Analysten sehen für die Commerzbank auch dieses Jahr schwarz

26. Februar 2021

Von Christian Kirchner

Die Analysten sehen für die Commerzbank auch dieses Jahr schwarz. Waren die Experten Ende Januar noch von einem Verlust 80 Mio. Euro ausgegangen, so hat sich die sogenannten Konsensschätzung inzwischen auf minus 483 Mio. Euro verschlechtert. Der wesentliche Grund für die Kappung der Prognose liegt in einer drastisch gesunkenen Ertragserwartung. Statt 8,5 Mrd. Euro trauen die Analysten dem Institut für dieses Jahr plötzlich nur noch 8,1 Mrd. Euro zu. Offenbar hat die Präsentation der neuen Commerzbank-Strategie Anfang des Monats die Experten ernüchtert – womit übrigens auch geklärt sein dürfte, warum die Coba-Aktie seit Monatsanfang nicht vom Fleck kommt (+1%), während es für die Deutsche Bank im gleichen Zeitraum um 26% und für den europäischen Banken-Index um 22% nach oben ging.

Wie unsere Grafiken zeigen, beschränkt sich die Senkung der Ergebnisprognose nicht nur auf das laufende Geschäftsjahr, sondern gilt auch für 2022 und 2023 …

… wobei es sich auch hier um eine Funktion der gesunkenen Ertragsprognose handelt:

Erträge Commerzbank – Analystenkonsens

z.V.: 2020 2021 2022 2023
alte Schätzung 8.186 8.485 8.511 8.511
neue Schätzung 8.093 8.107 8.188
Differenz -392 -404 -323

Bei ihrer Strategiepräsentation am 11. Februar hatte die Commerzbank angekündigt, bei den Firmenkunden im Jahr 2024 um 0,1 Mrd. Euro niedrigere Erträge als 2020 zu erwirtschaften und im Privatkundengeschäft um 0,1 Mrd. höhere. Mithin: Es geht zusammengenommen nur noch darum, die Erträge zu halten. Dagegen waren die Analysten Ende Januar noch davon ausgegangen, dass die Commerzbank bis 2024 bei den Erträgen um eine halbe Mrd. Euro zulegen kann.

Doch das ist nicht die einzige Hiobsbotschaft: Auch bei den Restrukturierungskosten (918 Mio. Euro statt 595 Mio. Euro) sind die Prognosen nun deutlich schlechter.  Und glaubten die Analysten vor vier Wochen noch, dass die zuletzt defizitäre Firmenkundensparte in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehrt, so rechnen sie hier nun erneut mit Verlusten.

Hier die Veränderungen auf eine Blick:

in Mio. Euro 2021 (Schätzung vom 26. Januar) 2021 (Schätzung vom 25. Februar) Veränderung
Erträge 8.485 8.093 -392
Kosten -6.057 -5.995 62
Risikovorsorge -1.311 -1.176 135
Restruktuierungskosten -595 -918 -323
op. Gewinn Privatk. 619 556 -63
op. Gewinn Firmenk. 23 -50 -73
Betriebsgew. Konzern 625 405 -220
Nettogewinn -80 -483 -403

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