. Sondern: Ad-hoc-Pflicht ist nun mal Ad-hoc-Pflicht, und wenn die Ad-hoc-Pflicht ausgelöst wird, wenige Stunden, bevor der Erzrivale – wie seit Monaten bekannt – seine Zahlen vorstellt, dann ist das halt leider, leider so. Was will man machen? Nicht wahr? Gleichwohl, eines verwundert dann doch: Wieso sah sich die Commerzbank am Dienstagabend einerseits genötigt, aus dem Nichts die größte Ertrags-Sensation der letzten Jahre zu verkünden, fast 2,8 Mrd. Euro gemessen am Analysten-Konsens von wenig mehr als 2,3 Mrd. Euro – und wieso fühlte sie sich andererseits so frei, dem Markt die Verplausibilisierung dieser knapp 500 Mio. Euro an entscheidenden Stellen zu versagen?

Denn, nur nochmal zur Erinnerung: Die inhaltliche Unterfütterung der Über-Performance erschöpfte sich ja in den Formulierungen “starkes Kundengeschäft” sowie “höhere Erträge der mBank infolge der Leitzinsanhebungen in Polen”. Und rein quantitativ? Lagen zwar das Zinsergebnis um 123 Mio. Euro und das Provisionsergebnis um 40 Mio. Euro über dem Konsens – bleiben nach Adam Knof aber immer noch grob 300 Mio. Euro unerklärt.

Nicht nur wir hier stellen uns daher die Frage, was das denn für 300 Mio. Euro sind; einige Investoren tun es auch. Zumal die ohne Frage starke Positiv-Überraschung im Kerngeschäft beim Zins- und Provisionsüberschuss (zusammen: 163 Mio. Euro) niedriger ausfällt als die Negativüberraschung in der Risikovorsorge (202 Mio. Euro). Einer findet die Coba-Kommunikation “mindestens erstaunlich”, ein anderer wundert sich über die “Intransparenz”. Eine Mutmaßung lautete gestern, Fintech-Beteiligungen könnten wieder mal für einen Sonderertrag gesorgt haben. Die Investments, in denen es Bewegung gab (Grover, Tillhub), sind aber eher klein; und beim mutmaßlich größten Brocken im Portfolio (eToro) wurde der SPAC-Börsengang verschoben.

Bleibt als plausible Erklärung: Irgendwas im Fair-Value-Ergebnis. Ein Coba-Sprecher wollte sich gestern nicht äußern und verwies auf die vollständigen Q-Zahlen am 12. Mai. So kam das einzig brauchbare Statement von der Coba-Aktie. Die nämlich schloss gestern 8% tiefer als noch zu Wochenbeginn und reagierte kaum auf die Vorab-Zahlen.

Commerzbank legt sensationelle Ertragszahlen fürs Q1 vor

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